RIESELFELDER BEI MÜNSTER

EIN PARADIES FÜR VÖGEL

Eine Seenplatte als Vogelparadies: die Rieselfelder. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster
Eine Seenplatte als Vogelparadies: die Rieselfelder. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster
Wo einst die Abwässer einer ganzen Stadt gereinigt wurden, tummeln sich heute unzählige gefährdete Wasser- und Watvogelarten: Wenige Kilometer nördlich von Münster liegen die Rieselfelder der Stadt. Sie sind wegen ihrer internationalen Bedeutung als Europäisches Vogelschutzgebiet eingestuft.

Watvögel wie der Rotschenkel sieht man hier fast immer. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster
Watvögel wie der Rotschenkel sieht man hier fast immer. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster
Was von oben wie eine Seenplatte wirkt, ist ein System unterschiedlichster Lebensräume mit einer großen Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Auf einer Fläche von fast 450 Hektar finden sich mehr als 130 kleine Flachgewässer, Feuchtwiesen und Schlammflächen. Geschaffen wurde dieses große Feuchtgebiet von Menschenhand: Im Jahr 1901 wies die Stadt Münster in der "Gelmerheide" zwischen Ems und Aa erstmals ein Gebiet zur Verrieselung und damit zur Reinigung der städtischen Abwässer aus. Bis in die Mitte der 1970er Jahre wurden in der ehemaligen Heidelandschaft die Abwässer Münsters biologisch gereinigt. Erst mit dem Bau einer Großkläranlage verloren die Rieselfelder ihre ursprüngliche Funktion.

Frisch restaurierter Ausstellungsort: der denkmalgeschützte Rieselfeldhof bei Münster. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster
Frisch restaurierter Ausstellungsort: der denkmalgeschützte Rieselfeldhof bei Münster. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster
Seitdem hat sich das Areal zu einem einzigartigen Rast- und Mauserplatz für seltene und gefährdete Vögel entwickelt. Im nährstoffreichen Wasser lebt eine üppige Kleintierfauna, die den gefiederten Bewohnern als Nahrung dient. Watvögel wie Rot- und Grünschenkel, Dunkler Wasserläufer oder Kampfläufer sind in den Rieselfeldern ebenso zuhause wie verschiedenste Enten- und Gänsearten. Im Frühjahr quaken See-, Teich- und Kleiner Wasserfrosch hier lautstark um die Wette. Ihrer Anwesenheit ist es zu verdanken, dass seit einigen Jahren auch wieder Störche in den Rieselfeldern brüten.

Eine Kanadagans-Familie zieht ihre Runden. Foto: Harald Bornmann
Eine Kanadagans-Familie zieht ihre Runden. Foto: Harald Bornmann
Besucher können auf markierten Wegen durch das Reservat wandern. An besonders interessanten Stellen innerhalb des wertvollen Naturerlebnisraums finden sich Beobachtungshütten. Die Mitarbeiter der Biologischen Station, die sich um die Pflege der Rieselfelder kümmern, präsentieren den Besuchern auch eine umfassende Ausstellung zur Geschichte des Gebiets und zu seiner Wandlung vom Abwasserreinigungs- zum Vogelschutzgebiet. Die Schau, die im früheren Stall der denkmalgeschützten Gaststätte "Heidekrug" zu sehen ist, wirbt mit teilweise ungewöhnlichen Angeboten für den Schutz der Rieselfelder. So können die Besucher in alten Futtertrögen im Schlamm nach tönernen Insekten suchen, um die mühselige Futtersuche der Vögel einmal ganz direkt nachzuempfinden...


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Die NRW-Stiftung hat die Restaurierungsarbeiten der Stallanlage und die Umwandlung in Ausstellungsräume für die Biologische Station Rieselfelder Münster mitfinanziert.

Googlemap aufrufenBiologische Station "Rieselfelder Münster"
Coermühle 181
48157 Münster
Tel.: 02 51/16 17 60
Web: www.rieselfelder-muenster.de

Öffnungszeiten Biologische Station:
montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr
Ausstellung im Rieselfeldhof (Coermühle 100):
April - Oktober: Sonntags 12 - 18 Uhr;
November - März: Sonntags 12 -17 Uhr

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