EMSDETTENER VENN

WO DAT VIENNMÖRKEN HUST

"Dat Viennmörken sall di halen!" - das sagten erboste Emsdettener früher, wenn ihre Kinder nicht zu Bett gehen wollten. Die sagenhafte Gestalt des Vennmütterchens, das zwischen den Moorgewächsen Netze spinnt, um Kinder zu fangen, lässt sich im Emsdettener Venn noch heute hin und wieder erahnen - wenn Nebel über das Moor zieht und die Spinnweben aussehen wie Viennmörkens Schleier.

 
 
Zu bieten hat das Hochmoor des Emsdettener Venns aber viel mehr als Spukgeschichten über das Viennmörken, das Hoho-Männchen und den Vennteufel. Seltene Tier- und Pflanzenarten leben in diesem Naturschutzgebiet. Hier wachsen Sumpf-Johanniskraut und Sonnentau, und die weißen Fruchtstände von Scheidigem und Schmalblättrigem Wollgras schaukeln im Frühsommer wie tausende von Wattebäuschen über der düsteren Moorfläche. Das Naturschauspiel lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher ins Venn.

 
 
Zu den schönsten Fleckchen des Moores führt ein "Lehr- und Erlebnispfad" - vorbei an den Rastplätzen der Kraniche und an den Brutplätzen von Uferschnepfe und Krickente. Entlang der Routen durch das Venn erläutern Info-Tafeln die naturkundlichen und kulturhistorischen Besonderheiten dieser Landschaft.

Dem aufmerksamen Wanderer fallen zum Beispiel zwischen den Faulbäumen und Rauschbeeren überall rechteckige Wasserflächen auf. Es sind die alten Torfkuhlen, in denen einige privilegierte Bürger Emsdettens früher den wertvollen Torf stechen (lassen) durften. 10 bis 20 Jahre dauert es, bis sich in diesen Tümpeln durch abgestorbene Pflanzen und Moose ein einziger Zentimeter neuen Torfs bildet.

 
 
Große Teile des Emsdettener Venns sind durch Torfstich und Entwässerung trocken gefallen. Nur 320 Hektar haben die Eingriffe des Menschen bis heute überstanden. Noch vor hundert Jahren erstreckte sich hier eine schier endlose Moorfläche, und wer sie überqueren musste, hatte ein echtes Abenteuer zu bestehen. Jetzt kümmern sich freiwillige Helfer des Naturschutzbundes NABU und des Heimatvereins um die Renaturierung des Naturschutzgebietes.


 
 
Die vielleicht spannendste und sicherlich lehrreichste Variante, das Moor zu erkunden, ist eine Führung durch das Emsdettener Venn: In der Dämmerung geht es durch das Naturschutzgebiet, während der Führer von der Entstehung der Moorlandschaft erzählt, von ihrer Tier- und Pflanzenwelt und von den Sagengestalten, die im Venn hausen. Aber Vorsicht: Wer den Pfad verlässt, kann auch heute noch in Sekundenschnelle versinken - allerdings nur bis zu den Knien, wie Moorführer versichern.


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Mit der Hilfe der NRW-Stiftung haben die Mitglieder des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) auf alten Moorwegen im Emsdettener Venn einen Lehr- und Erlebnispfad angelegt und eine Begleitbroschüre dazu herausgegeben.

Googlemap aufrufenDer Verkehrsverein Emsdetten bietet regelmäßig Führungen (auch in der Dämmerung) durch das Emsdettener Venn an. Nähere Informationen gibt es telefonisch unter 0 25 72/61 59. Dort lässt sich auch die Broschüre "Lehr- und Erlebnispfad Emsdettener Venn" bestellen.

Web: www.umweltverbaende-emsdetten.de/venn.htm
E-Mail: info@umweltverbaende-emsdetten.de

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