PETER-AUGUST-BÖCKSTIEGEL-HAUS

ROTES HAUS AUF ROTER ERDE

Peter August Böckstiegel war ein Vertreter des westfälischen Expressionismus, zu dem man auch Wilhelm Morgner und August Macke zählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete Böckstiegel sein Elternhaus zu einem Gesamtkunstwerk um.
Peter August Böckstiegel war ein Vertreter des westfälischen Expressionismus, zu dem man auch Wilhelm Morgner und August Macke zählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete Böckstiegel sein Elternhaus zu einem Gesamtkunstwerk um.
Das Land der roten Erde – so nennt man Westfalen schon seit Jahrhunderten. Den ein wenig rätselhaften, dafür aber umso farbigeren Begriff wählte der westfälische Maler Peter August Böckstiegel 1911 auch als Titel für eins seiner frühesten Landschaftsbilder. Für den bedeutenden Expressionisten lag das wichtigste Fleckchen heimatlichen Bodens im ostwestfälischen Arrode, das heute zur Stadt Werther bei Bielefeld gehört. Noch immer steht hier Böckstiegels ungewöhnliches Geburtshaus: ein rotes Haus auf roter Erde.

Der 1889 geborene Böckstiegel suchte seine Motive vor allem in der bäuerlichen Welt, aus der er selbst stammte. Immer wieder kehrte er nach Arrode zurück und hielt Landschaften und Menschen in Bildern fest, bei denen es ihm nicht um fotografische Treue, sondern um starken Ausdruck ging. 1912 hatten ihn in der Kölner Sonderbundausstellung Werke von Gauguin, Munch und anderen tief beeindruckt. 1913 begann er ein Studium an der Kunstakademie in Dresden. Hier an der Elbe lebte er danach lange, hatte dabei oft mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, fand aber auch hohe Anerkennung, wie etwa durch den Großen Sächsischen Staatspreis von 1921.

Westfälisches Gesamtkunstwerk

Böckstiegel schuf auch das Mosaik mit dem westfälischen Doppelporträt, das die rot gestrichene Außenwand des Hauses schmückt.
Böckstiegel schuf auch das Mosaik mit dem westfälischen Doppelporträt, das die rot gestrichene Außenwand des Hauses schmückt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Böckstiegel zurück nach Arrode und gestaltete sein Elternhaus bis zu seinem Tod im Jahr 1951 mit Schnitzereien, Mosaiken und Glasfenstern zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk um. Heute werden in dem Gebäude mit der auffälligen Farbe Gemälde, Zeichnungen und Plastiken aus allen Schaffensphasen des Künstlers präsentiert. Lohnend ist auch ein Gang über den "Böckstiegel-Pfad": An 15 Stationen erfährt man mehr über die Landschaft, die den Maler so sehr inspirierte. Für die Nachwelt wird das rote Haus auf roter Erde seit 2008 durch eine Stiftung erhalten. Die NRW-Stiftung sprang zusätzlich ein, um Schäden am Dach beheben zu lassen. Zudem hat sie einen Zuschuss für zwei Böckstiegel-Werkverzeichnisse gegeben.

Erweiterungsbau des Böckstiegel-Museums: Zum 125. Geburtstag des Künstlers am 7. April 2014 beschloss der Kreis Gütersloh die finanzielle Grundlage für den Bau. Der 1300 Werke umfassende Nachlass des Künstlers wird darin in angemessenem Umfang und im Wechsel mit Sonderausstellungen präsentiert werden. Während der Baumaßnahmen (Start Sommer 2016) ist der bisherige Bereich weiterhin zugänglich.

Das Peter-August-Böckstiegel-Haus befindet sich an der Schlossstraße 111 in 33824 Werther im Kreis Gütersloh. Es kann bei Führungen besichtigt werden, die regelmäßig an Wochenenden und Feiertagen um 15 Uhr und nach Vereinberung stattfinden.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 1/2012


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Googlemap aufrufenPeter-August-Böckstiegel-Haus
Schlossstraße 111
33824 Werther (Kreis Gütersloh)
Tel.: 05203-3297
www.boeckstiegel-haus.de

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