WANDERSCHAFE IM MÄRKISCHEN KREIS

KNABBERN FÜR DEN NATURSCHUTZ

 
 
Naturschützer sind in der Regel angetrieben von guten Vorsätzen, Idealismus und Motivation und sie stehen auf beiden Beinen fest auf der Erde. Dass Naturschützer manchmal auch auf vier Beinen daherkommen, nur an den eigenen Magen denken und dabei trotzdem viel für die Umwelt leisten können, beweisen die Wanderschafe im Märkischen Kreis. Mit ihrem Appetit auf schmackhaftes Grün sorgen sie dafür, dass Heiden und Moorrandbereiche als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen erhalten bleiben.

 
 
Früher zog Gerd Eppe, der heute als Fachreferent beim Naturschutzzentrum Märkischer Kreis arbeitet, immer wieder in die einsamen Täler des Märkischen Kreises, wo es noch Wacholderheiden, kleine Moore und Kalkmagerrasen gibt. Mit anderen Freiwilligen machte sich der Naturschützer daran, per Hand in steilen Lagen die Triebe von jungen Büschen und Bäumen auszurupfen, damit sie die selten gewordenen Biotope nicht überwuchern. Eine schwere und mühselige Mission, die zudem nicht sonderlich effektiv zu sein schien.

Seit 1998 gibt es unter dem Dach der "Märkischen Naturlamm GbR" eine größere Herde von Helfern, die schon von Natur aus viel besser dafür geeignet sind und diesen Job nur zu gern übernommen haben: Auf einer rund 40 Kilometer langen Strecke ziehen nun bereits über 300 Bergschafe zweimal im Jahr von Biotop zu Biotop und lassen dem jungen Kiefern- und Birkennachwuchs keine Chance.

 
 


















"Wir wünschen uns eine Herdengröße von über 400 Tieren", benennt Gerd Eppe das Ziel, das bereits für die nahe Zukunft angepeilt wird. Denn der Betrieb um den Wanderschäfer Wolfgang Schnarr, der mit seiner Herde bis zu sechs Wochen unterwegs sein kann, muss nicht zuletzt auch wirtschaftlich sein. Der effektive Nutzen für den Naturschutz steht jedoch ebenso außer Frage wie der unstillbare Hunger der blökenden Helfer auf vier Beinen, die "ihre" Biotope mit Genuss pflegen.


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Die NRW-Stiftung half dem Trägerverein des Naturschutzzentrums Märkischer Kreis e.V. beim Aufbau der Wanderschafherde, deren Stamm aus einer hessischen Schäferei in den letzten Jahren auch durch Moorschnucken von der Biologischen Station Zwillbrock im nördlichen Münsterland ergänzt wurde.

Googlemap aufrufenWeitere Informationen:
Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V.
Grebbecker Weg 3
58509 Lüdenscheid
Tel.: 02 35 1/43 24 24 0
Fax: 02 35 1/43 22 78 0
E-Mail: info@naturschutzzentrum-mk.de
Web: www.naturschutzzentrum-mk.de

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