"DICKER TURM" IN RATINGEN

DER "DICKE TURM" DER DUMEKLEMMER

Daumen hoch für den "Dicken Turm": Die Ratinger Stadtführerin Gisela Schöttler (Mitte) mit Anneliese Robertz (links) und Claudia Gärtner (rechts) vor dem restaurierten Denkmal.<br />
Daumen hoch für den "Dicken Turm": Die Ratinger Stadtführerin Gisela Schöttler (Mitte) mit Anneliese Robertz (links) und Claudia Gärtner (rechts) vor dem restaurierten Denkmal.
Ratingen ist die Stadt der "Dumeklemmer" - der "Daumenklemmer". Der Spitzname entstand, so die Legende, weil die Ratinger einst dem heiligen Suitbertus das Stadttor vor der Nase zuschlugen. Der Heilige, der eigentlich gekommen war, um den damals noch heidnischen Ratingern das Christentum zu predigen, klemmte sich dabei schmerzhaft den Daumen ein. Erzürnt sprach er einen Fluch aus: Jedes Kind in der Stadt sollte fortan mit einem besonders breiten Daumen zur Welt kommen. Ihre dicken Daumen hinderten die Ratinger aber nicht, später doch noch gute Christen zu werden - und erst recht nicht am kräftigen Zupacken, als sie im 15. Jahrhundert das Wahrzeichen ihrer Stadt erbauten: den "Dicken Turm".

 
 
Jeder Ratinger darf sich Dumeklemmer nennen, aber nicht jeder erhält die Dumeklemmer-Plakette. Der Heimatverein "Ratinger Jonges" hat sie für Menschen mit besonderen Verdiensten um die Stadt gestiftet. Solche Verdienste hat sich der Verein aber auch selbst erworben. Die Erhaltung historischer Gebäude ist ihm ein besonderes Anliegen. Von diesem Engagement profitierte zuletzt der "Dicke Turm", der wichtigste Überrest der mittelalterlichen Ratinger Stadtmauer, die einmal 15 Türme und vier Tore umfasste.

Sammeln für den Turm
Die engagierten Ratinger Jonges.
Die engagierten Ratinger Jonges.
Trotz seines Namens sahen die Zukunftsaussichten für den restaurierungsbedürftigen "Dicken Turm" lange eher mager aus, denn es fehlte eine zündende Idee,was mit ihm passieren sollte. Doch 2006 entschlossen sich die Ratinger Jonges, wieder Leben in das 13 Meter hohe Gebäude mit den 3,50 Meter starken Mauern zu bringen. Der Spendenaufruf "Jeder Baustein ist wichtig" erbrachte 40.000 Euro für den guten Zweck. Zusammen mit Geldern des Vereins und mit Unterstützung der NRW-Stiftung war so eine gründliche Turmsanierung möglich. Ob sich während der Bauarbeiten jemand den Daumen eingeklemmt hat, bleibt ein Geheimnis. Verraten aber sei: Mit dem heiligen Suitbertus hat der Ratinger Spitzname wohl kaum etwas zu tun. Die wahrscheinlichste Erklärung für den Ausdruck "Dumeklemmer" ist eher makaber: Ratingen war früher einmal Sitz eines Scharfrichters. Und der legte bisweilen auch die Daumenschrauben an.

Stand der Angaben: Magazin der NRW-Stiftung 2/2009


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Die NRW-Stiftung unterstützte den Verein Ratinger Jonges bei der Restaurierung des mittelalterlichen "Dicken Turms".

Googlemap aufrufenDer Dicke Turm befindet sich in der Nähe der Ratinger Fußgängerzone und wird vom Verein Ratinger Jonges e.V. als Geschäftsstelle genutzt.

Heimatverein Ratinger Jonges
Dicker Turm
Turmstraße
40878 Ratingen
E-Mail: baas@jonges.de

Weitere Informationen unter
www.ratinger.jonges.de

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