WEINBAUMUSEUM IN BLANKENBERG

KEINE DREI-MÄNNER-WEINE

 
 
Dass einer ihrer kostbaren Weine ein Drei-Männer-Tropfen sei, lassen sich die Stadt Blankenberger nicht nachsagen - noch nie hatte es zweier Männer bedurft, die einen dritten festhalten müssen, um ihm das Erzeugnis des hauseigenen Weinbergs einzuflößen. Im kleinen örtlichen Weinbaumuseum wird dem Rebensaft ein Denkmal gesetzt: Vor allem auf den "Schützenstaller", der eigens zur Eröffnung des Weinbaumusems entkorkt wurde, sind die Stadt Blankenberger stolz, und auch auf den köstlichen Tropfen "Müller-Thurgau", von dem jährlich nur 300 Flaschen abgefüllt werden, lassen sie nichts kommen.

Das kleine Örtchen, das von der Stadt Hennef verwaltet wird, hat eine ereignisreiche Geschichte, die von den Bewohnern lebendig gehalten und sichtbar gemacht wird. Zum Beispiel knüpft Walter Keuenhofs winziger Weingarten im Schützenstall an die lange Weinbautradition des Siegtales an, die bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht. Die Eröffnung des Weinbaumuseums war ein weiterer, aber sicher nicht der letzte Meilenstein in der ehrenamtlichen Arbeit der Stadt Blankenberger, allen voran Helmut Fischer und seine Mitstreiter vom Heimat- und Verkehrsverein.

 
 
Mit vereinten Kräften richteten sie zwei Räume im ehemaligen Weinkeller des Runenhauses her, das seinen Namen aufgrund der runenähnlichen Zeichen am Giebel trägt. Für Sichel, Hacke und andere Zeugnisse der Ortsgeschichte bis zur letzten Rebenernte 1906 setzten die freiwilligen Helfer mit dem Museum ein Denkmal. Sammlerstücke wie Weinfässer und -gläser, Karre und Harke, Weinbauverordnungen sowie eine kleine Weinpresse als Prunkstück der Geschichte komplettieren die Museumsausstellung.

Eine weitere Herausforderung wartet schon auf die Weinliebhaber: Demnächst soll eine stattliche weitere - drei Meter hohe und fünf Meter lange - Weinpresse vor einer Aussegnungshalle ihre Stellung beziehen. Ihr Transport zum neuen Standort wird ein Kraftakt - zumindest dafür werden drei Männer nicht reichen.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Das kleine Museum zur Geschichte des Weinbaus wurde vom Heimat- und Verkehrsverein Stadt Blankenberg mit Hilfe der NRW-Stiftung in den Kellerräumen des so genannten Runenhauses eingerichtet. Dort beginnt auch der Weinbauwanderweg, den der Verein ebenfalls neu anlegte.

Die NRW-Stiftung verlieh dem Verein 1995 einen Sonderpreis für herausragendes Engagement in der Denkmalpflege.

Googlemap aufrufenTurmmuseum im Katharinenturm und Weinbaumuseum im Runenhaus
53773 Hennef - Stadt Blankenberg
Telefon: 0 22 48 / 1 94 33
www.hvv-stadt-blankenberg.de

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