WULSENBERG BEI MARSBERG
STEINCHEN, DIE PLÖTZLICH WEGSPRINGEN

Geologische Vielfalt und abwechslungsreichen Vegetation: Das Naturschutzgebiet Wulsenberg hat viele Facetten. 
Mit über 40 Arten von Tagfaltern, Widderchen und Dickkopffaltern hat das Naturschutzgebiet eine der artenreichsten Schmetterlingsfaunen der Umgebung. Davon kann man sich am Wulsenberg bei Marsberg im Sauerland überzeugen, wo in den ausgedehnten Magerrasen gleich zwei Arten von ihnen vorkommen, die Langfühler- und die Zweipunkt-Dornschrecke.

Die Klimagunst im Windschatten des Rothaargebirges und der geologische Aufbau sind nur zwei Gründe für den Reichtum von Flora und Fauna.Bei Naturfreunden ist der Wulsenberg aber auch wegen seiner außerordentlich artenreichen Schmetterlingsfauna ein fester Begriff. Nachweise von über 40 Arten von Tagfaltern, Widderchen und Dickkopffaltern machen das Naturschutzgebiet zu einem der interessantesten im ganzen Hochsauerlandkreis.
Und was ist die Ursache der Fülle? Die Klimagunst im Windschatten des Rothaargebirges und der erwähnte geologische Aufbau sind nur zwei Gründe für den Reichtum von Flora und Fauna. Die wohl wichtigste Bedingung ist die über Jahrhunderte ausgeübte Hütehaltung mit Ziegen und Schafen. Sie öffnete die Landschaft und schuf ein vielfältiges Lebensraum-Mosaik. Der vierte Faktor lautet etwas sperrig "Biotopmanagementplan" und ist der jüngste Trumpf. Er wurde 1990 von den Mitarbeitern des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis ausgespielt. In Verbindung mit dem regionalen Schutzkonzept hat dieser Pflegeplan entscheidend dazu beigetragen, dass jede Teilfläche des Gebiets genau die Nutzung oder Entwicklungsfreiheit bekommt, die für ihre optimale Entfaltung richtig ist.
Bevor der Verein mit seiner weitsichtigen Planung Erfolg hatte, gab es allerdings zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden. Für Kummer sorgten aufgegebene oder stark nachlassende Nutzung, Versuche von Privateigentümern, Teilflächen aufzuforsten, aber auch illegale Ablagerungen oder Düngereinfluss aus der Nachbarschaft. Mühsame Absprachen mit vielen unterschiedlichen Besitzern und Pächtern waren anfangs nötig. Hätten die Naturschützer der Entwicklung tatenlos zugesehen, wäre der Wulsenberg heute vermutlich von Brachegebüschen und Fichtenplantagen zugewachsen. Erst seit die wichtigsten Grundstücke mit Hilfe der NRW-Stiftung aufgekauft werden konnten, ließ sich eine naturschonende Pflege großflächig umsetzen.





