NÖRDLICHE WACHSTUBE IM NAPOLEONISCHEN BRÜCKENKOPF IN JÜLICH

WACHSOLDATEN BEI KARTENSPIEL UND WEIN

Rund 500 Stunden investierten die ehrenamtlichen Helfer in die Arbeiten an der Nördlichen Wachstube im Brückenkopf Jülich.
Rund 500 Stunden investierten die ehrenamtlichen Helfer in die Arbeiten an der Nördlichen Wachstube im Brückenkopf Jülich.
Nun sitzen die Soldaten des "Corps de Juliers" wieder in ihrer nördlichen Wachstube, spielen Karten und trinken Wein, wie zu Napoleons Zeiten. Neuerdings kann dieser nördliche Teil des Brückenkopfes in Jülich wieder besichtigt werden. Dem Förderverein "Festung Zitadelle Jülich e.V." ist es mit Unterstützung weiterer historischer Jülicher Vereine gelungen, in rund 500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit die "Nördliche Wachstube mit anschließender Defensionsgalerie" begehbar zu machen. Die NRW-Stiftung und einige ansässige Unternehmen unterstützten das Projekt mit Geld- und Sachspenden.

Hans Meyer (l.), stellv. Vorsitzender des Fördervereins "Festung Zitadelle Jülich e.V.", hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Nördliche Wachstube wieder für Besucher geöffnet werden kann.
Hans Meyer (l.), stellv. Vorsitzender des Fördervereins "Festung Zitadelle Jülich e.V.", hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Nördliche Wachstube wieder für Besucher geöffnet werden kann.
Bereits zur Zeit der Gründung der Stadt Jülich durch die Römer befand sich hier ein Rur-Übergang, wahrscheinlich bereits mit einer Brücke. Die strategisch bedeutende Brücke an dieser Stelle über die Rur hat die 2000-jährige Geschichte der Stadt stets geprägt. Seit dem Beginn des 4. Jahrhunderts mussten die Befestigungen immer wieder den politischen und militärischen Gegebenheiten angepasst werden, denn Festungsbau war das ständige Reagieren auf die immer durchschlagsstärkeren Angriffswaffen. Jülich erhielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts eine neuzeitliche Befestigung mit vier pfeilförmig zugespitzten Bastionen und der mächtigen Zitadelle mit ebenfalls vier Bastionen im Stil der italienischen Hochrenaissance.

Die Wachstube und die Kammern in der Defensionsgalerie sind für Ausstellungen und Besucherführungen nutzbar.
Die Wachstube und die Kammern in der Defensionsgalerie sind für Ausstellungen und Besucherführungen nutzbar.
Der Jülicher Brückenkopf ist das bedeutendste napoleonische Festungsbauwerk im Rheinland. Der Brückenkopf gehört zum Kranz jener Festungsbauwerke, den napoleonische Truppen zur Verstärkung der Festungsstadt anlegten. Der Bau des Brückenkopfes erfolgte zwischen 1799 und 1810 in der traditionellen Form des Kronwerks. Dabei schlossen sie auch die Stadtbefestigung und die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert ein. In napoleonischer Zeit war die Nördliche Wachstube Unterkunft für einen Trupp Soldaten, der die Zugbrücke über den Festungsgraben sicherte.

Durch Bombardierung im Zweiten Weltkrieg, sachfremde Nutzung und fehlende bauliche Unterhaltung wurde die Substanz des Brückenkopfs jedoch stark geschädigt. Für die Landesgartenschau 1998 wurden Teile des Brückenkopfs bereits umfangreich saniert und für Besucher des Brückenkopfparks öffentlich zugänglich gemacht. Leider sind bei den Sanierungsmaßnahmen Fehler unterlaufen, die zu erheblichen Wasserschäden geführt haben. Deshalb mussten nach der Landesgartenschau große Bereiche des Festungsbauwerks für Besucher gesperrt werden.

Festungsbaukunst aus napoleonischer Zeit.
Festungsbaukunst aus napoleonischer Zeit.
Um die Wehrhaftigkeit des Napoleonischen Brückenkopfes erlebbar zu machen, nahm der Förderverein "Festung Zitadelle Jülich e.V." schließlich die nördliche Wachstube mit anschließender Defensionsgalerie "in Angriff". Zusammen mit weiteren Vereinen setzte er sich dafür ein, die Wachstube im Brückenkopf zu erschließen und für Ausstellungen und Besucherführungen nutzbar zu machen. Mit Hilfe der NRW-Stiftung konnten dazu u. a. notwendige Reparaturarbeiten realisiert und wichtige Ergänzungen vorgenommen werden.

Stand der Angaben: Februar 2009


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Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hat den Förderverein "Festung Zitadelle Jülich e.V." bei Sicherungs- und Präsentationsmaßnahmen an der nördlichen Wachstube und der sich anschließenden Defensionsgalerie im napoleonischen Brückenkopf unterstützt.

Googlemap aufrufenSie erreichen die nördliche Wachstube u. a. vom Haupteingang am Lindenrondell des Brückenkopf-Parks an der Rurauenstraße 11 in Jülich. Die Wachstube befindet sich in der Nordbastion des napoleonischen Brückenkopfes.

Kontakt:
Förderverein "Festung Zitadelle Jülich e.V."
Märkische Straße 5
52428 Jülich
Telefon: 0 24 61 / 5 07 93 (stellv. Vorsitzender Hans Meyer)

Brückenkopf-Park Jülich gGmbH
Rurauenstraße 11
52428 Jülich
Telefon: 0 24 61 / 9 79 50
www.brueckenkopf-park.de

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