DER SELLENBACH

MEHR RAUM FÜR DIE NATUR

Nasswiesen nördlich des Baches (Foto: Helmut Fuchs)
Nasswiesen nördlich des Baches (Foto: Helmut Fuchs)
Im Nordosten des Kreises Lippe, im Lipper Bergland, liegt das Bachtalsystem Schwarzer Bach - Sellenbach. Im Landesentwicklungsplan von 1995 ist das gesamte Gewässersystem einschließlich der Auenbereiche – rund 235 Hektar - als "Gebiet für den besonderen Schutz der Natur" ausgewiesen.

Die tonigen Schichten des Oberen Keupers ergeben teilweise wasserstauende Böden mit mittlerem bis niedrigem Basengehalt. Die natürliche Vegetation ist hier ein Sternmieren-Stieleichen-Wald oder ein Erlen-Auenwald. "Stelzwurzeln" deuten darauf hin, dass einige Flächen in der Aue früher entwässert wurden.

Der Sellenbach besitzt noch eine sehr gute Wasserqualität (Güteklasse 2). Die Auenbereiche sind weitgehend ungestört, da sie kaum durch Wegebau erschlossen sind. Einflüsse aus den angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen sind dennoch nicht zu vermeiden. Daher gibt es Bestrebungen, die Nutzung auf den bachnahen Flächen zu verringern, um so "Pufferflächen" zu den intensiver genutzten Wiesen und Äckern zu schaffen. Dies ist langfristig nur über einen Flächenerwerb zu erreichen. Daher kaufte die NRW-Stiftung 2005 auf Antrag der Biologischen Station Lippe ca. 8 Hektar Flächen in der Sellenbachaue einschließlich eines 1.100 Meter langen Bachabschnitts.

Neu angelegte Wallhecke (Foto: Helmut Fuchs)
Neu angelegte Wallhecke (Foto: Helmut Fuchs)
Neben Waldflächen in der Bachaue wurde auch eine 2,6 Hektar große, ca. 20-jährige Ackerbrache erworben, um eine erneute Nutzung dieses Ackers nach Ablauf der Stillegungsphase zu verhindern. Stattdessen wurden hier die ehemaligen Auenwiesen wiederhergestellt, die seitdem ohne zusätzliche Düngung bewirtschaftet werden. Zwei künstlich angelegte, zeitweise feuchte Mulden und eine neu gepflanzte Wallhecke erhöhen die Lebensraumvielfalt in diesem Bereich. Auf der gegenüber liegenden Seite des Baches befinden sich Feucht- und Nasswiesen mit einem kleinen Bestand der Rispen-Segge und Vorkommen des Breitblättrigen Knabenkrautes.

Rispen-Segge (Foto: Helmut Fuchs)
Rispen-Segge (Foto: Helmut Fuchs)
Zu den bemerkenswerten Pflanzenarten dieser Auenwälder gehören die Hohe Schlüsselblume und das Gelbe Windröschen. Zu den zoologischen Besonderheiten des Gebietes zählt der Schwarzstorch, der noch vor wenigen Jahren in der Nähe brütete und die Auenbereiche als Nahrungsbiotop nutzte. Im Bach leben noch intakte, selbst reproduzierende Populationen von Bachforelle, Bach-Neunauge und Groppe, was in heutiger Zeit keineswegs mehr selbstverständlich ist und die hohe Biotopqualität des Gewässers unterstreicht. Bach und Auenwald sollen daher einer weitgehend ungestörten, natürlichen Entwicklung überlassen bleiben.


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Als Pufferfläche zu den intensiv genutzten Wiesen und Äckern hat die NRW-Stiftung 2005 auf Antrag der Biologischen Station Lippe ca. acht Hektar Flächen in der Sellenbachaue inklusive 1,1 km Bachlauf gekauft.

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32699 Extertal

Biologische Station Lippe e.V.
Domäne 2
32816 Schieder-Schwalenberg
Telefon: 05282 462
Fax: 05282 8620
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www.biologischestationlippe.de

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