ÖLMÜHLE IN SALZKOTTEN

ALTE TECHNIK LEBT NEU AUF

Ein Wasserrad treibt das Mahlwerk der Ölmühle an.
Ein Wasserrad treibt das Mahlwerk der Ölmühle an.
Lange Zeit erinnerte nur ein Straßenname an ihren einstigen Standort: der "Ölweg". Er wies in den Jahren nach 1967 auf die frühere Existenz der Salzkottener Ölmühle hin. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist alles anders: Mit dem Wiederaufbau der Mühle ist an der Heder die alte Technik des Ölschlagens wieder aufgelebt. Charakteristikum des Bauwerks ist der sogenannte Kollergang mit den senkrecht stehenden Mühlsteinen.

Mühlengebäude an der Heder in Salzkotten
Mühlengebäude an der Heder in Salzkotten
Unweit des heutigen Bauwerks hatte schon 1578 die Original-Mühle gestanden. Die heute zu besichtigende Rekonstruktion basiert auf einer etwas "jüngeren" Technik: Sie enthält das Innenleben der alten Rütherschen Ölmühle aus Büren-Wewelsburg, die in einem Testament von 1867 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Das Bauwerk stand an der Alme, einem Vorfluss der Heder, und schon seit 1930 hatten sich die Mühlräder nicht mehr gedreht. Mitte der 1980er Jahre, als die Mühle stark vom Verfall bedroht war, erwarben die Mitglieder des Salzkottener Fördervereins für kulturhistorische Bauten und Bauwerke deren Innenleben. Mit dem Mühlwerk verfügten sie über die optimale Grundlage zur Rekonstruktion ihrer eigenen Mühle.

Ursprünglich war die Stampfe Teil einer Ölmühle in Büren.
Ursprünglich war die Stampfe Teil einer Ölmühle in Büren.
Im Franz-Kleine-Park in Salzkotten wurde die historische Mühlentechnik originalgetreu wiederaufgebaut – in einem ebenfalls aus altem Material neu errichteten Fachwerkhaus. Das Baumaterial, alte Ziegel und Dachpfannen, stammte aus einem abgetragenen Stallgebäude.

Seit der offiziellen Eröffnung im Mai 1994 können sich Besucher in der voll funktionsfähigen Mühle ein eindrucksvolles Bild von der alten Handwerkstechnik machen. Hier lässt sich Öl aus Lein- und Mohnsamen, Raps- und Rübsamen, Bucheckern und Sonnenblumenkernen gewinnen. Die Mühlsteine im Kollergang zerquetschen die Ölfrüchte, indem sie sich in einem Holzbottich auf einem dritten Stein, dem so genannten Erdstein, drehen.

In einem zweiten Arbeitsschritt wird in der Stampfe das Öl aus der Fruchtmasse herausgepresst. Der Druck im Mahlgut beträgt dabei etwa 170 bar. Ein Wasserrad treibt beide Anlagen, Kollergang und Stampfe, gleichzeitig an. Seinerzeit waren für die Verarbeitung von zwei Zentnern Ölfrüchten etwa zwölf Stunden erforderlich. Lohn der Mühen waren rund 34 Liter Öl.

Heute finden in der Salzkottener Mühle neben Vorführungen der alten Technik auch Vorträge zu heimatkundlichen und kulturgeschichtlichen Themen sowie Kunstausstellungen statt.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat die Rekonstruktion der Salzkottener Ölmühle unterstützt.

Googlemap aufrufenÖlmühle
Auf der Handwerksinsel im Kleine-Park
33154 Salzkotten
Telefon: 0 52 58 / 64 21
www.oelmuehle-salzkotten.de

Direkt nach den Vorführungen kann das frisch gepresste kaltgeschlagene Öl gekostet werden.

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