HEESFELDER MÜHLE IN HALVER

EIN MUSEUM MIT BIOLADEN

Die Geschichte der Heesfelder Mühle im Hälvertal reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Die Geschichte der Heesfelder Mühle im Hälvertal reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Kaum jemand hätte in den achtziger Jahren noch etwas für die alte, halb verfallene Kornmühle unten im Heesfelder Tal bei Halver im Märkischen Kreis gegeben. Nur einige Naturschützer des Vereins Heesfelder Mühle e.V. bemühten sich um den Wiederaufbau des alten Gebäudes. Sie haben die Mühle, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, liebevoll restauriert. Ein Bioladen hat sich in der alten Mühle niedergelassen und selbst das Wasserrad dreht sich wieder und erzeugt Strom für den Betrieb.

Heute liefert das Mühlenrad elektrischen Strom für etwa sieben Familien.
Heute liefert das Mühlenrad elektrischen Strom für etwa sieben Familien.
Das denkmalgeschützte Ensemble besteht aus der Wassermühle, einer alten Schule und einem Kornspeicher. Die historischen Gebäude baute der Verein Heesfelder Mühle zu einem Zentrum für Naturschutz und Kulturlandschaftspflege aus. Das obere Geschoss der alten Mühle bietet Platz für Veranstaltungen, in der unteren Etage verkauft der Bioladen seit 1993 ganzjährig die ortsnah und naturverträglich erzeugten Produkte aus der Region. Der wieder aufgebaute Kornspeicher bietet dem Bioladen reichlich Platz für die Lagerung von Obst und Kartoffeln, Getreide und Gemüse.

Verliebte können sich vom Standesamt Halver in den Räumen der Mühle trauen lassen.
Verliebte können sich vom Standesamt Halver in den Räumen der Mühle trauen lassen.
Nachdem die Mühle wieder in Schuss gesetzt war, restaurierten die Vereinsmitglieder auch noch die alte Schule, die zwischen 1782 und 1840 von den Bauernkindern besucht worden war (siehe Infokasten). In ihren Räumen wurde unter anderem eine Ausstellung mit alten Arbeitsgeräten eingerichtet. Zum Programm, das der Verein außerdem dort anbietet, gehören Handwerksmärkte, Kunstausstellungen, Konzerte oder ein Umweltfestival für Kinder. Verliebte können sich außerdem vom Standesamt Halver in den Räumen der Mühle trauen lassen.

Dank der Unterstützung der NRW-Stiftung können die Naturschützer auch das angrenzende Grünland und einen Teil des Waldes nutzen und allmählich stellt sich die frühere Artenvielfalt wieder ein. Vor der frühsommerlichen Mahd sind die Flächen blau-weiß-pink getupft vom Gemeinen Kreuzblümchen, von Margeriten und Glockenblumen. Besondere Freude machen den Heesfeldern die 1.000 alten und zum Teil von ihnen nachgepflanzten Apfel- und Birnbäume, die Jahr für Jahr etwa 50 Tonnen Obst für einen leckeren Fruchtsaft liefern.

Ein idealer Start- und Zielpunkt für die rund 35 Kilometer lange Strecke rund um das "Naturerlebnis Halver" ist das Zentrum für Naturschutz und Kulturlandschaftspflege Heesfelder Mühle.
Ein idealer Start- und Zielpunkt für die rund 35 Kilometer lange Strecke rund um das "Naturerlebnis Halver" ist das Zentrum für Naturschutz und Kulturlandschaftspflege Heesfelder Mühle.
Um die Heesfelder Mühle als Ziel für Ausflügler noch attraktiver zu machen, hat der Verein Heesfelder Mühle e. V. das Projekt "Naturerlebnis Halver" realisiert. Mit erneuter Unterstützung der NRW-Stiftung wird die Mühle zum Ausgangs- und Zielpunkt für themenorientierte Wanderrouten. Gemeinsam mit dem BUND Landesverband NRW e.V. und dem Heimatverein Halver hat der Verein Informationstafeln erarbeitet, mit denen interessierte Wanderer und Radfahrer auf Rundwanderwegen durch das Gebiet geleitet werden. Dafür wurden Wege befestigt und Rastmöglichkeiten geschaffen sowie begleitend dazu eine Wanderbroschüre produziert.

