DAMENSTIFT IN ASBECK

ADELSDAMEN UND ARKADEN

Damenstift Asbeck erstrahlt in neuem Glanz.
Damenstift Asbeck erstrahlt in neuem Glanz.
Ein Damenstift braucht starke Frauen. Früher achteten die Asbecker Äbtissinnen darauf, dass ihr Klosterbetrieb solide arbeitete und den Damen des Stifts ein angenehmes Auskommen bescherte. Heute gibt es Maria Pier-Bohne. Die Geschäftsführerin des Heimatvereins Asbeck hat gemeinsam mit den anderen Mitgliedern dafür gesorgt, dass wieder neues Leben hinter den alten Mauern pulsiert.

Das 1136 vom münsterischen Bischof Werner von Steußlingen gegründete Augustinerkloster Asbeck war ursprünglich für Ordensschwestern und -brüder gedacht. Nach wenigen Jahren war es jedoch schon fest in Frauenhand. Früher lebten bis zu 40 Ordensschwestern im Asbecker Kloster. Die Aufnahmekriterien waren streng: Mindestens 16 adelige Ahnen mussten die jungfräulichen Bewerberinnen nennen. Die Damen durften ab dem 16.Jahrhundert nach einer gewissen Frist im Kloster ihren eigenen Haushalt mit Mägden und Zofen führen. Sie lebten zwar nach den Regeln des heiligen Augustinus, legten aber kein Gelübde ab und konnten deshalb das Kloster jederzeit auch wieder verlassen.

Die geretteten Säulen des Kreuzgangs
Die geretteten Säulen des Kreuzgangs
1811 wurde das Kloster säkularisiert und die Stiftsdamen gingen. Gebäude, die nicht in Privatbesitz kamen, verfielen immer mehr; so auch der zweigeschossige Kreuzgang, der einzige seiner Art in Norddeutschland. Zwar setzte sich der preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel dafür ein, den prächtigen Säulengang zu erhalten, doch ohne Erfolg: Die Kreuzganggalerie wurde abgetragen und im 19. Jahrhundert in den Neubau des Diözesanmuseums am Domplatz in Münster integriert.

Der Heimatverein Asbeck plant die künftige Nutzung des früheren Klosters.
Der Heimatverein Asbeck plant die künftige Nutzung des früheren Klosters.
Doch vor etwa 40 Jahren wurde auch dieses Museum abgerissen. Die Asbecker rückten mit Traktoren und anderen Fuhrwerken nach Münster aus, um zu retten, was von ihren Säulen übrig geblieben war. Doch jahrelange Bemühungen, den alten Kreuzgang wieder zu errichten, scheiterten. Bis der Heimatverein mit Hilfe der NRW-Stiftung das alte romanische Dormitorium kaufen konnte. Mit Engagement und Tatkraft machten sich die Mitglieder des Heimatvereins Asbeck e.V. für "ihr" Kloster stark. Ob Renovierung, Reinigung oder Pflasterarbeiten – wenn Not am Mann war, packte das halbe Dorf mit an. Mittlerweile zeigt sich nicht nur das ehemalige Schlafgebäude wieder in seiner alten Pracht. Auch die geretteten Säulen des Kreuzgangs schmiegen sich an einen Neubau und komplettieren das Ensemble des alten Damenstifts.

Zwar ist die Zeit der Stiftsfräulein längst Vergangenheit, doch verlassen ist das Kloster keinesfalls. Heute sind es Literaturfreunde, Musikliebhaber oder Radfahrer, die den historischen Ort ansteuern. Sie besuchen die Dauerausstellung zur Geschichte des Stifts und erfüllen so das alte Gemäuer mit Leben.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat den Heimatverein Asbeck e.V. beim Kauf des Dormitoriums unterstützt, sowie die Einrichtung einer Dokumentation zur Geschichte der Damenstifte im westlichen Münsterland finanziert.

Googlemap aufrufenDormitorium Asbeck
Stiftsstraße 20
48739 Legden-Asbeck
Telefon: 0 25 66 / 90 94 19
www.heimatverein-asbeck.de

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