ALTE MÜHLE DONSBRÜGGEN

FRISCHER WIND FÜR FRISCHES BROT

Die dicken Brotlaibe sind alle aus "mühleneigener" Produktion
Die dicken Brotlaibe sind alle aus "mühleneigener" Produktion
Die großen Bleche sind randvoll mit dicken, goldgelben Brotlaiben. Deftiges Vollwert-Weizenbrot, knuspriges Rosinenbrot und frische Hefezöpfe verströmen einen köstlichen Duft. Die Alte Mühle in Donsbrüggen bei Kleve ist der Gegenentwurf zur Schnellbäckerei: Der Wind mahlt das Mehl, freiwillige Helfer kneten daraus einen Natursauerteig und formen die Laibe. Im Steinofen wird das Brot gebacken, und den Besuchern bleibt nur noch eins: essen und genießen.

Die Alte Mühle Donsbrüggen in Kleve
Die Alte Mühle Donsbrüggen in Kleve
Gerade für Kinder sind die speziellen Backveranstaltungen ein großer Spaß. Die Klever Mühlenbäcker zeigen ihnen, in welchen Schritten aus Getreidekörnern ein leckeres Vollkornbrot entsteht. Auch für Erwachsene ist es ein spannendes Erlebnis, sich die Funktionsweise einer Mühle genauer anzusehen. Denn in Donsbrüggen gibt es auch noch etwas Besonderes: Die Flügel der achteckigen Holländermühle sind "Bilausche Vertikantenflügel". Ihren Namen verdanken sie dem Fliegermajor Kurt Bilau, der Leichtmetallflügel nach dem Vorbild von Flugzeugtragflächen entwarf. Der Vorteil dabei ist, dass ein Spalt zwischen zwei Flügelflächen je nach Windstärke geschlossen und geöffnet werden kann.

Das Mahlwerk sieht aus wie vor über 150 Jahren.
Das Mahlwerk sieht aus wie vor über 150 Jahren.
Bilau hatte mit seinen neuen Entwicklungen die Bauweise der Windmühlen entscheidend beeinflusst. Mit seinem ausgefeilten Flügelsystem gelang es nämlich, die Energieverluste durch Strömungen zu verringern und so die Leistung zu steigern. Nach seinem Vorbild richteten sich andere Mühlenbauer noch bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Doch seine Konstruktionen hatten auch Nachteile: Sie waren ziemlich schwer und außerdem teuer. In Deutschland gibt es nur noch zehn von einst 140 Mühlen mit dieser speziellen Antriebstechnik und eine davon ist die Alte Mühle Donsbrüggen.

So feines Mehl ist allein mit der Kraft des Windes entstanden.
So feines Mehl ist allein mit der Kraft des Windes entstanden.
Auch das Mahlwerk der zwischen 1821 und 1824 errichteten Mühle ist ein echtes Original. Für eine fachgerechte Renovierung haben sich die Mitglieder des Förderkreises Mühlenmuseum eingesetzt. Bereits seit 1982 engagieren sie sich für "ihre" Mühle und erklären jährlich rund 6000 Besuchern, wie mit Hilfe von Windkraft und ausgefeilter Technik aus Getreide Mehl wird. Für den Laien ist es nämlich gar nicht so leicht, die Mechanismen aus Flügeln, Zahnrädern und Kolben zu verstehen. Wenn schließlich auf dem Mehlboden das frische Mahlgut über eine Schütte direkt in Säcke gefüllt wird, fühlt sich der Besucher wie in alte Zeiten versetzt. Und sobald aus der kleinen Backstube nebenan der Duft der handgefertigten Brote herüberweht, erscheint der Gedanke, jemals wieder Tiefkühlbackwaren und Aufbackbrötchen zu essen, ein bisschen abwegig.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat den Förderkreis Alte Mühle Donsbrüggen e.V. in Kleve mit einem Zuschuss für die Instandsetzung der Mühle unterstützt. Überzeugt hat den Vorstand der Stiftung das jahrelange ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder für das seltene Technikdenkmal.

Googlemap aufrufenAlte Mühle Donsbrüggen
Heidestraße 5
47533 Kleve-Donsbrüggen
Telefon: 0 28 21 / 2 62 11
www.muehle-donsbrueggen.de

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