NAHVERKEHRSMUSEUM IN DORTMUND

ALTE SCHÄTZCHEN AUF DER SCHIENE

Noch bis 1973 fuhr der Triebwagen194 durch Dortmund.
Noch bis 1973 fuhr der Triebwagen194 durch Dortmund.
Er ist ein wenig in die Jahre gekommen, der Triebwagen mit der Nummer 194. Noch bis 1973 zuckelte er durch Dortmund und beförderte Tag für Tag hunderte Menschen über die Schienen der Stadtbahn. Nach seiner "Pensionierung" führte das aus heutiger Sicht nostalgisch anmutende Vehikel ein Schattendasein: Die Dortmunder Verkehrsbetriebe trennten sich von ihrem "Schätzchen" Baujahr 1949. Erst 2004 holten die Mitglieder des Vereins "Westfälische Almetalbahn" e.V. den Triebwagen aus seinem Exil in Schleswig-Holstein per Tieflader wieder zurück ins nördliche Ruhrgebiet. Hier hat er im Nahverkehrsmuseum in Dortmund-Obernette sein neues Zuhause gefunden.

Der T194 wird wieder flott gemacht.
Der T194 wird wieder flott gemacht.
In liebevoller Arbeit bringen Restauratoren den 15 Tonnen schweren Stahlkoloss auf Vordermann. Der Triebwagen, der einst 60 Fahrgästen Platz bot, ist bislang einer von insgesamt elf betagten Schienenfahrzeugen, die in dem ehemaligen Betriebshof im Stadtteil Obernette ein Zuhause gefunden haben. Das älteste Ausstellungsstück ist von 1918, die übrigen stammen aus der Nachkriegszeit. Auf dem Areal lassen die Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung der historischen Dortmunder Straßenbahntrieb- und Beiwagen" des Vereins "Westfälische Almetalbahn" ein Nahverkehrsmuseum entstehen. Fahrzeuge, die die wechselvolle Geschichte des schienengebundenen, öffentlichen Personennahverkehrs in der Ruhrgebietsstadt Dortmund kennzeichnen, sind in dem Museum in Dortmund zu finden.

"Altes Schätzchen" vorm Betriebshof
"Altes Schätzchen" vorm Betriebshof
Die Besucher können sich in den Schmuckstücken nach Herzenslust umschauen - und vielleicht bald auch mit ihnen über historische Strecken zuckeln. Denn bis auf zwei Wagen sind alle Fahrzeuge noch fahrtüchtig.
Besonders interessant für Nahverkehrsfans: Sie können bei einem Besuch den Aufbau des Museums aus nächster Nähe miterleben. Anhand von Chroniken, Fotografien, Uniformen, Dokumentationen und unfangreichem Film-Material wird im Gebäude des Bahnhofs "Mooskamp" die Geschichte des öffentlichen Personennahverkehrs in Dortmund und Umgebung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Lokhalle gehörte ehemals zu der Kokereianlage Hansa und diente bis Anfang 2002 der Wartung von Rangierlokomotiven der Ruhrkohle AG. Heute ist das dunkelrote Backsteingebäude das Zuhause des T194, wo er grundüberholt wird. Während der Restaurierung bringen die Fachleute den Wagenkasten, die Inneneinrichtung, das Fahrgestell sowie die Motoren und die gesamte Elektrik wieder in Schuss. Auf harten Holzbänken aus Latten können die Museumsbesucher dann stilecht nachempfinden wie man in den Nachkriegsjahren durch Dortmund reiste. Vielleicht kommt dann auch der Schaffner und ruft wie einst: "Noch jemand zugestiegen und ohne Fahrschein?"


Kommentare

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24.05.2012, Lothar Preukschat

ich war bereits mehrmals auf dem Bahnhof Mooskamp und bin auch schon mit den historischen Bahnen gefahren.
Es ist immer wieder ein Erlebnis und einen Besuch wert.
Erfreulich dass sich die NRW Stiftung für dieses Projekt einsetzt.

Lothar Preukschat
Dortmunder Schiffahrtsgesellschaft e.V.


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Der Eintritt ist generell frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung unterstützt den Verein "Westfälische Almetalbahn" bei der Instandsetzung von zwei Wagen, die im Nahverkehrsmuseum Dortmund ausgestellt werden.

Googlemap aufrufenNahverkehrsmuseum Dortmund - Betriebshof Mooskamp
Mooskamp 23
44359 Dortmund
Telefon: 02 31 / 3 95 64 17
www.bahnhof-mooskamp.de

U-Bahnhof Obernette (U47, Richtung Westerfilde)

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