DÜLMENER WILDPFERDE IN HEMER

WILDWEST IN APRICKE

Die Fohlen der Dülmener bleiben meist dicht bei ihren Müttern
Die Fohlen der Dülmener bleiben meist dicht bei ihren Müttern
Im Naturerlebnisgebiet Hemer-Apricke herrscht Vielfalt, auch was die Herkunft der Weidetiere betrifft: Während die Ziegen aus der Wahner Heide bei Köln stammen und die Heckrinder aus dem Naturschutzgebiet Stilleking bei Lüdenscheid, lebte der Hengst "Sir" vor seinem Umzug nach Hemer mehrere Jahre im Merfelder Bruch, der traditionellen Wildpferdebahn im münsterländischen Dülmen. Doch seit dem Frühsommer 2010 gibt es auch die ersten Apricker "Eigengewächse", denn seine vier Dülmener Stuten haben Fohlen bekommen. Die beiden älteren haben bereits Namen, für die jüngeren werden noch welche gesucht. Schicken Sie uns einen Vorschlag!

Eigentlich sollte "Sir" nur vorübergehend bei den Pferdedamen stehen, doch dann zeigte sich, dass der umsichtige Hengst Ruhe in die kleine Herde brachte und Garant einer stabilen Rangordnung war. Nebenher deckte er im vergangenen Jahr
alle vier Stuten, die jetzt, eine nach der anderen, ihre Fohlen zur Welt brachten. Mitte Mai wurde "Uschi", die Tochter von Skadi, geboren, und Anfang Juni bekam auch Stute Maja ihr erstes Fohlen, das "Martina" heißt. Zwei weitere Fohlen erblickten im Juli das Licht des Sauerlandes. Die Geburten verliefen schnell und unkompliziert, menschliche Helfer waren dabei nicht gefragt. "Da merkt man das Erbe der Wildpferde!", freut sich Pferdekenner Heinrich Oedekoven, der die Dülmener betreut und täglich nach dem Rechten sieht. Mindestens ein weiteres Jahr wird der Hengst jetzt seine große Familie begleiten dürfen und sehen, wie seine Kinder heranwachsen.

Rind und Pferd statt Leopard
Wiese, Wasser und Klimawandel sind nur drei von zahlreichen Themenfeldern, mit denen sich Schüler befassen können, die das Grüne Klassenzimmer "Arche Noah" auf dem benachbarten Gelände der<br />
Landesgartenschau 2010 besuchen.
Wiese, Wasser und Klimawandel sind nur drei von zahlreichen Themenfeldern, mit denen sich Schüler befassen können, die das Grüne Klassenzimmer "Arche Noah" auf dem benachbarten Gelände der
Landesgartenschau 2010 besuchen.
Dass die Dülmener auf dem ehemaligen Panzerübungsplatz Apricke ein neues Zuhause gefunden haben, verdanken sie der NRW-Stiftung und der Stadt Hemer. Nachdem der militärische Übungsbetrieb eingestellt worden war, kauften die das Gelände im Jahr 2007 und sicherten es so dauerhaft für den Naturschutz und die Naherholung. Schutzwürdig war das Gebiet schon länger, denn die Fahr- und Schießübungen erlaubten eine Landwirtschaft nur in naturverträglicher Form. Wenn Leopard-Panzer und Soldaten Pause hatten, weideten Schafe auf dem Gelände. So entwickelten sich auf den ungedüngten Böden buntblumige Magerrasen, die vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum boten. In diesem Jahr hat sich sogar ein Pärchen Flussregenpfeifer in Apricke niedergelassen und durchziehende Steinschmätzer waren bis in den Juni dort. "Vielleicht brüten die nächstes Jahr auch hier", hofft Hans Obergruber, der Leiter der Naturschutzstation Märkischer Kreis, "als Lebensraum ist das Gebiet für sie wie gemacht."

Obergruber und seine Mitarbeiter betreuen das Naturerlebnisgebiet Apricke jetzt seit vier Jahren. Regelmäßig bieten sie geführte Wanderungen an, und Schülergruppen nutzen das "Grüne Klassenzimmer" für Anschauungsuntericht in Sachen Natur. Besucher können das hügelige Gelände auch auf eigene Faust erkunden. Dafür wurden Rundwege angelegt, welche teilweise die ehemaligen Panzerstraßen nutzen. Informationstafeln geben Hinweise auf die Geschichte des Gebiets, nennen wild lebende Pflanzen und Tiere und erklären, was es mit den vierbeinigen Landschaftspflegern auf sich hat.

Warum man den Bock zum Gärtner macht
Infotafeln geben den Besuchern Hinweise zur Herkunft und Lebensweise der Weidetiere auf dem ehemaligen militärischen Übungsgelände
Infotafeln geben den Besuchern Hinweise zur Herkunft und Lebensweise der Weidetiere auf dem ehemaligen militärischen Übungsgelände
Nicht jeder Besucher weiß zum Beispiel, dass Ziegen Baumrinde und dornige Sträucher nicht aus Not fressen, sondern solche Nahrung durchaus schätzen. Damit lassen sie sich sehr effektiv zur Beseitigung unerwünschter Gebüsche einsetzen. Nachdem die "sieben Geißlein" die Gehölze weggeknabbert haben, überlassen sie einer Schafherde das Feld. Die Heckrinder nehmen dagegen die "ökologische Planstelle" der Auerochsen ein. Sie weiden Laub genauso gern wie trockenes Gras. Mit ihren unterschiedlichen Vorlieben für bestimmte Futterpflanzen ergänzen sich die Huftiere und bewahren die alte Weidelandschaft. Sie ist Lebensraum für Seltenheiten wie Heidenelke, Bienenragwurz, Feldlerche und Neuntöter.

Stand der Angaben: Magazin der NRW-Stiftung 2/2010


Kommentare

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28.02.2012, Virginia Heiden

Hallo,

ich finde Ihr Projekt super, denn ich interessiere mich auch sehr für den Erhalt von Natur und der Tierwelt.
Vor ein paar Jahren hatte ich selber einen Dülmener, einen älteren und sehr liebevollen Wallach namens "Harry". Er war leider krank aber diesen Namen würde ich gerne als Vorschlag Ihnen für eins Ihrer Fohlen zusenden. Dann weiß ich, dass der Name am richtigen Platz ist. Selbst, wenn Sie sich nicht für diesen Namen entscheiden:).

Liebe Grüße und Glück weiterhin

Virginia

Bild: Mein Dicker:) Das Bild ist nur mit Handy ab fotografiert, weil es ja schon älter ist. Deswegen die vielleicht nicht so gute Qualität.



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Übersichtskarte und weitere Informationen:
Erkunden Sie das vielfältige und artenreiche Gebiet rund um den ehemaligen Standortübungsplatz Apricke.   PDF (3,9 MB)
Die NRW-Stiftung kaufte gemeinsam mit der Stadt Hemer große Teile des früheren Standortübungsplatzes Apricke gleich neben dem Gelände der Landesgartenschau 2010. Das Gebiet wird vom Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e. V. betreut. Darüber hinaus unterstützte die NRW-Stiftung den Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e. V. bei der Einrichtung des Grünen Klassenzimmers auf der Landesgartenschau 2010 in Hemer.

Googlemap aufrufenNaturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V.
Grebbecker Weg 3
58509 Lüdenscheid
Telefon: 02351 432-4240
Fax: 02351 432-2780
www.naturschutzzentrum-mk.de

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