DIE MÄRKISCHE MUSEUMSEISENBAHN

DIE GROSSE ZEIT DER KLEINEN BAHNEN

Mit Volldampf fährt die Lok "Biberlies" ihre Fahrgäste durch das idylische Elsetal vom Bahnhof Hüinghausen zum köbbinghauser Hammer.
Mit Volldampf fährt die Lok "Biberlies" ihre Fahrgäste durch das idylische Elsetal vom Bahnhof Hüinghausen zum köbbinghauser Hammer.
Dass sie eigentlich schon vor mehr als 40 Jahren aufs Abstellgleis sollte, merkt man der Dampflok "Bieberlies" nicht an: Immer noch steht sie tüchtig unter Dampf und hat an Zugkraft nichts verloren. Die dreiachsige Dampflok aus dem Jahre 1923 ist der Star der Sauerländer Kleinbahn, die die Erinnerung an eine längst vergangene Epoche der Verkehrsgeschichte lebendig hält.


"Einst gab es im Sauerland viele Schmalspurbahnen mit einem Meter Spurbreite", weiß Dietmar Kunen vom Vorstand des Vereins Märkische Museums- Eisenbahn (MME). Mit ihnen fand die dortige Industrie Anschluss an die weiter entfernten Staatsbahnen; dank der schmalen Spur fuhren die Züge problemlos durch enge Täler und in Fabrikhöfe. Doch nach und nach übernahmen Lkws diese Arbeit, die Strecken wurden stillgelegt.

Retten, was zu retten ist

Unzählige Passagiere haben bereits die Fahrt auf den Holzbänken der Kleinbahn genossen.
Unzählige Passagiere haben bereits die Fahrt auf den Holzbänken der Kleinbahn genossen.
Das Aus für die letzte Kleinbahn kam 1982 – und zugleich fiel der Startschuss für die Gründung des MME. Die Eisenbahnfreunde wollten die noch existierenden Fahrzeuge vor ihrem sicheren "Tod" auf dem Schrottplatz bewahren und holten Lok und Waggons aus allen Ecken Deutschlands und sogar aus dem Ausland; ganzer Stolz des Vereins ist heute ein kompletter Güterzug der ehemaligen Kreis Altenaer Eisenbahn. "Von Beginn an war unser Plan, die Fahrzeuge betriebsfähig aufzuarbeiten und sie auf einer Museumsbahnstrecke vorzuführen", erinnert sich Dietmar Kunen. "Wir wollten ein lebendiges Museum, in dem sich buchstäblich was bewegt." Aber dafür mussten nicht nur die Fahrzeuge instand gesetzt werden, es galt auch eine Strecke zu finden, denn inzwischen waren alle meterspurigen Strecken abgebaut. Die Vereinsmitglieder hatten Glück und konnten zwischen Plettenberg und Herscheid ein 2,5 Kilometer langes Teilstück einer 1969 stillgelegten Bundesbahnlinie erwerben. Sie legten neue Schienen in Meterspur, und seit 1987 dampft und dieselt es ab Bahnhof Hüinghausen über die malerische Strecke im Elsetal. Am Bahnhof gibt es außerdem ein Museumscafé mit Biergarten, einen Infoshop, den Lokschuppen und die dreigleisige Wagenhalle, die 1999 dank Unterstützung durch die NRWStiftung entstand.

Unzählige Passagiere hat die Sauerländer Kleinbahn auf ihren Holzbänken schon mitgenommen auf eine Reise in die große Zeit der kleinen Bahnen. Und die Fahrt soll noch weitergehen: Mit 2,5 Kilometern sei die Museumsbahn doch ein wenig kurz, findet Dietmar Kunen. Deshalb möchten seine Mitstreiter und er die Strecke nun gerne in Richtung Herscheid verlängern.


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Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützte den Verein Märkische Museumseisenbahn e. V. beim Bau einer Wagenhalle für die historischen Fahrzeuge des Vereins.

Googlemap aufrufenSauerländer Kleinbahn - Märkische
Museums-Eisenbahn
Bahnhof Hüinghausen
Elsetalstraße 46
58849 Herscheid-Hüinghausen
Telefon: 07 00 / 5 53 46 22 46 und 0 23 57 / 46 37
www.sauerlaender-kleinbahn.de

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