HENRICHSHÜTTE IN HATTINGEN

DER STAHL UND DER MENSCH

Hüttenwerker bei der Arbeit. Hans Ahlborn fotografierte in den 1950er Jahren für die Werkszeitung "Ruhrstahl" in Hattingen.
Hüttenwerker bei der Arbeit. Hans Ahlborn fotografierte in den 1950er Jahren für die Werkszeitung "Ruhrstahl" in Hattingen.
150 Jahre lang sprühten Funken, wenn die Hochöfen der Henrichshütte das flüssige Eisen ausspuckten. Der Industriebetrieb war lange Zeit der größte Arbeitgeber in Hattingen: Auf dem riesigen Areal der Henrichshütte arbeiteten in den Spitzenzeiten 10.000 Menschen. Heute ruht die Anlage und beherbergt ein Industriemuseum – statt Metallern tummeln sich Besucher auf dem Gelände.

Im Jahr 1987 wurde der letzte Hochofen in Hattingen trotz großen Widerstands der Bevölkerung ausgeblasen. Er ist heute der älteste noch erhaltene Hochofen im Revier und zugleich das größte Ausstellungsstück im LWL-Industriemuseum in Hattingen. Ein gläserner Aufzug bringt die Besucher hinauf auf den 55 Meter hohen Riesen, von wo aus sie den atemberaubenden Blick auf Geschichte und Gegenwart der Region genießen können.

Horst Dieter Zinn fotografierte diese Szene 1987 in einem Laden in Hattingen-Welper.
Horst Dieter Zinn fotografierte diese Szene 1987 in einem Laden in Hattingen-Welper.
Drei Rundwanderwege erschließen heute das 50.000 Quadratmeter große Gelände. Beim Ablaufen erfahren die Museumsgäste allerhand Wissenswertes rund um Stahl und dessen Produktion. Aber nicht nur das Arbeitsmaterial, sondern auch die damaligen Arbeiter des Betriebes werden porträtiert. Anhand zahlreicher Fotografien und bewegter Bildaufnahmen erzählen Zeitzeugen vom Arbeiten und Leben mit dem Metall.

Die menschliche Seite der Geschichte der Stahlindustrie steht auch im Zentrum der Ausstellung "Meine Hütte hoch zwei", die das LWL-Industriemuseum mit Unterstützung der NRW-Stiftung vom 29. März bis zum 13. September 2009 zeigt. Für die Erstauflage der Ausstellung im Jahre 2008 wurde ein Aufruf an die Bevölkerung gerichtet, Bilder der Henrichshütte und des Lebens rund um die Stahlproduktion einzuschicken. Die Resonanz war überwältigend. Nun geht die Ausstellung in die zweite Runde.

Die Henrichshütte Hattingen mit dem ältesten Hochofen im Revier. Foto: Annette Hudemann, LWL-Industriemuseum
Die Henrichshütte Hattingen mit dem ältesten Hochofen im Revier. Foto: Annette Hudemann, LWL-Industriemuseum
Fotos, Objekte aus privater Hand der ehemaligen Hüttenwerker sowie Filmmaterial aus dem Konzernarchiv von Thyssen-Krupp lassen die Geschichte wieder aufleben. Immer im Blickpunkt steht dabei das Schicksal der Arbeiter. In einer "Schule des Sehens", die über das ganze Gelände führt, kann so auch die jüngere Generation die Henrichhütte aus einer neuen Perspektive kennen lernen.

Stand der Angaben: April 2009


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Im Jahr 2009 unterstützte die NRW-Stiftung maßgeblich die Ausstellung "Meine Hütte hoch zwei", die anhand von zahlreichen Fotografien und persönlichen Ausstellungsstücken die Industriegeschichte rund um die Henrichshütte wieder aufleben lässt.

Googlemap aufrufenÖffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Hinweis: Der Hochofenaufzug ist aus technischen Gründen voraussichtlich bis Ende 2017 außer Betrieb. Eine Begehung des Hochofens ist aber über die Treppe möglich.

Anschrift:
LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
www.lwl.org

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