HAUS KUMP IN HALLENBERG

EIN HAUS MIT HÖHEN UND TIEFEN

Sauerländische Idylle: Eine Postkarte von 1910 zeigt den Kump mit der Heribertkirche.
Sauerländische Idylle: Eine Postkarte von 1910 zeigt den Kump mit der Heribertkirche.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Kump unbestreitbar der gesellschaftliche Fixpunkt Hallenbergs – jedenfalls für die Männer. Kaum ein alt eingesessener Bewohner des Städtchens im äußersten Süden des Hochsauerlandkreises, der sich nicht an feuchtfröhliche Abende in dem rund 230 Jahre alten Fachwerkhaus mit dem eigentümlichen Namen erinnert. Die langen Kneipenabende sind längst Geschichte. Aber seit Stadt, Förderverein und Bürger das in den 90er Jahren verfallene Haus 2006 mit viel Eigenarbeit grundlegend renoviert haben, ist es wieder der repräsentative Mittelpunkt der Stadt.

Feuchtfröhlich ging es in der Gaststätte im Haus Kump jahrzehntelang zu.
Feuchtfröhlich ging es in der Gaststätte im Haus Kump jahrzehntelang zu.
Die wechselvolle Geschichte des Kump hatte dem Haus mit den Jahren ordentlich zugesetzt. Das Stadtbild prägende Haus am Marktplatz, das erstmals 1780 erwähnt wird, lief Gefahr, vom Schmuckstück zum Schandfleck zu werden. Residierten zum Ende des 18. Jahrhunderts noch der angesehene Ratsherr Adam Schwartz sen. nebst dem Tuchmacher Adam Schwartz jun. für knapp 70 Jahre im Kump, so wurde es zunächst zur gut besuchten Gaststätte, dann zum Parteilokal der NSDAP und zwischenzeitlich sogar zum Bordell. Eine Karriere, die verständlich macht, weshalb von den ornamentalen Wandmalereien der Innenräume, die der bekannte Oberschledorner Kirchenmaler Hermann Bergenthal angefertigt haben soll, nur noch Reste erhalten sind.

Als das seit Jahren leer stehende Haus, in dem zuletzt mehrere Restaurantbetreiber ihr Glück versucht hatten, 2002 regelrecht verramscht wurde, nutzte die Stadt Hallenberg die Gelegenheit und kaufte den Kump. Ohnehin war im Entwicklungskonzept für die Region die Einrichtung eines regionalen Informationszentrums in Hallenberg vorgesehen – der Kump war mit seinen 350 Quadratmetern wie geschaffen dafür.

Der große Saal in Haus Kump schließt eine Lücke im Raumkonzept der Stadt Hallenberg.
Der große Saal in Haus Kump schließt eine Lücke im Raumkonzept der Stadt Hallenberg.
2005 machten sich ein Dutzend ehrenamtliche Helfer an die Arbeit. Ein Jahr und ganze 17 Container Müll später erstrahlt der Kump wieder in neuem Glanz. Die klassisch graue Fassade mit dem steingefassten Portal und dem Erkertürmchen, die man beim ersten Umbau 1908 hinzugefügt hatte, wurden wiederhergestellt. Von außen bildet der Kump nun wieder das klassische Hallenberger Altstadtensemble mit Rathaus, Heribertkirche und Petrusbrunnen, wie es auf zahlreichen alten Postkarten und Fotos sowie einer Briefmarke zu bewundern ist.

Noch mehr hat sich im Inneren getan: Im ehemaligen Gastraum befindet sich jetzt das Informationszentrum, das als Anlaufstelle für die Besucher der Region dient. Geschichte, Kultur und Brauchtum der Stadt Hallenberg und der Umgebung sind hier anschaulich dargestellt. Das Obergeschoss beherbergt neben weiteren Teilen des Infozentrums einen kleinen und einen großen Veranstaltungsraum, die für Kulturveranstaltungen, Feiern, Vereinsversammlungen etc. genutzt werden. Wichtig für die Bürger ist vor allem, dass Haus Kump wieder lebt und die Geschichte dieses für Hallenberg bedeutenden Gebäudes noch um einige Kapitel reicher werden wird.


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Die Sanierung des Haus Kump und der für die Einrichtung eines regionalen Infozentrums nötige Innenausbau wurden mit Unterstützung der NRW-Stiftung realisiert.

Haus Kump
Petrusstraße 2
59969 Hallenberg

Das Informationszentrum ist montags bis freitags von 9-16 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen unter www.kump-hallenberg.de

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