TORHÄUSCHEN AM NEUTOR IN MÜNSTER

DER LETZTE WACHTPOSTEN

Das Torhäuschen diente in Münster als Wachthaus.
Das Torhäuschen diente in Münster als Wachthaus.
Ein langer Wagenzug nähert sich den weißen Säulen des Wachthauses am nördlichen Stadtportal. Hinter dem Tor führt die staubige Straße weiter hinauf zum Schloss des Fürsten. Ein Pförtner tritt vor die Kolonne. Misstrauisch inspiziert er die Wagen der Kaufleute, bevor er sie passieren lässt. Die Pferde ziehen an, und die Wagen poltern hinauf zur Fürstenresidenz. So ähnlich wird es wohl vor mehr als 200 Jahren gewesen sein, als das Torhäuschen am Neutor, das jetzt restauriert werden soll, noch als Wachtposten diente.

Das Wachthaus stand vor dem Verfall.
Das Wachthaus stand vor dem Verfall.
Wilhelm Ferdinand Lipper, der nach dem Tode Johann Conrad Schlauns auch die Fertigstellung des barocken, münsterischen Schlosses beaufsichtigte, entwarf 1778 zwei frühklassizistische Torhäuschen. Eines war gedacht als Wachthaus für die nördliche Schlosszufahrt.
Heute ist dieses renovierungsbedürftige Gebäude der letzte erhaltene Teil des ehemaligen Maxtores.
Bereits im Jahr 2000 übernahm die Stadt Münster den angegriffenen Bau am Hindenburgplatz vom Bundesvermögensamt. Zusammen mit dem Romberger Hof am Stadttheater ist es das einzig noch existierende Werk des Baumeisters Wilhelm Ferdinand Lipper in ganz Münster. Nachdem es Jahre leer stand, plante schließlich der Stadtheimatbund Münster hier sein neues Domizil einzurichten. "Für unsere Aufgaben der Heimat- und Brauchtumpflege ist das Torhaus ein überaus reizvoller Standort", sagt Ruth Betz, die Vorsitzende des Stadtheimatbundes.

Ruth Betz freut sich mit Heimatbundmitgliedern über den Erfolg.
Ruth Betz freut sich mit Heimatbundmitgliedern über den Erfolg.
Viele ehrenamtliche Helfer engagierten sich seit längerem für die Instandsetzung und brachten einen erheblichen Teil der benötigten finanziellen Mittel aus den eigenen Reihen auf. Bei so viel Einsatz weckte das ambitionierte Projekt auch das Interesse der Stadt, die schnell als Partner für das Vorhaben gewonnen werden konnte. Aber um die Strukturen des altehrwürdigen Bauwerks zu erhalten, bedurfte es gravierender kostspieliger Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten, für die die Mittel noch nicht ausreichten. Doch der Heimatbund fand noch einmal kräftige Unterstützung, diesmal von Seiten der NRW-Stiftung. Mit den auf diese Weise gesammelten Geldern konnten die Arbeiten starten.

Mit der Sanierung wird ein Stück frühklassizistischer Baukunst erhalten.
Mit der Sanierung wird ein Stück frühklassizistischer Baukunst erhalten.
Durch dieses Projekt gelang es, ein historisches Bauwerk der münsterischen Innenstadt zu erhalten und neu nutzbar zu machen. Denn auch, wenn die Straßen heute asphaltiert sind und schon lange kein Pförtner mehr im Torhäuschen auf Reisende wartet, so erfüllt es doch jetzt wieder eine wertvolle Funktion als Anlaufstelle, Informationsportal, Büro und Arbeitsraum für die Helfer des Heimatbundes.


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen



Die NRW-Stiftung hat die engagierten Münsteraner bei ihrem ehrgeizigen Aufbauprojekt zur Erhaltung des Zeugnisses frühklassizistischer Baukunst unterstützt.

Googlemap aufrufenTorhäuschen am Neutor
Hindenburgplatz 78
48143 Münster

Bookmark and Share