SCHAUBERGWERK WODANSTOLLN IN SALCHENDORF

AUF ALTEN BERGMANNSPFADEN

Mit "Deutschem Türstock" ausgebaute Strecke im Wodanstolln
Mit "Deutschem Türstock" ausgebaute Strecke im Wodanstolln
Unscheinbar wirkt die massive Holztür zum Wodanstolln. Fast ein wenig versteckt liegt der Eingang ins unterirdische Labyrinth seitlich hinter dem roten Backsteingebäude, dem Zechenhaus. Nur die Hinweistafel oberhalb des Stollen-Eingangs lässt erahnen, dass sich dahinter ein bedeutendes und umfangreiches Erbe verbirgt.

Er diente zur Erzgewinnung, als Trinkwasserreservoir und als Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg: Der Wodanstolln in Neunkirchen-Salchendorf. Kaum ein anderer bergwerkkundlicher Lehrpfad illustriert so authentisch die Geschichte des Erzabbaus im Siegerland wie er. Das Schaubergwerk mit originalgetreu wiedererrichtetem Zechenhaus lädt seine Besucher auf eine spannende Zeitreise in die Welt "unter Tage" ein.

Das Zechenhaus am "Wodanstolln"
Das Zechenhaus am "Wodanstolln"
Der Erzbergbau kann im Siegerland auf eine lange Geschichte zurückblicken: Etwa um 500 v. Chr. besiedelten Kelten die Region. Sie kamen vermutlich aus der fruchtbaren Wetterau und waren wohl vor allem am hier zutage tretenden Eisenerz interessiert. Die erfindungsreichen Kelten wussten nämlich schon sehr früh, wie man aus Erz Eisen gewinnt und aus Eisen Geräte und Waffen fertigt. Im Land um den Oberlauf der Sieg fanden sie Eisenerz in großer Menge und schier unerschöpfliche Wälder vor. Aus den Stämmen und Ästen der Bäume gewannen sie Holzkohle, die ihrerseits für die Verhüttung, das Schmelzen des Eisenerzes, erforderlich war.

Im Einsatz: Eine Bohrmaschine
Im Einsatz: Eine Bohrmaschine
In der Neuzeit wird der Wodanstolln bei Neunkirchen 1736 erstmals schriftlich erwähnt. Gegraben und gefördert wurde dort bis in die 1920er Jahre, danach diente der rund 1,5 Kilometer lange Stollen als Trinkwasserreservoir. Im Zweiten Weltkrieg nutzte die Bevölkerung ihn als Luftschutzbunker.

Die Spuren der antiken Eisenindustrie sind im gesamten Siegerland und auch insbesondere in der etwa 1000 Hektar großen "Gemarkung Salchendorf" heute noch buchstäblich auf Schritt und Tritt sichtbar. Ein vom Heimatverein Salchendorf in Kooperation mit dem Touristikverband Siegerland-Wittgenstein eingerichteter "Bergmannspfad", der über zirka acht Kilometer Länge mit Bild- und Text-Tafeln ausgestattet ist und am Wodanstolln endet, informiert anschaulich über die Erzbergbau-Geschichte im Siegerland.

Ab 1995 restaurierten fachkundige Heimatfreunde den Stollen als Schaubergwerk. Wenig später richteten sie zusammen mit Handwerkern das nebenstehende Zechenhaus, im Volksmund auch Berghäuschen genannt, originalgetreu wieder her. Den Wodanstolln, eines von zirka 50 bekannten Stollenbergwerken in der "Gemarkung Salchendorf", legten Bergmänner 1732 an, nachdem bereits vorher in höher gelegenen Stollen die dort erreichbaren Gänge und Schächte nach oben abgebaut worden waren. Die etwa eineinhalbstündige Führung zeigt die gesamte technische Brandbreite des Stollen-Vortriebs und des Erzabbaus, von den Ursprüngen mit "Schlägel und Eisen", in denen, je nach Gestein, pro Schicht nur zirka zwei bis fünf Zentimeter "Fortschritt" erzielt wurden, bis zur maschinellen Bohr-, Spreng- und Abraumtechnik des 20. Jahrhunderts.


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Spurensuche im Siegerland und im Südsauerland

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Die NRW-Stiftung half dem Verein bei der Herrichtung des Stollens für die Öffentlichkeit.

Googlemap aufrufenSchaubergwerk Wodanstolln
Arbachstraße/Arbachshütte
57290 Neunkirchen-Salchendorf
Telefon: 01 70 / 4 77 06 66 oder 01 51 / 5 59 89 93
www.neunkirchen-siegerland.de

Das Besucherbergwerk ist durch Schilder ausgewiesen.

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