EIFGENBACHTAL/BERGISCHES LAND

WIE GEHEIM SIND GEHEIMTIPPS?

Salamander wurden früher irrtümlich zu den Eidechsen gezählt, gehören jedoch zur Familie der Schwanzlurche.
Salamander wurden früher irrtümlich zu den Eidechsen gezählt, gehören jedoch zur Familie der Schwanzlurche.
15 km östlich von Leverkusen, also nur einen Katzensprung von der dicht besiedelten Rheinschiene entfernt, liegt das Eifgenbachtal. Abgesehen von wenigen Wassermühlen, die sich auf fast 20 Kilometer Fließstrecke verteilten, blieb die Talaue praktisch frei von menschlichen Siedlungen – die Ruinen einer mittelalterlichen Fliehburg nicht mitgerechnet. Vielleicht verläuft deshalb auch ein Stück des rechtsrheinischen Jakobsweges durch das Eifgenbachtal.

Die Pilger, die sich von Wuppertal, Remscheid und Wermelskirchen aus in Richtung Santiago de Compostela aufmachten, hätten ja auch entlang der Höhenrücken wandern können. Auf dem Weg zu ihrem nächsten Etappenziel, dem Zisterzienserkloster Altenberg, wählten sie lieber den ruhigen Talweg. Der von Erlen gesäumte Bach windet sich in vielen Schleifen durch die binsenreichen Feuchtwiesen. Schmetterlinge und Libellen schaukeln über den Hochstaudenfluren und das Gezwitscher von Buchfink, Mönchsgrasmücke und Zaunkönig erfüllt die Luft. Wer nicht träumt, sondern das Bachufer aufmerksam beobachtet, wird Wasseramsel und Gebirgsstelze entdecken, vielleicht sogar den Eisvogel, der hier regelmäßig brütet. Auwälder, die sonst meist bis auf eine schmale Baumgalerie zurückgedrängt wurden, sind in einigen Abschnitten noch flächig erhalten, selbst am Unterlauf, kurz vor der Mündung in die Dhünn.

Das Eifgenbachtal: Hier ist man von dem Gezwitscher von Buchfink, Mönchsgrasmücke und Zaunkönig umgeben.
Das Eifgenbachtal: Hier ist man von dem Gezwitscher von Buchfink, Mönchsgrasmücke und Zaunkönig umgeben.
Die NRW-Stiftung zögerte deshalb nicht, als 1987 mehrere Verbände unter Federführung des Bergischen Naturschutzvereins den Antrag stellten, besonders schutzwürdige Flächen zu kaufen. Das Kleinod, genauer gesagt, seine Ursprünge waren bedroht: Im Quellgebiet des Eifgenbaches bei Wermelskirchen mehrten sich illegale Ablagerungen, Fischteichanlagen und Fichtenaufforstungen. Bei den unübersichtlichen Besitzverhältnissen, die dort herrschten, hatten weder die Behörden noch wohlmeinende Landschaftsschützer die Umweltsünden verhindern können. Die empfindlichen Ursprungsmulden wollte man aber nicht "den Bach runter" gehen lassen. Als Lebensraum von Ringelnatter, Feuersalamander und Gestreifter Quelljungfer, einer gefährdeten Libelle, brauchten sie nicht nur Schutz, sondern gezielte Regeneration. Standortfremde Gehölze mussten entfernt, Stauhaltungen an den Oberläufen beseitigt und Schutt und Hausmüll abgefahren werden.

Der Eifgenbach plätschert ruhig durch das Tal und bietet vielen Tieren einen Lebensraum.
Der Eifgenbach plätschert ruhig durch das Tal und bietet vielen Tieren einen Lebensraum.
Auch andere Institutionen setzten sich für Verbesserungen ein. So ließ der Wupperverband mit Unterstützung durch Land, Kommunen, Naturschutzverbände und lokale Schulen einen alten Staudamm und mehrere Fischzuchtteiche rückbauen. Beide Anlagen hatten die Durchgängigkeit des Eifgenbaches massiv behindert. Seither können Wanderfische wie Lachs und Meerforelle wieder vom Rhein über Wupper und Dhünn bis in den Eifgenbach aufsteigen. Wegen der reichen ökologischen Ausstattung wurden vor einigen Jahren große Teile des Tales als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Wer den Zauber des Eifgenbaches ganz in Ruhe genießen möchte, sollte werktags hierher kommen. Dann geht es besonders beschaulich zu. Die Wanderwege, die mal dicht am plätschernden Wasser, mal am Rand der Talaue verlaufen, bescheren Blicke und Stimmungen, die den Alltag völlig vergessen lassen. Am Wochenende teilt man sich die Idylle mit manchem Wanderer, Jogger und Mountainbiker aus dem Kölner Einzugsgebiet. Unter den Geheimtipps der Region ist das Eifgenbachtal eben ein "offenes Geheimnis".

Stand der Angaben: 2007


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Auf Antrag des Bergischen Naturschutzvereins kaufte die NRW-Stiftung mehrere schutzwürdige Grundstücke an den Ufern des Eifgenbachtals. Weite Strecken des Tals sind wegen ihrer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt seit einigen Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Tal ist durch reizvolle Wanderwege sehr gut erschlossen.

Googlemap aufrufenWanderer starten zu einer Tour entlang des Eifgenbachtals am besten von einem der ausgewiesenen Parkplätze in der Nähe des Altenberger Doms bei Wermelskirchen oder am Parkplatz nahe der Gaststätte Kaffeepott. Eine Wanderung lässt sich gut mit einer Tour entlang des ebenfalls reizvollen Flüsschen Dhünn verbinden.

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