SCHLOSSMÜHLE BUDDENBURG/LIPPOLTHAUSEN

EIN TRAUZIMMER MIT VIEL GESCHICHTE

Stimmig ist der Innenraum, der auch als Trauzimmer genutzt werden kann.
Stimmig ist der Innenraum, der auch als Trauzimmer genutzt werden kann.
Beschaulich liegt das Dorf Lippholthausen am nördlichen Rand des Ruhrgebiets – und lässt von seiner bewegten Geschichte kaum etwas ahnen. Dabei war der Ort mit der Buddenburg, einem wehrhaften Rittersitz mit stattlichem Herrenhaus, im Hochmittelalter ein Machtfaktor in der Region, später gar ein eigener Gerichtsbezirk. Auch ein Kurort war Lippholthausen einst – bis die Quelle versiegte und das Bad wieder aus dem Ortsnamen gestrichen werden musste. Einziger Zeuge all dieser Geschichten ist die Schlossmühle Buddenburg, die ein gemeinnütziger Verein vor dem Verfall gerettet und mit neuem Leben gefüllt hat.

Beeindruckend sind der hölzerne Unterbau der Mühle und die Reste der alten Mauern.
Beeindruckend sind der hölzerne Unterbau der Mühle und die Reste der alten Mauern.
Im Jahre 1760 ließ Burgherr Giesbert von Frydag die schmucke Fachwerkmühle mit massivem steinernen Unterbau errichten. In der Nähe des Gebäudes finden sich mit einem Teil des alten Landwehrs noch Spuren der 1515 erbauten ersten Mühle. Noch bis 1930 wurde in der Schlossmühle, die mittlerweile der Stadt Lünen gehörte, Korn gemahlen. Dann wurde der Betrieb eingestellt und beim Bau des Lippewerks 1938 der obere Mühlenteich, auf dem Ausflügler früher gemütlich paddeln konnten, verfüllt. Die alte Buddenburg war schon 1902 einer klassizistischen Schlossanlage gewichen, die nach dem Tod des letzten Herren von Frydag verfiel und 1978 abgerissen wurde.

Der Mühle blieb ein solches Schicksal glücklicherweise erspart, denn sie wurde bis 1998 als Wohnhaus genutzt, nachdem sie 1970 restauriert und mit einem Wasserrad versehen worden war. Trotzdem hätte auch ihr der Verfall gedroht, hätten sich nicht die 2002 gegründeten Mühlenfreunde Lippholthausen mit viel Engagement und Erfolg für den Erhalt eingesetzt. Aufgrund der schlechten Haushaltslage war die Stadt Lünen gezwungen, sich von dem Gebäude zu trennen. Die Mühlenfreunde sprangen ein und mit Mitteln der NRW-Stiftung und viel ehrenamtlicher Arbeit wurde die Mühle, die bereits kurz vor dem Einsturz stand, schließlich grundlegend restauriert und zu altem Glanz gebracht.

Idyllisch lag die Mühle um 1900 am später zugeschütteten Mühlenteich.
Idyllisch lag die Mühle um 1900 am später zugeschütteten Mühlenteich.
Jetzt halten Heimatgeschichte und Romantik in dem Fachwerkbau Einzug. Denn nach der Einweihung im August 2006 soll in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv nicht nur ein Museum eingerichtet werden, in dem die bewegte Geschichte Lippholthausens dargestellt wird. Auch als Außenstelle des Lünener Standesamtes dient die Mühle. Die erste Trauung wurde bereits vor der offiziellen Einweihung mit Erfolg vollzogen und ein Hochzeitsführer für besondere Traustätten hat die Mühle laut Friedhelm Schroeter, Vorsitzender der Mühlenfreunde, schon in seine Liste aufgenommen. Darüber hinaus soll die Mühle Raum für kleine Veranstaltungen bieten.


Kommentare

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26.07.2012, JPH

Hier findet sich die Antwort auf die Frage im obigen Kommentar zur Republik Lippolthausen...es war wohl eine Schnapsidee:
www.luenen.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/117230100000019051.php

Zitat von der Internetseite der Stadt Lünen:
"Definitiv keine Sage und eindeutig belegt ist eine etwas eigenwillige Enklave mitten in Lünen die "Republik Lippholthausen", die Ende Januar 1977 ausgerufen wurde. Sie hatte sogar eine eigene, unter dem Motto "Kontra Lünen-Stadt" stehende Fußgängerzone [...] mehr
29.06.2012, Karl-Heinz Rörig

Als ehemaliger Lüner-Bürger (bis 2006 Brambauer) freue ich mich natürlich sehr darüber, heute - in Witten wohnend - über das Internet zu erfahren, das es der alten Wassermühle, dank der "Mühlenfreunde", so gut geht.

Ihr Aufsatz über diese alte Mühle ist hoch interessant und hat mir persönlich manche geschichtliche Lücke geschlossen.

Auch was bisher über die "Buddenburg" und das Adelsgeschlecht derer von Frydag zusammengetragen und dem Leser vermittelt wurde, ist hoch interessant.

Mit g [...] mehr


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Die umfangreiche Restaurierung der alten Schlossmühle in Lippholthausen wurde von der NRW-Stiftung gefördert. 2015 hat die NRW-Stiftung den Neubau des Wasserrads gefördert.

Schlossmühle Buddenburg
Brunnenstraße 91
44536 Lünen-Lippholthausen

Das Mühlengelände ist jederzeit zugänglich.

Weitere Informationen unter www.schlossmuehle.info

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