BIENEN UND WESPEN IN NRW

BESTECHENDE ZEUGEN INTAKTER NATUR

Der süße Saft eine Pflaume zieht Faltenwespen an.
Der süße Saft eine Pflaume zieht Faltenwespen an.
Hektisches Wedeln, Schlagen und panische Flucht – so reagieren viele Menschen, wenn Vertreter aus der Großfamilie der "Stechimmen" auftauchen. Dabei sind von den etwa 450 Bienen- und Wespenarten Nordrhein-Westfalens nur wenige in der Lage, menschliche Haut mit ihrem Stachel zu durchdringen. Gefährlich ist das dann auch nur für Allergiker, alle anderen sollten sich über schwirrenden Besuch freuen. Denn wo Stechimmen auftauchen, ist die Natur meist intakt und die Umweltqualität hoch.

Ein Mauerbienen-Männchen saugt Hyazinthen-Nektar.
Ein Mauerbienen-Männchen saugt Hyazinthen-Nektar.
Etwa die Hälfte der Bienen- und Wespenarten in Deutschland steht zur Zeit auf der "Roten Liste der bedrohten Tierarten", weil ihr Bestand gefährdet ist. In monotonen Agrarlandschaften, in denen bunte Blumen fehlen und jeder Quadratmeter intensiv genutzt wird, finden die Stechimmen weder Nahrung noch Brutstätten. Doch die Natur kann nicht ohne die geflügelten Helfer auskommen, denn sie sichern den Fortbestand der Pflanzenwelt: Die Bienen sammeln Pollen, Nektar oder auch Blütenöl für ihre Brut und bestäuben dabei so ganz nebenbei die Pflanzen. Die Wespen hingegen füttern ihre Larven überwiegend mit fleischlicher Kost. Sie jagen beispielsweise Fliegen, Käfer, Wanzen oder Heuschrecken. Im Ökosystem sorgen sie auf diese Weise dafür, dass die Zahl Pflanzen fressender Insektenlarven nicht zu groß wird.

Ein Weibchen der Sandbiene
Ein Weibchen der Sandbiene
Natürlich freut sich niemand über schwirrende, schwarz-gelbe Gäste auf einer Gartenparty. Doch gehören zu den Stechimmen nicht nur Gemeine und Deutsche Wespen, domestizierte Honigbienen oder Hummeln. Es gibt eine bunte Vielfalt von unterschiedlichen Gattungen mit amüsanten Namen wie Blattschneiderbiene, Maskenbiene, Wollbiene, Pelzbiene oder Kuckucksbiene. Auch wenn sie zu den Wildbienen gehören, sind sie äußerst friedfertig: Ihren Stachel setzen sie nur aus Notwehr ein. Im Gegensatz zum landläufig bekannten Bienenstaat leben die meisten Arten solitär und sind also Einzelgänger. Die kleinen, unscheinbaren Tiere bewohnen hohle Pflanzenstängel, Holzfraßlöcher oder winzige Erdgänge im Boden.

Die Hornisse ist ein Wespenjäger.
Die Hornisse ist ein Wespenjäger.
Die sozialen Faltenwespen hingegen bilden große Staaten. Einer Königin, die den Bau eines Nestes anfangs allein bewältigt, helfen später etwa 5.000 Arbeiterinnen. Sie alle sind unfruchtbare Töchter der Königin. Während diese sich dann um die Eiablage kümmert, bauen die Arbeiterinnen die Nester zu großen Kugeln aus und übernehmen die Nahrungsversorgung. Im Spätsommer und Herbst ist besonders viel zu tun, denn die Wespenlarven brauchen ständig Futter. Die Menschen merken das an den zahlreich umherschwirrenden Wespen auf emsiger Futtersuche. Die Deutsche und die Gemeine Wespe sind allerdings die einzigen Arten, die auf zuckerhaltige Getränke, Obst oder Süßwaren fliegen. Gerade zu dieser Zeit ist es wichtig, in der Nähe eines Nestes auf hektische Bewegungen und panisches Herumwedeln zu verzichten. Denn nur wenn Bienen oder Wespen sich bedroht fühlen oder ihr Nest verteidigen wollen, stechen sie.

Eine Wespenbiene saugt Nektar.
Eine Wespenbiene saugt Nektar.
Ein Wespen- oder Bienenstich ist zwar zuweilen schmerzhaft, einen gesunden Erwachsenen kann das jedoch nicht ernsthaft gefährden. Ein schneller Gang zum Arzt ist nur bei Allergikern und bei einem Stich in den Hals oder Rachen notwendig.


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Die NRW-Stiftung hat die Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung e.V. bei der Herausgabe der Broschüre "Heimische Bienen und Wespen – Ein Leitfaden für regionale Artenschutzprojekte" unterstützt. Die 36-seitige Broschüre (3,50 Euro, ISBN 3-931252-93-7) beschreibt, wie sich die Lebensräume für Bienen und Wespen etwa durch das Pflanzen von Obstbäumen, den Bau von Nisthilfen auf dem heimischen Balkon oder durch Lehmwände verbessern lassen.
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