GLASFENSTER VON THORN-PRIKKER IN DER EMPFANGSHALLE DES HAGENER BAHNHOFS

Der Hagener Hauptbahnhof ist nach umfassender Restaurierung wieder eine Visitenkarte für die Stadt.
Der Hagener Hauptbahnhof ist nach umfassender Restaurierung wieder eine Visitenkarte für die Stadt.
Der Blick nach oben lohnt sich wieder für Besucher und Reisende im Hagener Hauptbahnhof. Direkt über dem Eingangsbereich der frisch restaurierten Empfangshalle hat der niederländische Künstler Johan Thorn-Prikker (1868–1932) seine Spuren hinterlassen. "Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe" lautet der Titel seines monumentalen und farbenprächtigen, 1911 installierten Glasfensters mitten im Hauptbahnhof. Neun Personen sind darauf zu sehen, darunter ein Künstler, ein Schmied, eine Skiläuferin und eine Textilgestalterin. Sie symbolisieren mit ihren typischen Utensilien das, was für Hagen und die Region bedeutsam war und ist: die Metall- und Textilindustrie, den Tourismus im Sauerland und natürlich die Kunst.

Eva Pieper-Frick (r.) und Sabine Teubner-Treese kennen Hagen bestens.
Eva Pieper-Frick (r.) und Sabine Teubner-Treese kennen Hagen bestens.
Es war die Idee des Hagener Kunstmäzens Karl Ernst Osthaus (1874–1921), die Kunst in den öffentlichen Raum und in den Alltag der Menschen bringen. Das Bahnhofsfenster ist – neben anderen Kunstwerken in der Stadt – ein wertvolles Zeugnis seines Wirkens. Thorn-Prikkers erstes Projekt in Hagen markiert zudem den Beginn seiner internationalen künstlerischen Tätigkeit und die von Karl Ernst Osthaus ausgelöste Zeitströmung des "Hagener Impuls".

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Fenster ausgelagert. Nach der Reparatur des Daches wurde in dem sonst nur wenig beschädigten Bahnhofsgebäude eine flache Zwischendecke eingezogen und später eine zweite. Diese versperrte den Blick auf das Glasfenster, das zunehmend verschmutzte und rissig wurde. "Der Bahnhof musste bei Führungen zum ,Hagener Impuls‘ ausgeklammert werden", erzählt Eva Pieper-Rapp-Frick vom 1927 als Kunstverein gegründeten Karl Ernst Osthaus-Bund. Dieser Zustand ist nach einer aufwendigen Restaurierung Ende 2005 bis Mitte 2006 vorbei: "Der Bahnhof ist wieder eine Visitenkarte für die Stadt", freut sich Sabine Teubner-Treese, von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt. Glasfenster und rekonstruiertes Tonnengewölbe wirken jetzt wie ein schmuckes Gesamtkunstwerk. Johan Thorn-Prikker und Karl Ernst Osthaus wären wieder stolz darauf.


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Auf Anregung des Karl Ernst Osthaus-Bundes unterstützte die NRW-Stiftung die Restaurierung des monumentalen Glasfensters von Johan Thorn-Prikker im Hagener Hauptbahnhof.
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