MÜHLENBAUHOF IN PETERSHAGEN-FRILLE

HAUPTSTADT DER MÜHLENKULTUR

An den vom Verein selbst angefertigten Funktionsmodellen wird die Arbeitsweise und der Aufbau der Mühlen veranschaulicht.
An den vom Verein selbst angefertigten Funktionsmodellen wird die Arbeitsweise und der Aufbau der Mühlen veranschaulicht.
Mühlen haftet stets ein Gefühl der Nostalgie an. Sie sind ein Relikt vergangener Tage, in denen den Menschen ausschließlich Wind, Wasser oder die eigene Körperkraft bei der Verarbeitung des Getreides zu Diensten standen. Ein Stück Alltags- und Technikgeschichte, das nirgendwo so lebendig wird wie in Petershagen. Dank des "Mühlenvereins im Kreis Minden-Lübbecke e.V." ist die Gemeinde zum Zentrum des Mühlenwesens geworden.

Kreisweit betreut der Verein in Zusammenarbeit mit Mühlengruppen vor Ort alle 43 restaurierten Windmühlen, in Petershagen-Frille wurde auf einem alten Bauernhof der Mühlenbauhof eingerichtet, der neben einer Werkstatt, einem Tagungszentrum und einem im Bau befindlichen Museum auch die Geschäftsstelle der "Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.", der Dachverband der deutschen Mühlenvereine, beherbergt. Die um 1860 erbaute Holländermühle im benachbarten Ortsteil Großenheerse wird als Schulungsobjekt für Müllerkurse genutzt, das Dachgeschoss des nebenliegenden Müllerhauses wurde als Übernachtungsmöglichkeit für die Kursteilnehmer ausgebaut. Ein Café bietet Mühlenfreunden wie einfachen Spaziergängern hier eine gemütliche Möglichkeit zur Rast.

Die multimediale Ausstellung bietet Mühlentechnik zum Anfassen.
Die multimediale Ausstellung bietet Mühlentechnik zum Anfassen.
Ende der 80er Jahre stellte der Kreis Minden-Lübbecke den idyllischen Bauernhof in Frille dem Mühlenverein zur Verfügung. Der restaurierte das Anwesen aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und baute es zum Mühlenbauhof um. In dem weht die Mühlenfreunde nicht nur der Hauch der Vergangenheit an, hier wird aktiv an der Zukunft der Mühlenkultur gearbeitet. In der gut ausgestatteten Werkstatt des Mühlenbauhofs werden nicht nur die Mühlen im Kreis restauriert und bei Bedarf ganze Mühlenflügel hergestellt. Aus ganz Deutschland erreichen die Werkstatt des Mühlenbauhofes mittlerweile Anfragen zu bestimmten Reparaturen.

In einem ehemals als Wohnhaus genutzten Gebäude der Hofanlage  hat der Mühlenverein ein Mühleninformationszentrum und -museum eingerichtet.
In einem ehemals als Wohnhaus genutzten Gebäude der Hofanlage hat der Mühlenverein ein Mühleninformationszentrum und -museum eingerichtet.
Um die westfälische Mühlenkultur auch über den Kreis der Mühlenfreunde hinaus zu vermitteln, hat der Mühlenverein in einem ehemals als Wohnhaus genutzten Gebäude der Hofanlage ein Mühleninformationszentrum und -museum eingerichtet. Die multimediale Ausstellung bietet Mühlentechnik zum Anfassen und illustriert die Geschichte und Vielfalt der Mühlen. In einer Heimatstube wird Lebensweise der Müller um die Jahrhundertwende im 19. Jahrhundert dargestellt. Durch sie wird deutlich, welche Bedeutung die Mühlen zu allen Zeiten für das Überleben, aber auch für den Wohlstand der Menschen hatten. Kernstück des Museums sind die vom Verein selbst angefertigten Funktionsmodelle, an denen die Arbeitsweise und der Aufbau der Mühlen veranschaulicht werden.

Auch die Lebensweise der Müller um die Jahrhundertwende im 19. Jahrhundert ist Thema der Ausstellung.
Auch die Lebensweise der Müller um die Jahrhundertwende im 19. Jahrhundert ist Thema der Ausstellung.
Mit seiner hohen Dichte an verschiedenartigen, aufwändig restaurierten Mühlen bot sich Westfalen ohnehin als Zentrum an. Das idyllische, abgeschiedene Anwesen mit dem historischen Mühlenhaus wurde in den 1990er Jahren vom Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e.V. detailgetreu wieder hergestellt. Trotz hoher Eigenleistung durch viel Engagement der ehrenamtlichen Helfer konnten die immensen Summen für Ankauf und Restaurierung jedoch nicht aufgebracht werden. Vor allem die Restaurierung des Müllerhauses, an die hohe Auflagen im Sinne des Denkmalschutzes geknüpft waren, unterstützte die NRW-Stiftung. Auch 2005 war die NRW-Stiftung wieder dabei, als es um die Einrichtung eines Infocenters im Schulungszentrum für Hobby-Müller ging.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat die Restaurierung des Müllerhauses an der Großenheerser Mühle, den Umbau zu einem Aufenthalts- und Schulungsraum sowie den Ausbau des Dachgeschosses für Übernachtungsmöglichkeiten unterstützt. Der Herstellung der Modelle für das in der Einrichtung befindliche Mühleninformationszentrum am Mühlenbauhof Petershagen-Frille wurde ebenfalls mit Mitteln der NRW-Stiftung realisiert.

Googlemap aufrufenMühlen-Infozentrum
Schwarzer Weg 2
32469 Petershagen-Frille
Telefon: 0 57 02 / 26 94
www.muehlenverein-minden-luebbecke.de

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