ZECHE SACHSEN IM GUSTAV-LÜBCKE-MUSEUM

VON MUMIEN UND MASCHINENHALLEN

Mumienporträts, Mumienmasken, ein großer Kastensarg, Tiermumien, ein Totenbuchpapyrus - all das ist in der  größten Sammlung von Aegyptiaca in Westfalen zu sehen.
Mumienporträts, Mumienmasken, ein großer Kastensarg, Tiermumien, ein Totenbuchpapyrus - all das ist in der größten Sammlung von Aegyptiaca in Westfalen zu sehen.
Wissen Sie, was eine Mumienparty ist? – Nein, es handelt sich nicht um eine Ü30-Party im Jargon boshafter Teenager. Das Phänomen gehört vielmehr ins 19. Jahrhundert, in die große Zeit der Ägyptomanie – einer Ägyptenbegeisterung, die teilweise absurde Züge annahm. Zu Mumienpartys traf man sich, um antike Leichname in geselliger Runde und unter angenehm prickelndem Schauer gemeinsam auszuwickeln. Ja, ägyptische Mumien wurden damals von cleveren Geschäftemachern bisweilen sogar pulverisiert, um anschließend als "Medikamente" verkauft zu werden.

Der 1886 in der westfälischen Stadt Hamm gegründete "Mumienverein" war zum Glück ein wenig seriöser. Er erwarb einen Mumiensarg mit dem Ziel, dem damals noch im Aufbau befindlichen Hammer Museum eine besondere Attraktion zu bescheren. Es war der Startschuss für die bedeutende ägyptologische Sammlung, die heute im Hammer Gustav-Lübcke-Museum zu sehen ist. Das Museum besitzt darüber hinaus aber auch wertvolle mittelalterliche Kunstschätze, präsentiert Werke bedeutender Künstler der Moderne und zeigt zahlreiche Exponate zur Hammer Stadtgeschichte. Jahr für Jahr veranstaltet es überdies vielbeachtete Sonderausstellungen – bis Anfang 2011 zum Beispiel über Pharao Echnaton.

Eine Zeche im Modell
Die Zeche Sachsen im Modell. Die noch erhaltene Maschinenhalle zählt zu den schönsten Industriedenkmälern Deutschlands. Sie wird heute für Veranstaltungen genutzt.
Die Zeche Sachsen im Modell. Die noch erhaltene Maschinenhalle zählt zu den schönsten Industriedenkmälern Deutschlands. Sie wird heute für Veranstaltungen genutzt.
Untrennbar ist das Museum auch mit der Ruhr-Kultur verbunden, schließlich liegt Hamm im nördlichen Ruhrgebiet. Der Bergbau hat hier viele Spuren hinterlassen, darunter nicht zuletzt die monumentale Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Sachsen in Hamm-Heessen. Die damals hochmoderne Zechenanlage wurde 1912 – 1928 von dem Architekten Alfred Fischer errichtet, den Fachleute in einem Atemzug mit dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius nennen. Leider sind die Übertagebauten der Zeche heute zum großen Teil verschwunden. Der "Allgemeine Knappenverein Glück Auf – Hamm-Nordenfeldmark Heessen" und der Heimatverein Heessen hatten daher ein gemeinsames Ziel: Sie wollten diesen wichtigen Teil der Hammer Geschichte wieder anschaulich werden lassen und entwarfen daher ein Modell der Zechengebäude im Maßstab 1:500. Nirgendwo sonst liegt der Kohlenpott so nah am Alten Ägypten.

Stand der Angaben: Magazin der NRW-Stiftung 3/2010


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Die NRW-Stiftung half dem Heimatverein Heessen, die obertägigen Gebäude der Zeche Sachsen als Modell im Maßstab 1:500 nachzubauen.

Googlemap aufrufenGustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9
59065 Hamm
Telefon: 02381 175701
Fax: 02381 172989
Gustav-Luebcke-Museum@Stadt.Hamm.de
www.hamm.de/gustav-luebcke-museum.html

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr
Sonntag 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen

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