HEINZELMÄNNCHEN-BRUNNEN IN KÖLN

STEINERNER DANK FÜR DIE FLEISSIGEN HELFER

 
 
Gemütlich auf der faulen Haut liegen, einen erfrischenden Schlaf genießen und wenn man aufsteht, ist die Arbeit getan. Wer träumt nicht manchmal davon? Die Kölner Handwerker hatten vor langer Zeit dieses Glück. Heinzelmännchen hießen die kleinen Helfer, die nachts in die Häuser kamen und eifrig schneiderten, zimmerten oder Brot backten. So erzählt es zumindest die beliebteste Stadtlegende. Schon vor über hundert Jahren setzten die Kölner den emsigen Zwergen ein Denkmal in der Innenstadt - den Heinzelmännchenbrunnen.



 
 




Den Heinzelmännchenbrunnen zieren Reliefs, die dem Betrachter das Märchen von den nächtlichen Arbeitern vor Augen führen. Männlein mit Zipfelmützen und Bärten sind zu sehen, wie sie in der Backstube Brot zubereiten oder in der Schneiderei ein Gewand fertigen. Daneben schlummern die Menschen und bemerken nichts von dem geschäftigen Treiben um sie herum. Über den Reliefszenen thront in lauernder Haltung eine Frauenfigur. Denn es war weibliche Neugier, die dem Zauber ein Ende bereitete: Die Schneidersfrau, so heißt es in der Legende, lauerte den Wichten eines Nachts auf. Sie ergriffen verschreckt die Flucht und kamen nie wieder.

 
 
Seitdem mussten die Kölner wieder selbst die Ärmel hochkrempeln. "Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn, man muss nun alles selber tun", schrieb August Kopitsch 1850 in seinem Gedicht über die Heinzelmännchen. Sie blieben den Bewohnern der Domstadt aber in so guter Erinnerung, dass der Kölner Verschönerungsverein 1899 beschloss, ihnen ein Denkmal zu setzen. Viele Bürger griffen dafür in die eigene Tasche und finanzierten mit Spenden den Bau des Brunnens. Das steinerne Dankeschön für die märchenhaften Helfer gestalteten die Steinmetze Edmund und Heinrich Reinard.

 
 
Pünktlich zu seinem 100-jährigen Bestehen wurde der Brunnen 1999 umfassend restauriert. Denn die Steinmetzarbeiten wiesen starke Beschädigungen auf. Der Skulptur der Schneidersfrau fehlte sogar der Kopf. Heute ist das Denkmal im neugotischen Stil wieder Anziehungspunkt für Touristen, ein beliebtes Fotomotiv und eine Bildgeschichte, von der sich so mancher Betrachter wünscht, dass sie einmal Wirklichkeit werde.


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen



Die Friedrich-Carl-Heimann-Gesellschaft initiierte die Restaurierung des Heinzelmännchenbrunnens. Private Spenden der Kölner Bevölkerung und Mittel der NRW-Stiftung finanzierten die Sanierung.

Googlemap aufrufenDer Heinzelmännchenbrunnen steht auf dem Roncalliplatz in der Kölner Innenstadt am Brauhaus Früh, Am Hof 12-14, 50667 Köln

Linie 5, 16, 17, 18, 19 bis Haltestelle Dom/Hauptbahnhof
Bus: Linie 132 bis Haltestelle: Dom

Web: www.koeln.de/tourismus/sehenswertes/heinzel.html
E-Mail: info@koelntourismus.de

Bookmark and Share