MUSEUM KLOSTER KAMP IN KAMP-LINTFORT

STILLE EINKEHR IN PRUNKVOLLER UMGEBUNG

Auf dem Antependium, dem Prunkstück des Klostermuseums, ist die Krönung Marias dargestellt.
Auf dem Antependium, dem Prunkstück des Klostermuseums, ist die Krönung Marias dargestellt.
Ruhe und Bescheidenheit, Gottesfurcht und stille Einkehr, so stellt man sich gemeinhin die Atmosphäre im Kloster vor. Bei den Zisterziensern vom Kloster Kamp war das ein wenig anders: Zwar ist der prachtvolle Park der inneren Ruhe sehr zuträglich, von Bescheidenheit allerdings kann Abt Daniels, der die Gärten anlegen ließ, nicht viel gehalten haben. So wundert es auch nicht, dass sich hartnäckig das Gerücht hält, die Terrassengärten seien dem Preußenkönig Friedrich II. Inspiration für Schloss Sanssouci gewesen. Ebenso interessant wie diese Anekdote ist die gesamte Geschichte der Klosteranlage und des Zisterzienserordens, die im Museum Kloster Kamp zu besichtigen ist.

In den Ausstellungsräumen erfährt der Besucher, welch bewegte Geschichte das Kloster hinter sich hat. 1123 wurde es als älteste Niederlassung der Zisterzienser auf dem Kamper Berg gegründet und stieg im Barock zum kulturellen Zentrum am Niederrhein auf. Aus dieser Zeit datieren auch die prachtvollen Terrassengärten, die erst Ende der 80er Jahre wiederentdeckt und restauriert wurden. Dem Aufstieg folgte mit der Säkularisation 1802 der tiefe Fall: Das Kloster wurde aufgelöst, der Besitz zerschlagen, einige der Bauten abgerissen.

In dem ehemaligen Agatha-Stift der Abtei wurde das Museum eingerichtet.
In dem ehemaligen Agatha-Stift der Abtei wurde das Museum eingerichtet.
Von 1954 bis 2002 füllten die Karmeliter das Kloster mit neuem Leben. 1979 gründete sich die Vereinigung "Europäische Begegnungsstätte am Kloster Kamp", die 1987 im denkmalgeschützten ehemaligen Agatha-Stift das Klostermuseum einrichtete. Die Idee war seinerzeit, anhand der Geschichte der Abtei Kamp und der Zisterzienser die kulturellen Verbindungen und Gemeinsamkeiten der Völker Europas aufzuzeigen und so Anknüpfungspunkte für die Gegenwart zu liefern.

Diese Idee besteht noch heute, wenngleich der Träger des Museums gewechselt hat. 2004 übernahm das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp die Regie und gestaltete 2005 das Museum nach modernen Gesichtspunkten neu. So wurde für das kostbarste Stück eine eigene Schatzkammer eingerichtet: In einem dunkelroten Raum, von sakraler Musik untermalt, ist jetzt das prunkvolle Antependium aus dem 14. Jahrhundert zu sehen, ein Altarkleid mit breiter Goldstickerei auf grünem Seidensamt. Auch die anderen Ausstellungsstücke wurden neu arrangiert, statt durch viel Text wird die Geschichte der Zisterzienser jetzt durch Filme erklärt. Wechselausstellungen ergänzen das Angebot des Museums.


Kommentare

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09.01.2017, solveig kukelies

Ein lohnender Ausflug oder das Ziel einer Wanderung! Hier kann man besonders in den Sommermonaten die wunderbare Parkanlage (das kleine Sanssouci NRWs) bestaunen, im Klosterladen stöbern oder einfach die Ruhe der Anlage auf sich wirken lassen.


Die ersten Ausstellungsstücke für das Museum Kloster Kamp wurden bei der Gründung 1987 mit Unterstützung der NRW-Stiftung angeschafft.

Googlemap aufrufenMuseum Kloster-Kamp
Abteiplatz 24
47475 Kamp-Lintfort
Telefon: 02842-4062

Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Führungen sind nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Weitere Informationen unter www.zentrum-kloster-kamp.de

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