KNOLLMANNS MÜHLE IN HÖRSTEL

EIN BAUWERK IM STÄNDIGEN WANDEL

Der Holzanbau der Sägemühle war in den 80er Jahren bei einem Sturm stark beschädigt worden und wurde anschließend komplett neu aufgebaut.
Der Holzanbau der Sägemühle war in den 80er Jahren bei einem Sturm stark beschädigt worden und wurde anschließend komplett neu aufgebaut.
Mit einer "gnädigsten Concession" fing alles an: Am 6. April 1796 gab kein Geringerer als Fürst Max Franz von Bayern, Fürstbischof von Münster, dem Zeller Knollmann "urkund unseres gnädigsten Handzeichens und beigedrückten geheimen Kanzleisiegels" die schriftliche Erlaubnis zur Errichtung eines Mühlengebäudes. Mit diesem Einverständnis begann in Hörstel die lange und wechselvolle Geschichte von "Knollmanns Mühle".

Zeller Knollmann hatte den Regenten "untertänigst gebeten", an der Aa eine Mühle anlegen zu dürfen. Zwei Eichen durfte er für die Mühle, die zur Leinenherstellung benötigt wurde, fällen. Der überlieferte Text der fürstlichen "Concession" verrät auch, dass der Bitte Knollmanns gegen eine Gebühr von alljährlich zu entrichtenden drei Reichstalern entsprochen wurde.

Das Mühlenensemble vor der Restaurierung durch den Hörsteler Heimatverein.
Das Mühlenensemble vor der Restaurierung durch den Hörsteler Heimatverein.
Vier Jahre später wurde die erste Hälfte der späteren Doppelmühle in Betrieb genommen. Und bereits im Jahr 1804 hegte Knollmann ein neues Bau-Vorhaben. Dafür wurden weitere fünf Taler pro Jahr fällig. Denn unter dieser Auflage erhielt Knollmann durch Seine königliche Majestät von Preußen – Hörstel gehörte inzwischen zum Königreich Preußen - die offizielle Erlaubnis, in dem Gebäude an der Aa eine Mühle für Perlgerste zu betreiben. Um das Jahr 1900 wurde die Mühle dann zu einer Sägemühle mit unterschlächtigem Wasserrad umgebaut. Bei dieser Technik hängt der untere Teil des Rades im Wasser und wird durch die Stoßkraft des Wassers rückwärts gedreht. Das zweite Gebäude der Mühlenanlage war 1808 fertiggestellt worden und hatte zunächst eine Walke- und Ölmühle beherbergt. Bereits im Jahr 1813 wechselte Knollmann aber erneut die "Branche" und ließ in das Gebäude eine Kornmühle einbauen.

Über das Wasserrad wird die instandgesetzte Sägemühle betrieben.
Über das Wasserrad wird die instandgesetzte Sägemühle betrieben.
Bis 1964 war die Doppelmühle in Betrieb. Heute bietet sie den Besuchern als funktionsfähiges technisches Denkmal spannende Einblicke in die Mühlentechnik. Im Inneren des Bauwerks sind noch Reste der Mahlgänge und die Mühlsteine erhalten. Die ausgebaute Turbine ist vor dem Mühlengebäude ausgestellt.

Erste Überlegungen, das Bauwerk für die Nachwelt zu erhalten, gab es im Jahr 1988 von Seiten des damaligen Eigentümers Heinz-Josef Noje-Knollmann sowie der Stadt und des Heimatvereins Hörstel. Im September des gleichen Jahres wurde die Doppelmühle in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. In den folgenden Jahren gelang es mit Unterstützung der NRW-Stiftung, das Gebäude gründlich zu restaurieren. Das Sägemühlengebäude wurde fast vollständig abgetragen, die einzelnen Teile wurden überarbeitet oder ersetzt und dann wieder aufgebaut. Ein neues Mühlrad ist heute wieder in der Lage, die komplett erhaltene Sägemühlenmechanik in Schwung zu bringen. Das Gebäude der Getreidemühle wurde ebenfalls restauriert und zum Teil wieder neu aufgebaut.

Knollmanns Mühle ist ein Anziehungspunkt für Bevölkerung und Besucher in Hörstel.
Knollmanns Mühle ist ein Anziehungspunkt für Bevölkerung und Besucher in Hörstel.
Zusammen mit einem Rundwanderweg ist Knollmanns Mühle in Hörstel wieder zu einem Anziehungspunkt für Bevölkerung und Besucher geworden. Der Heimatverein hält in der Mühle Sitzungen ab, außerdem wird das historische Bauwerk für kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt. Von Zeit zu Zeit organisiert der Heimatverein Handwerksvorführungen und ein Schausägen in der Mühle.


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Der Eintritt ist generell frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Mit finanzieller Hilfe der Nordrhein-Westfalen-Stiftung wurde Knollmanns Mühle von Grund auf restauriert. Die Mühle kann heute zu Demonstrationszwecken genutzt werden. Auch das alte Turbinenrad wurde als Exponat wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Googlemap aufrufenKnollmanns Mühle
Uferstraße 38
48477 Hörstel
Telefon: 0 54 59 / 82 82
www.heimatverein.hoerstel.de

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