Informationstafeln leiten interessierte Wanderer und Radfahrer auf Rundwanderwegen durch das Gebiet.
Informationstafeln leiten interessierte Wanderer und Radfahrer auf Rundwanderwegen durch das Gebiet.
Der Radrundwanderweg verbindet die Naturschönheiten und Kulturdenkmäler rund um Halver miteinander. Meist radelt man auf verkehrsarmen Nebenstraßen und Wanderwegen. Ein ambitionierter Radfahrer schafft die 25 Kilometer lange Strecke in einer Stunde, mit Muße dauert es gut die doppelte Zeit. Noch entspannter wird es, wenn man einen halben, vielleicht sogar einen ganzen Tag einplant, um die vielen Sehenswürdigkeiten nicht nur vom Sattel aus zu sehen. Allein das reizvolle Ennepetal mit seinen alten Wassermühlen und Hämmern verführt zu mehreren Pausen. Und in Halver selbst lohnen ein Besuch des Heimatmuseums und der Nicolai-Kirche. An warmen Spätsommertagen empfiehlt sich zusätzlich eine Pause in der idyllisch gelegenen "Herpine", einem der größten nordrheinwestfälischen Naturschwimmbäder.
Heesfelder Schule

Die lateinische Inschrift am alten Schulhaus besagt: "Dem besten und höchsten Gott geweiht. Die Brüder J.D. und H.H. Winkhaus haben es im Jahr 1782 erbauen lassen ..."
Die lateinische Inschrift am alten Schulhaus besagt: "Dem besten und höchsten Gott geweiht. Die Brüder J.D. und H.H. Winkhaus haben es im Jahr 1782 erbauen lassen ..."
Für die Kinder mancher abgelegener Höfe war der Weg zur Dorfschule in Halver zu weit. Statt Lesen und Schreiben zu lernen, mussten sie das Vieh hüten. Den sozial gesonnenen Gebrüdern Winkhaus, die im benachbarten Carthausen ein Hammerwerk betrieben, war dieser Zustand ein Dorn im Auge. Im Jahr 1782 beschlossen sie zusammen mit den Bauern um Heesfeld den Bau einer eigenen "Heckschule", wie man solche dezentralen Einrichtungen nannte. Das 204 mal 22 Fuß, also etwa sieben mal acht Meter große Gebäude sollte 135 Taler und 30 Stüber kosten. So viel Geld konnten die Bauern jedoch nicht aufbringen. Einige versprachen deshalb, Steine oder Bauholz zu liefern, andere boten ihre "Hand- und Spanndienste" an. Zum vereinbarten Baubeginn drückten sich aber die meisten und so mussten die Brüder Winkhaus das Baugeld selbst vorschießen.

Um es später wenigstens teilweise zurückzubekommen, ließen sie bei Feiern und Hochzeiten einen Teller herumgehen. Da von dieser Kollekte aber auch die Musikanten bezahlt oder die Rechnungen für Bier und Schnaps beglichen wurden, erhielten sie ihre Auslagen nie vollständig zurück. Unfreiwillig wurden sie so zu Schulstiftern und bezahlten auch noch die Bücher für die Kinder. Dafür behielten sie sich vor, über die Einstellung neuer Lehrer zu entscheiden - nur "ordentliche Subjekte" sollten den Schuldienst versehen. Tatsächlich waren manche Lehrer in der Anfangszeit keine ausgebildeten Pädagogen, sondern berufsfremde "Quereinsteiger". Auch sie mussten oft lange auf ihren Lohn warten. Nicht wenige quittierten ihren Dienst, bevor ein Schuljahr um war.

Stand der Angaben: Magazin der NRW-Stiftung 2/2009


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Der Eintritt ist generell frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Radwanderkarte: Mit dem Rad rund um Halver

PDF (2,5 MB)
Radwanderkarte: Mit dem Rad rund um Halver

PDF (1,4 MB)
Die NRW-Stiftung hat beim Aus- und Umbau des Ensembles um die alte Heesfelder Mühle, bestehend aus Wassermühle, der alten Schule und einem Kornspeicher, geholfen und in unmittelbarer Nähe 30 Hektar Land für den Naturschutz erworben.

Außerdem hat die NRW-Stiftung den Verein Heesfelder Mühle e. V. beim Projekt "Naturerlebnis Halver" unterstützt. Mit befestigten Wegen, Rastmöglichkeiten und einer Wanderbroschüre ist die Mühle Ausgangs- und Zielpunkt für themenorientierte Wanderrouten.

Googlemap aufrufenHeesfelder Mühle
Zentrum für Naturschutz und Kulturlandschaftspflege
Heesfelder Mühle 1
58553 Halver
Telefon: 0 23 53 / 13 78 28
www.heesfelder-muehle.de

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