MÜHLENMUSEUM IN HIESFELD

BEFLÜGELNDER ERFOLG

Mühlenmodelle aus aller Welt zeigt das Mühlenmuseum.
Mühlenmodelle aus aller Welt zeigt das Mühlenmuseum.
Langsam, fast bedächtig setzen sich die mächtigen hölzernen Flügel in Bewegung. Die nagelneue Bespannung aus Segeltuch zittert leicht im Wind. Mehr als 80 Jahre hat es gedauert, nun mahlt die Hiesfelder Windmühle wieder Korn zu Mehl. Und wer wissen möchte, wie die Mühlen aus aller Welt aussehen, findet im Mühlenmuseum reichlich Anschauungsmaterial.

Dass die Mühle wie neu aussieht und sogar funktioniert, ist vor allem den unermüdlichen Bemühungen der Mitglieder des "Fördervereins Windmühle Hiesfeld e.V." zu verdanken. Sie haben mit großem Erfolg Spendengelder gesammelt, um die dringend nötige Renovierung zu ermöglichen. Immerhin handelt es sich bei der Turmwindmühle an der Sterkrader Straße um ein regionalgeschichtliches Denkmal: Für verschiedene Besitzer war sie als Getreide- und Eichenlohmühle in Betrieb und wichtig für die Gerbereien im Umkreis. Die gemahlene Rinde des Eichenbaumes war zu dieser Zeit nämlich ein wichtiger Grundstoff um Eichenlohe, eine Gerbflüssigkeit, herzustellen.

Die Windmühlentechnik lässt sich genau nachvollziehen.
Die Windmühlentechnik lässt sich genau nachvollziehen.
Genau hundert Jahre lang drehten sich die Flügel im Wind, bis die häufigen Pächterwechsel ein Ende hatten und die Mühle stillgelegt wurde. Der zunehmende Verfall erlebte einen traurigen Höhepunkt, als 1945 durch Granatbeschuss die Mühlenhaube schwer beschädigt wurde. Doch bereits fünf Jahre später startete der Aktionskreis Dorf Hiesfeld in den Tageszeitung einen Aufruf, das Wahrzeichen des Ortes zu erhalten. Die Initiative hatte Erfolg, die Mühle erhielt neue Flügel, Treppen und sogar elektrisches Licht. 1976 schlossen sich die aktiven Mühlenförderer zu einem Verein zusammen, die Stadt Dinslaken kaufte das Mühlengrundstück im Erbbaurecht. Doch bloße Denkmalpflege war nicht das einzige Anliegen der Hiesfelder. Sie wollten der Bevölkerung und besonders den Kindern nahe bringen, wie groß die Bedeutung des technischen Wunderwerks Mühle einmal war.

Die Turmwindmühle stammt aus dem Jahr 1822.
Die Turmwindmühle stammt aus dem Jahr 1822.
Auch in diesem Punkt scheuten die Vereinsmitglieder weder Kosten noch Mühen und so ist mittlerweile eine regelrechtes Mühlenzentrum entstanden. In Hiesfeld ist nicht nur eine Wind- sondern auch eine historische Wassermühle bis heute erhalten. Wieder hatte der Mühlenverein die Initiative ergriffen, das mehr als 300 Jahre alte Gebäude zu renovieren und Besuchern zugänglich zu machen. Zahlreiche Schulklassen nutzen seitdem die Chance, den Weg vom Korn zum Brot hautnah zu erleben.

Sogar für die theoretischen Grundlagen ist nun gesorgt, denn im Jahr 2002 hat ein Mühlenmuseum seine Pforten geöffnet. Modelle aus der ganzen Welt erlauben den Blick über die Hiesfelder Mühlengeschichte hinaus – ein beflügelnder Erfolg für die Mitglieder des Mühlenvereins.


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Der Eintritt ist generell frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat den "Mühlenverein Hiesfeld e.V." bei der Renovierung der Hiesfelder Windmühle unterstützt.

Googlemap aufrufenMühlenmuseum Dinslaken-Hiesfeld
Am Freibad 5
46539 Dinslaken-Hiesfeld
Telefon: 0 20 64 / 9 41 88
www.muehlenmuseum-dinslaken-hiesfeld.de

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