RAFFELBERGPARK IN SPELDORF

NATUR UND KULTUR AN DER RUHR

Idylle am Raffelberg: Die malerische Parklandschaft am Mülheimer Stadtrand ist dank umfangreicher Instandsetzung wieder  ein beliebter Treffpunkt.
Idylle am Raffelberg: Die malerische Parklandschaft am Mülheimer Stadtrand ist dank umfangreicher Instandsetzung wieder ein beliebter Treffpunkt.
Mitten im Ruhrgebietstrubel, an der Stadtgrenze zu Duisburg, nahe der Autobahn und direkt an der Ruhr stößt man in Mülheim unverhofft auf ein Naturparadies: Den Raffelbergpark mit seinen ebenso alten wie seltenen Bäumen. Eine Vielzahl von Vögeln und Alleen sowie ein Teich lässt jede Hektik vergessen. Hinter den Ästen der Bäume tauchen ein Gebäude oder eine kleine Brücke auf, weite Rasenflächen laden zum Verweilen ein. Der Raffelbergpark ist eine Kulturlandschaft, die seit knapp 100 Jahren den Menschen zur Erholung dient.

Die Entdeckung unterirdischer, salz- und mineralienhaltiger Wasserläufe bei der Abteufung des Schachtes der Oberhausener Zeche Alstaden im Jahr 1855 schuf die Grundlage für den Bau des Solbades am Raffelberg. Mit einer 2,5 Kilometer langen Leitung wurde das Wasser – Relikt eines urzeitlichen Meeres – nach Mülheim gepumpt. In dem Solbad auf dem ehemaligen Gut Raffelberg diente es ab 1909 zur Heilung und zum Vergnügen der Bürger. Rund um die Kurgebäude legte Baron von Engelhardt, Gartenarchitekt der Stadt Düsseldorf, eine malerische Parkanlage an, die durch ihre symmetrische Gestaltung im östlichen Teil in Verbindung mit der englisch anmutenden Parklandschaft im westlichen Teil besticht. Ein vorhandenes Wasserloch wurde zu einem langgestreckten Teich umgestaltet, zu dem eine breite Steintreppe führt.

Das ehemalige Solbad beherbergt heute das renommierte Theater an der Ruhr.
Das ehemalige Solbad beherbergt heute das renommierte Theater an der Ruhr.
Nachdem 1911 der Einweihung des Kursaals mit 800 Plätzen wurde das Kurgelände zu einem Anziehungspunkt für die ganze Region. Veranstaltungen im großen Saal, die sonntäglichen Kurkonzerte in dem kleinen Musikpavillon und mehrere Restaurationsbetriebe sorgten über Jahrzehnte für einen großen Besucherandrang – schnell wurde der Park eines der beliebtesten Ausflugsziele des Ruhrgebiets.

Mit dem Aus für die Zeche Alstaden 1973 wurde auch das langsame Aus für das Solbad eingeleitet. Die Umstellung der natürlichen Sole auf künstliche fand bei den Badegästen keinen Anklang. 1979 kommt ein erneuter Aufschwung, da per Tankwagen aus der Oberhausener Zeche Concordia wieder Natursole angeliefert wird. Nichtsdestotrotz ist der Niedergang nicht aufzuhalten – 1992 ist das endgültige Aus nicht mehr abzuwenden.

Zuvor hatte sich die Bürgerinitiative "Verein zur Erhaltung des Parks am Solbad Raffelberg e.V." gegen einen Umbau der Kurgebäude in ein modernes Erlebnisbad, dem zahlreiche Bäume hätten weichen müssen, vehement gewehrt. Mit Erfolg: Die Pläne für das Erlebnisbad verschwanden in der Schublade und eine Erhaltung des Parks kam auf die Agenda. 1996 wurde das Kurhaus umgebaut, um dem renommierten Theater an der Ruhr, das schon seit 1981 vereinzelt dort gespielt hatte, ein dauerhaftes Zuhause zu bieten. 1998 schließlich erfolgte eine aufwändige Restaurierung der Parkanlage und des Teichs und der Raffelbergpark wurde wieder zur attraktiven Erholungseinrichtung.


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Die NRW-Stiftung beteiligte sich an der Instandsetzung des Parks durch den "Verein zur Erhaltung des Parks am Solbad Raffelberg e.V.". Mit ihrer Unterstützung konnte die Treppenanlage am Nordeingang originalgetreu wiederhergestellt werden.

Eingang am Theater an der Ruhr, dem ehemaligen Solbad:
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr

Ansprechpartner bei Fragen zur Anlage:
Helmut Sons, Mühlheimer Grün und Wald
Lahnstr. 35
45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 4556711

Öffnungszeiten:
Der Park ist den ganzen Tag frei zugänglich.

Weitere Informationen unter
www.muelheim-ruhr.de

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