GALLITZIN-HAUS IN ANGELMODDE

EINE STÄTTE FÜR BEGEGNUNG UND ERINNERUNG

Alltägliche Utensilien aus dem Leben um 1800
Alltägliche Utensilien aus dem Leben um 1800
Sie kam in Berlin zur Welt, aber bevorzugte es später doch eher ländlich-idyllisch. 1779 war sie des Stadtlebens vollends überdrüssig und übersiedelte in das dörfliche Angelmodde. Hier, vor den Toren Münsters, verbrachte sie die folgenden 27 Jahre. Von hier aus hielt sie auch Kontakt zu Goethe und Herder: Amalia Fürstin von Gallitzin. Im Jahr 1806 starb die Wahl-Angelmodderin. Unweit ihres Grabes an der St.-Agatha-Kirche befindet sich ein altes Kötterhaus, das heute als "Gallitzin-Haus" an das Leben und Wirken der schöngeistigen Adeligen erinnert.

Ein Einblick ins Haus-Innere
Ein Einblick ins Haus-Innere
Sie war eine Frau mit den vielfältigsten intellektuellen Interessen. Ihre Bildung und ihr Lebensstil erregten einiges Aufsehen. Sie unterhielt enge Beziehungen zu Größen des 18. Jahrhunderts: zu Goethe, Claudius, den Grafen zu Stolberg und anderen. Mit ihnen tauschte sich die Fürstin von Gallitzin über literarische, philosophische und religiöse Fragen aus.

Die Mitglieder des Vereins "Heimatfreunde Angelmodde" hatten schon lange geplant, die berühmte Einwohnerin würdig zu ehren, doch fand sich zunächst kein geeignetes Domizil. Denn an die Fürstin sollte nicht einfach eine Gedenkstätte erinnern. Die Heimatfreunde wollten, ihrem Wirken gemäß, eine kulturelle Begegnungsstätte einrichten – eben ein "Gallitzin-Haus".

Anfang der 1990er Jahre fanden die Angelmodder in einem gegenüber der St.-Agatha-Kirche gelegenen alten Fachwerkhaus dann den geeigneten Platz für das Vorhaben: den ehemaligen "Niederhoffs Kotten". Das Gebäude war allerdings in beklagenswertem Zustand. Der Heimatverein erwarb das Gebäude, renovierte es und baute es binnen 16 Monaten zu einem "Haus der Kultur" um. Im Oktober 1993 wurde es eröffnet.

Das Haus zeigt Exponate aus dem Leben der Fürstin
Das Haus zeigt Exponate aus dem Leben der Fürstin
Zu den Ausstellungsstücken, die Besucher dort erleben können, zählen unter anderem Originalschriften, Karten und Bilder. Ein in lateinischer Sprache geschriebenes und 1782 in Paris gedrucktes Erbauungsbuch befindet sich darunter. Es enthält mehrere handschriftlich beschriebene Seiten, auf denen Marianne, die Tochter der Fürstin, Daten aus der Familienchronik notiert hat. Eine weitere Kostbarkeit ist ein Totenzettel der Fürstin, gedruckt 1806 in Amsterdam.

Seinem Namen gemäß ist das Haus aber nicht nur Museum, sondern auch ein Ort für Kultur, Kunst und Begegnung. Vorträge, Lesungen und Gastaustellungen finden im Gallitzin-Haus in Münster-Angelmodde statt.


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Der Eintritt ist generell frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat den Umbau von Niederhoffs Kotten zum Gallitzin-Haus unterstützt und den Kauf wertvoller Handschriften ermöglicht.

Googlemap aufrufenGallitzin-Haus
Angelmodder Weg 97
48167 Münster
Telefon: 0 25 06 / 66 71 und 39 41
www.gallitzin-stiftung.de

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