DEUTSCHES BINNENSCHIFFFAHRTSMUSEUM

FÜR LANDRATTEN UND SÜSSWASSERMATROSEN

Die Tjalk ist am früheren Herrenbad des Museums vor Anker gegangen.
Die Tjalk ist am früheren Herrenbad des Museums vor Anker gegangen.
Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg ist nicht nur wegen seiner Lage unmittelbar am größten Binnenhafen Europas oder wegen seiner einzigartigen Architektur ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. "Landratten" und "Süßwassermatrosen" aller Altersgruppen können vor und hinter der prachtvollen Fassade des restaurierten Jugendstilgebäudes der früheren Ruhrorter Badeanstalt auf große Entdeckungsreise in die Geschichte der Binnenschifffahrt gehen. Wertvolle historische Schiffsmodelle, Gegenstände und Fotos aus dem Alltag am Fluss sind ebenso zu sehen wie das Werkzeug der Segelmacher oder das Modell einer typischen Werft für Flussschiffe. Für Kinder ist die Ausstellung ein idealer Ort, um die Phantasie schweifen zu lassen, bevor es mit der ganzen Familie vielleicht auf Hafenrundfahrt geht.

"Jonas & Fips" laden zur Entdeckungsreise ein.
"Jonas & Fips" laden zur Entdeckungsreise ein.
Museumsleiter Dr. Bernhard Weber (der im Herbst 2011 Heinrich Kemper abgelöst hat) freut sich über die positiven Reaktionen vieler Kinder, die wissensdurstig und spielfreudig die Ausstellung erobern: "Neben Technik- und Wassersport-Interessierten sind es in letzter Zeit vor allem Familien, die einen immer größeren Anteil an unseren Besuchern ausmachen. Für sie haben wir das Angebot gezielt ausgebaut." Als Maskottchen werben "Jonas & Fips", ein pfiffiger Schiffsjunge und sein Hund, um die Gunst und Aufmerksamkeit der Kinder. Sie begleiten das kindgerechte Ausstellungsprogramm, das neben Binnenschiffer-Diplom, Wasserspielplatz und Spielecke beispielsweise auch spezielle Kinder-Führungen bietet. Diese finden sonntags parallel zu den ebenfalls kostenlosen Führungen für Erwachsene statt.

Das Museum im ehemaligen Ruhrorter Hallenbad in Duisburg.
Das Museum im ehemaligen Ruhrorter Hallenbad in Duisburg.
Das Gebäude der ehemaligen Ruhrorter Badeanstalt wurde während der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher-Park restauriert und mit Hilfe der NRW-Stiftung als Museum hergerichtet. 1998 öffnete das Museum für Binnenschifffahrt in dem Jugendstil-Gebäude seine Pforten. Gleich mehrere Schiffe sind hier für immer vor Anker gegangen. Neben dem historischen Lastensegler "Tjalk", der unter vollen Segeln im ehemaligen Herrenbad liegt, ist die "Bibo 2" ein weiteres Schmuckstück der Ausstellung. Das wahrscheinlich älteste Bilge-Entölschiff der Welt, das seit den 50er Jahren verschmutztes Wasser anderer Binnenschiffe einsammelte, hat im Innenhof des Museums festgemacht. Etwa zehn Fußminuten vom Museum entfernt liegt mit der "Oscar Huber" der letzte erhaltene Radschleppdampfer auf dem Rhein vor Anker.

Unterhalb der "Wasserlinie" blicken Besucher auf den Grund des Rheins.
Unterhalb der "Wasserlinie" blicken Besucher auf den Grund des Rheins.
Darüber hinaus bietet die Ausstellung im Herrenbad eine geschichtliche Übersicht von prähistorischen Wasserfahrzeugen über Segelschiffe und Dampfmaschinen bis zu modernen Schubschiffen. Im Untergeschoss ist der Laderaum eines alten Schiffes nachgebaut, Waren und Werkzeuge erzählen vom Handel auf dem Wasser im Wandel der Zeiten. Auf dem Grund des ehemaligen Schwimmbassins tauchen die Besucher trockenen Fußes ein in die Unterwasserwelt des Hafenbeckens mit Fischen, allerhand "Fundsachen" und einem Taucher.

Schwerpunkt im ehemaligen Damenbad ist der Alltag im Leben der Binnenschiffer, der in dem hölzernen Nachbau eines Binnenschiffes lebendig wird: mit der räumlichen Enge und der damit verbundenen Vermischung von Privatleben, Arbeit und Freizeit. Auch die Schifferkinder, das Schiffer- und Hafenarbeiterleben in Ruhrort und die Entwicklung der Duisburger und Ruhrorter Häfen im 19. und 20. Jahrhundert kommen als Themen nicht zu kurz. Zu den Attraktionen gehört ein Blick aus dem original nachgebauten Steuerstand, der von der Empore im ehemaligen Damenbad in den Raum hineinragt. Mit Hilfe einer Großfilmprojektion verwandelt sich die gegenüberliegende Wand in eine riesige Flusslandschaft und lässt die Besucher eine Binnenschifffahrt aus der Perspektive des Schiffsführers erleben.

Wer die Theorie in der Praxis erproben möchte, kann dies bei einer Hafenrundfahrt am besten tun: Informationen bietet die Internet-Seite www.dvv.de/dhg/ der Duisburger Hafenrundfahrt Gesellschaft.


Kommentare

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16.02.2015, Solveig Kukelies

Wenn man gerne schwimmt, ist man in diesem (ehemaligen) Schwimmbad falsch, aber die Schiffe, die man dort bewundern kann und die gesamte Ausstellung sind einen Ausflug auf jeden Fall wert. Tolles Gebäude - tolle Ausstellung!!!!


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hat den Duisburger Förderverein Schifffahrtsmuseum bei der Einrichtung des Museums in einem denkmalgeschützten ehemaligen Jugendstilbad aus der Gründerzeit unterstützt. Das 1998 eröffnete Museum hat sein Programm speziell für Familien mit Kindern erweitert. Darüber hinaus können Privatleute oder Firmen das Museum außerhalb der Öffnungszeiten für Feiern, Empfänge und Veranstaltungen aller Art mieten.

Googlemap aufrufenMuseum der Deutschen Binnenschifffahrt
Dauerausstellung und Museumsschiff "Oscar Huber"
Apostelstraße 84
47119 Duisburg-Ruhrort
Telefon: 02 03 / 80 88 90
www.binnenschifffahrtsmuseum.de

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