HEIMATMUSEUM UND CASPAR RITTER VON ZUMBUSCH-MUSEUM

BEWEGTE GESCHICHTEN VON KLÖSTERN, KÜNSTLERN UND WASCHMASCHINEN

Der Name Heimatstube ist für das kleine Museum im ehemaligen Kloster Herzebrock eigentlich irreführend. Denn Heimatstube, das hört sich nach gediegener Gemütlichkeit und Ruhe an. Zwar sind die Ausstellungsräume gemütlich, aber in der Heimatstube Herzebrock trifft der Besucher auf einen unerwarteten Reichtum an bewegter Geschichte, der weit über die Heimat im Nordosten Westfalens hinausgeht.

Religion, Kunst und Industrie sind hier vereint, denn Herzebrock ist sowohl der Geburtsort des ersten Klosters im Bistum Osnabrück und des bedeutendsten Monumentalplastikers der österreichischen Gründungszeit, als auch der Waschmaschine. Untergebracht ist die Heimatstube im ehemaligen Abtei- und Konventsgebäude des Klosters, das 860 als Kanonissenstift für unverheiratete Damen des westfälischen Adels gegründet wurde. Die mittelalterlichen Gebäude stehen schon lange nicht mehr, da immer wieder an-, um- und neu gebaut wurde und zudem Plünderungen und Zerstörungen im 30-jährigen Krieg fast an der Tagesordnung waren.

Da das Kloster 1803 im Rahmen der Säkularisation durch die Blücherschen Husaren aus Münster gewaltsam aufgelöst wurde, sind allerdings auch die Bauten aus dem 18. Jahrhundert nur noch vereinzelt erhalten. Ein bitteres Ende für ein Kloster, das zu Beginn des 15. Jahrhunderts sogar zum beliebten Wallfahrtsort wurde. In Scharen kamen die Gläubigen, um die Schädeldecke der heiligen Christina, einer italienischen Märtyrerin, anzubeten, die Bischof Egilmar von Osnabrück um 900 aus Rom mitgebracht hatte. Noch heute steht die Reliquie auf dem Christinenaltar in der Pfarrkirche St. Christina in Herzebrock.

Auf Schautafeln und mit Exponaten ist die bewegte Geschichte des Klosters in der Heimatstube dargestellt. Ebenso wie die Zeit nach 1803, in die die Geburt des Bildhauers Caspar Ritter von Zumbusch fällt, der insbesondere in Wien gewirkt hat. Zumbuschs bekanntestes Werk ist das Standbild von Kaiser Wilhelm I. für das weithin sichtbare Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica. Das historische Handwerk und den Wandel von der Landwirtschaft zur Industrie illustriert ein weiterer Bereich des Museums. Eine Zeit, die in Herzebrock insbesondere mit einem Namen verknüpft ist: Carl Miele, der hier 1899 die Firma Miele gründete und die erste Waschmaschine produzierte.

Einen besonderen Teil, der 1987 mit Unterstützung der NRW-Stiftung hinzukam, stellt die Ostdeutsche Heimatstube dar. Nicht, dass sich die Herzebrocker als Ostdeutsche wähnten. Aber in dem Ort fanden so viele Vertriebene der Weltkriege eine neue Heimat, dass sie und ihre Vergangenheit zu einem bedeutenden Teil der ostwestfälischen Heimat geworden sind.


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Der Eintritt ist generell frei.

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Die Darstellung der Klostergeschichte mittels Schautafeln und reproduzierten Originaldokumenten und die Einrichtung der Ostdeutschen Heimatstube in der Heimatstube Herzebrock wurde mit Mitteln der NRW-Stiftung realisiert.

Googlemap aufrufenHeimatmuseum und Caspar Ritter von Zumbusch-Museum
Klosterstraße 7
33442 Herzebrock-Clarholz
und
Clarholzerstraße 45
33442 Herzebrock-Clarholz
Telefon: 0 52 45 / 23 01
www.heimatverein-herzebrock.de

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