ZECHE SOPHIA-JACOBA IN HÜCKELHOVEN

IM LAND DES "SCHWARZEN GOLDES"

Nicht mehr im Einsatz: Arbeitsgeräte von anno dazumal
Nicht mehr im Einsatz: Arbeitsgeräte von anno dazumal
Der Geruch von Steinkohle scheint noch immer durch die alten Hallen zu wehen. Jeden Augenblick, so wirkt es, öffnen sich die vom "schwarzen Gold" verstaubten Gittertüren der Förderkörbe und Bergleute begeben sich in die Umkleidebereiche. Auch wenn es längst Geschichte ist, dass die Arbeiter die Räume mit Leben füllten, so hat die Zeche Sophia-Jacoba heute kaum etwas von ihrem Charme eingebüßt. Die Besucher unternehmen hier eine spannende Reise in alte Bergmannszeiten.

Wichtigstes Utensil für die Bergleute: der Helm
Wichtigstes Utensil für die Bergleute: der Helm
Fast ein Jahrhundert lang, bis 1997, förderten die Bergleute in Sophia-Jacoba Steinkohle. Der Name ist eine Liebeserklärung: Das Bergwerk ist nach den Ehefrauen der beiden Betreiber van Vlissingen und de Vloot benannt. 3.200 Bergleute arbeiteten bis zum 2. Weltkrieg auf der Zeche, nach Kriegsende verdoppelte sich die Zahl der Kumpel fast. In der Blütezeit des Betriebs förderten die Männer unter Tage bis 2,2 Millionen Tonnen Kohle jährlich. Noch 1983 erhielt Sophia-Jacoba den Titel "modernste Zeche Europas".

Tor in eine andere Zeit: die Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven
Tor in eine andere Zeit: die Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven
Doch wie überall in Nordrhein-Westfalen litt auch das Bergwerk im Kreis Heinsberg im Laufe der Jahre unter den erschwerten Bedingungen für den Abbau und Verkauf der heimischen Steinkohle. Trotz des Einsatzes der Belegschaft und vieler Hückelhovener schloss Sophia-Jacoba im März 1997. Dennoch: Kaum jemand wollte es hinnehmen, dass eines der Wahrzeichen des Landkreises ganz verschwinden sollte. Und so wurde der Grube ein Denkmal gesetzt und die Zeche in ein Besucherbergwerk verwandelt.

Heute fördert die Zeche zwar keine Kohle mehr, bringt aber dennoch viel Wissenswertes zum Vorschein. Etwa 550 Mitglieder des Fördervereins "Schacht 3 Hückelhoven e.V." haben 150.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert, um die Zeche zu einer Erlebnisstätte herzurichten. Heute können die Besucher rund um Sophia-Jacoba die alte Bergmannswelt live erleben. Frei zur Besichtigung sind das Maschinenhaus, die Schachthalle und der Zechenplatz mit Gerätschaften aus dem Bergbau. Die Ausstellung umfasst unter anderen ein Grubenfahrrad, die letzte geförderte Kohle und ein Abbild der "heiligen Barbara", der Schutzpatronin der Bergleute.

Hochprozentiges Souvenir: Grubenwasser, Knappentrunk und Klarer
Hochprozentiges Souvenir: Grubenwasser, Knappentrunk und Klarer
Während einer 90-minütigen Führung hören die Gäste Geschichten aus dem harten Leben unter Tage und lernen einige Sätze "Bergmännisch". Im Anschluss daran serviert der Förderverein kulinarische Bergmanns-Köstlichkeiten. Gegen einen kleinen Obolus bekommt der Besucher eine Portion deftigen Eintopf oder ein "Bergmannssteak" vom Holzkohlegrill. Als "Nachspeise" stellt Vereinsvorstand Franz-Josef Sonnen Amüsantes und Interessantes aus seinem eigenen Bergmannsleben vor.


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen

18.05.2013, Sina Bauer

Die Seite ist sehr gut gestaltet und es hat mir Spaß gemacht sie zu lesen. Meine 14 jährige Tochter hat sich auch diese Seite durchgelesen, da sie Hausaufgaben zu diesem Thema erledigen muss. Sie hatte aber ein andere Meinung. Diese Seite hat ihr nicht weitergeholfen und das geschriebene,das mir so gut gefällt,findet sie uninteressant und langweilig. Zu meinem Bedauern. Vielleicht könnten sie uns eine Seite empfehlen.....Herzlichste Grüße Frau Bauer


Die NRW-Stiftung hat den "Förderverein Schacht 3 e.V." in Hückelhoven dabei unterstützt, die Zeche als Besucherbergwerk zu erhalten.

Googlemap aufrufenZeche Sophia Jacoba Schacht 3
Sophiastraße
41836 Hückelhoven
Tel.: 02 43 3/44 26 81 oder 0171/98 00 41 0
Fax: 02 43 3/44 26 81

Bookmark and Share