ALTES FACHWERKHAUS STOCKEBRAND

GUTE STUBE DER GEMEINDE

Das Alte Fachwerkhaus Stockebrand in Möhnesee
Das Alte Fachwerkhaus Stockebrand in Möhnesee
Das Schicksal des etwa 200 Jahre alten Hauses schien 1998 besiegelt: Baufälligkeit machte eine Schließung notwendig. Sogar der Abbruch drohte. Doch gemeinsam mit dem Kulturverein Möhnesee entschloss sich die Gemeinde, eine Renovierung auf die Beine zu stellen. Das "Alte Fachwerkhaus Stockebrand" im Ortsteil Körbecke ist heute beliebte Kultur- und Begegnungsstätte. Hier ist auch ein Zimmer eingerichtet, das an den lettischen Dichter und Maler Janis Jaunsudrabinš erinnert, der bis August 1962 in Körbecke am Südufer des Möhnesees lebte.

Werke von Janis Jaunsudrabinš
Werke von Janis Jaunsudrabinš
Mit dem Raum zu Ehren des Literaten erinnern die Mitglieder des Kulturvereins Möhnesee an den Schriftsteller, der in seinen impressionistischen autobiografischen Romanen, Dramen und Jugendbüchern auch die heimatliche Landschaft beschrieb. Ab 1948 lebte er im westfälischen Exil in einem Sommerhäuschen, zunächst sogar ohne Wasser und Strom. Bis zu seinem Tode am 28. August 1962 hat er am Möhnesee gewohnt – weil die Landschaft ihn an seine lettische Heimat erinnerte.

Das schmucke Gebäude, in dem das Jaunsudrabinš-Zimmer jetzt seinen Platz gefunden hat, nimmt im Gemeindeleben eine wichtige Rolle ein. Hier finden Ausstellungen, Lesungen und andere Veranstaltungen des Kulturvereins Möhnesee statt. Wer sich "traut", kann hier den Bund fürs Leben eingehen. Das Haus, seit 1976 im Besitz der Gemeinde, wurde in den Jahren 2000 und 2001 liebevoll restauriert. Der Fassade und den Innenräumen haben Restaurateuere zu neuem Glanz verholfen. Dabei setzten die Denkmalschützer auf jahrhundertealte Bautechniken und traditionelle Arbeitsmaterialien, um alles möglichst originalgetreu zu gestalten.

Alte Bausubstanz ist kennzeichnend für das Haus
Alte Bausubstanz ist kennzeichnend für das Haus
Das Dach bedecken Holzziegel mit Strohdocken, und der Giebel krümmt sich, sodass Vorbeigehende ihm sofort sein ehrwürdiges Alter ansehen können. Im Innenraum verlaufen Holzbalken an der Decke. Die Außenwände bestehen aus mehreren Schichten Lehm. Damit Besucher sich einen Einblick über die Mauertechnik verschaffen können, haben die Architekten im oberen Stockwerk ein Sichtfenster in die Wand eingebaut. Auf dem Flurfußboden im Erdgeschoss ist außerdem ein Teil des ursprünglichen Kieselbodens zu bewundern. Wie wichtig den Bewohnern der Sauerland-Gemeinde ihr Fachwerkdenkmal ist, zeigt die Namensfindung für das sanierte Prunkstück. Gemeinde und Kulturverein riefen die Bevölkerung auf, über Vorschläge mitzubestimmen. Das Echo war groß und der Name "Altes Fachwerkhaus Stockebrand" war schnell gefunden. Die Namensfindungs-Aktion trug wesentlich dazu bei, dass die Menschen in dem Ort das Haus schnell in ihr Herz schlossen.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die Sanierung des alten Fachwerkhauses Stockebrand gelang mit der finanziellen Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung.

Googlemap aufrufenAusstellungen im "Alten Fachwerkhaus Stockebrand"
Küerbicker Straße 3
59519 Möhnesee-Körbecke
(neben dem Haus des Gastes)
Telefon: 0 29 24 / 76 52 oder 17 13
www.kulturverein-moehnesee.de

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