HOLZHANDWERKSMUSEUM HIDDENHAUSEN

AUS GUTEM HOLZ GESCHNITZT

Wo gehobelt wird...
Wo gehobelt wird...
Der Duft von frisch gesägtem Holz liegt über der Tischlerwerkstatt. Knarrend setzt sich der alte Holzbohrer in Bewegung, das Geräusch vermischt sich mit dem Raspeln einer Feile. In alle Richtungen fliegen Späne, als Heinrich Möhlmann den Hobel kraftvoll über die Holzplatte schwingt. Im Holzhandwerksmuseum Hiddenhausen hat der pensionierte Beamte eine einzigartige Werkzeugsammlung zusammengetragen.

Holz ist Heinrich Möhlmanns Leidenschaft. Der vielfältige Werkstoff fasziniert ihn schon seit Kindertagen. Irgendwann begann er zusammen mit seinen Freunden Walter Gralke und Werner Siekmann, alte Werkzeuge und Maschinen für die Holzbearbeitung zu sammeln. Bei Tischlereien und Werkstätten fragten sie nach, bald häuften sich immer mehr Gerätschaften an. Endlich stießen die Holzliebhaber auf die passenden Räume – zwei ehemalige Zehntscheunen in der denkmalgeschützten Gutsanlage von Consbruch in Hiddenhausen. Mit einem erheblichen Aufwand restaurierten Möhlmann und seine Mitstreiter die Gebäude, um sie als Museum zu nutzen.

Der stolze Museumsleiter in seiner Werkstatt
Der stolze Museumsleiter in seiner Werkstatt
1998 wird der Traum vom ersten Holzhandwerksmuseums in Ostwestfalen-Lippe Wirklichkeit. Dabei hat dieser Handwerkszweig hier Tradition. Der Kreis Herford, dessen Firmen weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sind, gilt sogar als "Möbelland". Umso überraschender, dass vor 1998 kein einziges Museum der Region das Holzhandwerk zum Thema hatte. Heinrich Möhlmann staunt noch heute darüber. Er ist froh, dass dieses Gewerbe und seine jahrhundertealte Geschichte im Ravensburger Land nun nicht in Vergessenheit gerät.

Sägeblätter in Reih und Glied
Sägeblätter in Reih und Glied
Inzwischen umfasst die Sammlung mehr als 1.500 Objekte. Hobel, Sägen, Bohrer und Zirkel: Alles, was die Handwerksmeister einst so brauchten. Gesammelt werden allerdings nur Dinge, die vor 1955 in den Werkstätten zum Einsatz kamen. Ein besonderes Schmuckstück des Museums ist die Tischlerwerkstatt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Spinnweben, Staub und Holzspäne gehören selbstverständlich zum Inventar. Der Vorsitzende des Fördervereins und seine ehrenamtlichen Mitstreiter zeigen den Besuchern, wie beim Hobeln die Späne fliegen. "Der Staubsauger muss draußen bleiben!", warnt Möhlmann jeden übereifrigen Putzteufel.

Vor allem Kinder sind begeistert vom Museum – zumal sie selbst Hand anlegen dürfen und in passender Umgebung sägen, bohren, drechseln, schnitzen und feilen, was das Zeug hält. Aber auch Erwachsene lassen sich vom Enthusiasmus der ehrenamtlichen Helfer anstecken. 5.000 Besucher jährlich ist die stolze Bilanz. Darüber freut sich Museumschef Möhlmann besonders: "Das große Interesse an dem Museum beflügelt uns regelrecht." Und so schmiedet er bereits Pläne für die Zukunft: In der nächsten Zeit will er eine Bibliothek aufbauen, damit auch Gedrucktes und Geschriebenes rund um das Holzhandwerk als Teil der Geschichte erhalten bleibt. Bei so viel Begeisterung ist sicher, dass auch in Zukunft der Duft von frischem Holz durch die Scheunen zieht.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Der Förderverein für das Holzhandwerksmuseum im Kreis Herford hat mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung in der denkmalgeschützten Hofanlage von Gut Hiddenhausen ein einzigartiges Museum auf 800 Quadratmetern eingerichtet, das die Geschichte der verschiedenen Handwerksbereiche umfassend thematisiert und inzwischen mehr als 1.500 Ausstellungsstücke hat.

Googlemap aufrufenHolzhandwerksmuseum
Maschstraße 16
32120 Hiddenhausen
Telefon: 0 52 23 / 8 42 59 und 8 48 82
www.holzhandwerksmuseum-hiddenhausen.de

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