SCHLOSS HOHENLIMBURG

DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HAND

Um die schwarze Hand rankt sich eine schaurige Legende.
Um die schwarze Hand rankt sich eine schaurige Legende.
Ein ungezogener Edelknabe schlägt im Zorn seine Mutter. Die Bestrafung für diese Missachtung des christlichen Gebots, seine Eltern zu ehren, ist entsetzlich: Vor der versammelten Stadt Limburg schlägt ein Scharfrichter dem Knaben die Hand ab. Sie wird einbalsamiert und als Warnung an alle Kinder fortan auf Schloss Hohenlimburg ausgestellt. Auch heute noch läuft den Besuchern des Schlosses beim Anblick der schwarzen Hand ein kalter Schauer über den Rücken.

Von den alten Wehrtürmen bietet sich ein fantastischer Blick in die Landschaft.
Von den alten Wehrtürmen bietet sich ein fantastischer Blick in die Landschaft.
Glücklicherweise ist dieses grausige Lehrstück nur eine Legende. Tatsächlich handelt es sich bei der schwarzgefärbten Hand wohl um ein mittelalterliches Leibzeichen – ein Beweisstück aus einer ungeklärten Morduntersuchung. Zum Vorschein kam das im Kalkmörtel des Bergfrieds konservierte Relikt im Jahr 1811, als ein Blitzschlag den Wehrturm in Trümmer legte. Im Laufe der Jahrhunderte ist die Burg immer wieder in Teilen zerstört, ausgebrannt und im 18. Jahrhundert als spätbarockes Residenzschloss ausgebaut worden. Dennoch ist bis zum heutigen Tage der stattliche mittelalterliche Charakter der Anlage als wehrhafte Festung gut zu erkennen. Weithin sichtbar thront die einzige, über die Jahrhunderte weitgehend erhaltene Höhenburg Westfalens, auf dem Hagener Schleipenberg.

Der mittelalterliche Charkter des Schlosses ist erhalten geblieben.
Der mittelalterliche Charkter des Schlosses ist erhalten geblieben.
Die um 1240 erbaute "hohe Limburg" ist seit 1592 im Besitz der fürstlichen Familie von Bentheim-Tecklenburg, die das Schloss seit nunmehr 24 Generationen nutzt. Regelmäßig stehen die Türen des Schlossmuseums für Gäste offen. Im Untergeschoss beeindrucken Kabinett, Roter Salon und Fürstensaal. Der mit Delfter Kacheln ausgestattete Fürstensaal lässt sich schnell zum Empfangssaal vergrößern. Etwa 120 Gäste finden hier Platz, um Vorträge oder Konzerte zu hören oder Hochzeiten zu feiern. Ein original erhaltener gusseiserner Ofen und ein prachtvoller Kronleuchter sorgen für ein fürstliches Flair. Die Besucher erhalten einen Eindruck der höfischen Wohnkultur auf einer Residenz des 19. Jahrhunderts. Fürst Emil und Fürstin Louise, die bis 1830 auf Schloss Hohenlimburg lebten, richteten die fürstlichen Wohnräume im Biedermeierstil ein. Das, was damals Trend ihrer Zeit war, ist bis heute unverändert, denn die Originalmöbel befinden sich seit nunmehr 200 Jahren im Schloss.

Prachtvolle Räume stehen für Vorträge, Konzerte und Trauungen offen.
Prachtvolle Räume stehen für Vorträge, Konzerte und Trauungen offen.
Wenn genug Geld vorhanden ist, soll das heutige Schlossmuseum um eine Ausstellung zur Geschichte der Grafschaft Limburg ergänzt werden. Erst kürzlich haben die Mitglieder des Hohenlimburger Heimatvereins geholfen, die Museumsräume herzurichten. Und auch jetzt kann die fürstliche Familie wieder auf das ehrenamtliche Engagement setzen. Denn gemeinsam mit den örtlichen Vereinen – den Schlossspielfreunden, dem Förderkreis des Kaltwalzmuseums und dem Verein für Orts- und Heimatkunde Hohenlimburg – haben sie Pläne für eine bessere öffentliche Nutzung des Schlosses entwickelt. Wer Schloss Hohenlimburg besucht, soll künftig wieder über den alten Wehrgang auf der Schlossmauer spazieren können. Von den alten Wehrtürmen blicken Besucher über die sauerländischen Höhen bis hin zur Hohensyburg in Dortmund und in die gewerbefleißigen Täler von Lenne und Nahmer. Die schwarze Hand und ihre mysteriöse Geschichte ist bei dieser Aussicht schnell vergessen.

zum Projekt Kaltwalzmuseum


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Auf Antrag des Förderkreises Deutsches Kaltwalzmuseum e.V., des Vereins für Orts- und Heimatkunde Hohenlimburg e.V. und des Freundeskreises Schlossspiele Hohenlimburg e.V. unterstützt die NRW-Stiftung notwendige Instandsetzungsarbeiten in den Außenbereichen des Schlosses und außerdem eine Erweiterung der Ausstellungsmöglichkeiten für das Deutsche Kaltwalzmuseum.

Googlemap aufrufenMuseum Schloss Hohenlimburg
Alter Schlossweg 30
58119 Hagen-Hohenlimburg
Tel.: 0 23 34 / 27 71
www.schloss-hohenlimburg.de

Außenaufnahmen jederzeit möglich,
im Burghof nur während der Öffnungszeiten.
Innenaufnahmen sind nicht gestattet.

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