DIE SONDERHORST BEI ISERLOHN

AUF DEN SPUREN ALTER NUTZUNGSFORMEN

Ehemaliger Niederwald am Westhang der Sonderhorst (Foto: Helmut Fuchs)
Ehemaliger Niederwald am Westhang der Sonderhorst (Foto: Helmut Fuchs)
Die Sonderhorst bildet das Deckgebirge der Dechenhöhle bei Iserlohn. Sie ist Teil des devonischen Massenkalkzuges, der sich vom Rheinland (Düsseldorf) bis nach Westfalen (Balve) erstreckt und aus Resten eines riesigen urzeitlichen Riffes besteht, ähnlich wie das heutige Great Barrier Reef in Australien. Die Hanglagen sind bewaldet, auf der Kuppe befinden sich offene Wiesenflächen und ein Kalkmagerrasen.

Seit dem Mittelalter gehörte die Sonderhorst zu den Besitztümern der Herren von Letmathe. Der Name "Sonderhorst" leitet sich von der Tatsache ab, dass dieser Berg ("Horst") nicht zu den Allmendeflächen zählte, die von allen Bewohnern des Ortes genutzt werden durften, sondern von diesen "gesondert", also im Privatbesitz war.

Extensiv bewirtschaftetes Grünland (Foto: Helmut Fuchs)
Extensiv bewirtschaftetes Grünland (Foto: Helmut Fuchs)
1997 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt, um die Vielfalt der Pflanzen und Tiere zu erhalten. Auf dem Kalkmagerrasen, der durch seinen Reichtum an Thymian auffällt, findet man Blaugras und Fransen-Enzian, Kohl-Lauch und Wundklee. Hier wurden auch seltene Schmetterlingsarten nachgewiesen, zum Beispiel Zwerg-Bläuling, Braunauge und Thymian-Widderchen.

Auf diesem 0,8 Hektar großen Kalkmagerrasen weidet eine Wanderschafherde. Der Beweidungszeitpunkt ist an die Flugzeiten der Falterarten angepasst. Weitere 6,6 Hektar angrenzende Grünlandflächen werden zum Teil seit 15 Jahren ohne Düngung bewirtschaftet (Vertragsnaturschutz) und entwickeln sich dadurch langsam wieder zu artenreichen Wiesen. Die NRW-Stiftung konnte hier in den vergangenen Jahren 19 Hektar Flächen kaufen. Davon wurden 3,2 Hektar, die ehemals als Acker genutzt wurden, nun wieder dauerhaft Grünland.

Ikarus-Bläuling auf Thymus pulegioides (Foto: Helmut Fuchs)
Ikarus-Bläuling auf Thymus pulegioides (Foto: Helmut Fuchs)
In den Saumbereichen entlang der Gebüsche und Waldränder wachsen Bärenschote, Wilder Majoran, Heil-Ziest, Steinquendel und Schwalbenwurz. Zusammen mit dem Maiglöckchen ist die Schwalbenwurz in den angrenzenden Niederwäldern stellenweise aspektbildend. Seidelbast, Breitblättrige Stendelwurz, Weißes Waldvögelein, Vogel-Nestwurz und Elsbeere sind weitere bemerkenswerte Arten dieser wärmeliebenden Eichenwälder. Zu den von der NRW-Stiftung aufgekauften Flächen gehören auch 9,7 Hektar Wald. Hier konnten auf drei Parzellen die nicht einheimischen Nadelhölzern und Robinien entfernt werden.

Die Sonderhorst ist ein beliebtes Naherholungsgebiet am Stadtrand von Iserlohn. Von der Dechenhöhle führt ein Wanderweg durch die Hangwälder auf die Hochfläche hinauf.


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Die NRW-Stiftung konnte hier in den vergangenen Jahren 19 Hektar Flächen zu Naturschutzzwecken erwerben. Davon wurden 3,2 Hektar, die ehemals als Acker genutzt wurden, nun wieder dauerhaft Grünland.

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58644 Iserlohn

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