BOOS HUS NIEDERNDORF

LEBENDIGE DORFKULTUR IM FACHWERKHAUS

Mitten in Niederndorf ragt die einmalige Fachwerkfassade des Boos Hus auf.
Mitten in Niederndorf ragt die einmalige Fachwerkfassade des Boos Hus auf.
Das Leben war oft nicht leicht in Niederndorf. Der kargen Mittelgebirgslandschaft zwischen Rothaargebirge und Westerwald rangen die Menschen über Jahrhunderte in mühevoller Arbeit Bodenschätze ab und waren nicht selten trotzdem bettelarm. Die schwarzen Holzbalken des Boos Hus wüssten viel zu erzählen von dieser Zeit. Seit dem 17. Jahrhundert thront das mächtige Fachwerkhaus in der Ortsmitte. Lange Zeit stand das denkmalgeschützte Gebäude fast unbeachtet an seinem Platz. Erst die Initiative des "Vereins zur Erhaltung des Dorfbildes von Niederndorf" hat dafür gesorgt, dass erneut Leben im Boos Hus einkehrt und die Ortsmitte wieder zum Ortsmittelpunkt wird.

Mittlerweile befinden sich in dem dreistöckigen Bau eine Gaststätte mit rustikalem Flair, eine historische Backstube und Versammlungsräume für den Verein, die für Vorträge und andere Veranstaltungen genutzt werden. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg, der mit vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit gepflastert war. Mit Unterstützung der NRW-Stiftung wurde das Boos Hus 1989 grundlegend restauriert. Das war nur der erste Schritt, denn dem Verein ging es nicht nur um die Erhaltung der Bausubstanz, sondern ebenso um die des dörflichen Kulturlebens. So wurde die Gaststätte als Heimatstube eingerichtet, in der sich alle Niederndorfer wohlfühlen können, und es wurde ein Backes eingebaut, in dem die traditionelle Weise des Brotbackens demonstriert werden kann.

Giebeleingänge schmücken die zum Dorfplatz gelegene Seite des Gebäudes.
Giebeleingänge schmücken die zum Dorfplatz gelegene Seite des Gebäudes.
"Die Restaurierung damals war wie eine Initialzündung, da hat die Begeisterung bei allen zugenommen", sagt Dietmar Klose, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung des Dorfbildes von Niederndorf. Mit großem Erfolg wird das Projekt Boos Hus bis heute weitergeführt. Fortlaufend wird das Gebäude in Schuss gehalten – finanziert durch die Mieteinnahmen zweier Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss – und mit der Zeit wurde ein neuer Backes eingebaut. Aber auch um das Boos Hus herum hat das Dorfleben wieder zu blühen begonnen. Ein neuer Dorfplatz wurde gestaltet und eine schmucke Brunnenanlage installiert – erneut alles mit Spenden und viel Eigenleistung.

"Boos Hus und Dorfplatz sind jetzt unbestreitbar Dorfmittelpunkt und Kommunikationszentrum", sagt Klose. Das liegt auch an dem Sternenfest, das dort immer am letzten Freitag vor dem ersten Advent gefeiert wird und an der ebenfalls zur Tradition gewordenen Feier in den Mai. "Das sind jetzt feste Institutionen im Ort", sagt Klose, der sich noch auf viele weitere Jahre aktiven Dorflebens rund um das Boos Hus freut.


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Bevor das Boos Hus als Heimatstube genutzt werden konnte, war eine umfangreiche Renovierung des alten Fachwerkhauses erforderlich. Mit Mitteln der NRW-Stiftung wurden die Arbeiten 1989 durchgeführt.

Googlemap aufrufenBoos Hus
Niederndorfer Straße 60
57258 Freudenberg (Niederndorf)

Der Backes ist bei Veranstaltungen des Vereins zur Erhaltung des Dorfbildes von Niederndorf zugänglich.

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