"BLÜCHERTURM" IN ESSEN

GESCHICHTSWERKSTATT UNTER DER TURMSPITZE

Die alten Gemäuer gewähren tiefe Einblicke.
Die alten Gemäuer gewähren tiefe Einblicke.
Ein düsterer Ort: Früher einmal war der alte "Blücherturm" in Essen-Rellinghausen Gefängnis, Folterkammer und Schauplatz von fast 40 Hexenprozessen. Erbaut wurde er im 16. Jahrhundert als Gerichtsturm, und seither hat das alte Gebäude viel erlebt. Nach seiner Renovierung wurde der "Blücherturm" zum Ort für Vorträge und Ausstellungen umfunktioniert - und in der Geschichtswerkstatt unter dem Dach sind Berichte und Dokumente aus alten Tagen gesammelt.

Heute ist hier wieder Platz für Ausstellungen und Vorträge.
Heute ist hier wieder Platz für Ausstellungen und Vorträge.
Seinen Namen hat der "Blücherturm" eher zufällig erhalten: Im vergangenen Jahrhundert lebte die Familie des Stadtpolizisten Robeck in dem Gebäude. Polizist Robeck hieß bei den Rellinghausenern nur "der alte Blücher", weil er dem gleichnamigen preußischen Feldmarschall so ähnlich sah. Das Stift adeliger Damen in Rellinghausen und sein Vogt Wilhelm von Eyll ließen den Turm 1567 errichten, um in ihm Gericht zu halten. In der frühen Neuzeit diente das Gebäude zugleich als Gefängnis. Später wurde die örtliche Feuerwehr hier untergebracht.

Rundum saniert dank ehrenamtlichen Engagements
Rundum saniert dank ehrenamtlichen Engagements
1996 aber, als der Essener Stadtteil Rellinghausen sein 1.000-jähriges Bestehen feierte, stand der traditionsreiche Gerichtsturm im Abseits: Er war marode und wurde allenfalls noch sporadisch für Veranstaltungen genutzt. Die Zeiten, in denen der zweigeschossige Turm die umliegenden Gebäude überragte, waren längst vorbei.
Kurze Zeit später erwarb die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald das nur 103 Quadratmeter große Grundstück, um den Turm zu renovieren und in einen Ort für Vorträge und Ausstellungen zu verwandeln. Die Ehrenamtlichen des 1910 gegründeten Bürgerschafts-Vereins entkernten das denkmalgeschützte Gebäude in Eigenregie, sorgten für Sachspenden und Einrichtung.

Seit der Wiedereröffnung im Oktober 1998 spielt der von Efeu umrankte Blücherturm erneut eine große Rolle in Rellinghausen. Er ist heute zentrale Anlaufstelle für Besuchergruppen und Schulklassen, die sich in der Bibliothek der Geschichtswerkstatt im Foto- und Kartenarchiv über die Vergangenheit des Turms und "seiner" Stadt informieren.


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Mit Unterstützung der NRW-Stiftung hat die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald e.V. den Turm restauriert.

"Blücherturm"
Am Stift 9
45134 Essen-Rellinghausen

Der Blücherturm ist jeden 1. Samstag im Monat von 15 – 18 Uhr und zu den aktuellen Ausstellungszeiten geöffnet. Termine für Besichtigungen können auch telefonisch vereinbart werden.

Information:
Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald e. V.
Frankenstr. 81
45134 Essen
Tel.: 02 01/44 25 22 (Alex Patten)
Web: www.buergerschaft-rellinghausen.de

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