MUSEUM LOKSCHUPPEN IN HOCHDAHL

MIT VOLLDAMPF VORAUS

 
 
Ein Höhenunterschied von 82 Metern auf einer Strecke von 2500 Metern zwischen Erkrath und Hochdahl – für die heutigen Elektro-Loks ist das ein Kinderspiel. Doch um diese Steigung nur mit der Kraft des Dampfes zu überwinden, war bis in das Jahr 1926 ausgefeilte Technik notwendig. Im Museum Lokschuppen erleben die Besucher, wie es gewaltige, tonnenschwere Lokomotiven mit Hilfe von findigen Ingenieuren von der Rheinebene bis ins Bergische Land schafften.

 
 
Bevor es die Eisenbahn gab, brauchte ein Pferdefuhrwerk vom Tal der Wupper bis zum Rhein etwa sechs Stunden – viel zu lange also, um Rohstoffe oder Fertigwaren schnell liefern zu können. Außerdem war der Weg zum Rheinhafen in Düsseldorf von den zahlreichen Fuhrwerken mit ihren schweren Lasten bald so zerstört, dass die Unternehmer im Tal der Wupper um ihren Umsatz bangten. Friedrich Harkort, ein Industriepionier aus Wetter an der Ruhr, erkannte als erster das Potential der Eisenbahn für den Handel. 1825 rief er öffentlich dazu auf, zwischen Köln und Minden ein Schienennetz zu bauen. Doch verwaltungstechnische Hindernisse und skeptische Mitbürger verschleppten das Bauvorhaben bis ins Jahr 1838. Dann endlich rollte der erste Zug auf dem Teilstück von Düsseldorf nach Erkrath. Das war zwar nur ein Bruchteil der geplanten Stecke, aber doch ein wichtiger Schritt in Richtung Schienenverkehr im Westen Deutschlands.

 
 
Bei diesem spannenden Kampf um die Eisenbahn sind die Besucher des Museums Lokschuppen "Erkrath-Hochdahl" im wahrsten Sinne des Wortes "mittendrin". Der Lokschuppen stammt nämlich aus dem Jahr 1864, als hier noch Züge der Bergisch-Märkischen Privateisenbahn vorbeidampften. In dem aufwändig restaurierten Gebäude entdecken Zug-Begeisterte von der Bahnhofsuhr bis zum alten Fahrkartenautomaten alles rund um das Thema Eisenbahn. Wer einmal das glatte, kühle Metall einer Lok spüren und den Blick auf die Technik wagen möchte, der hat im Außengelände Gelegenheit dazu. Echte historische Fahrzeuge beeindrucken durch ihre schiere Größe und die technischen Finessen. Ein Wunderwerk der Ingenieurskunst ist die Seilzuganlage: Betrieben von einer Dampfmaschine und später allein von Umlenkrollen sorgte sie bis 1926 für freie Fahrt zwischen Erkrath und Hochdahl. Später halfen Vorspann- und Schiebelokomotiven, die Steilrampe zu überwinden.

 
 
Heute fahren die Besucher dank Elektrizität ganz ohne Dampf und scheinbar mühelos mit der S-Bahn nach Erkrath. Ein Restaurant mit Biergarten und zahlreiche Veranstaltungen machen den Lockschuppen zu einem beliebten Ausflugsziel mit historischer Bedeutung.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die NRW-Stiftung hat dem Erkrather Verein Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath- Hochdahl e. V. bei der Restaurierung und Einrichtung des Lokschuppens und der Verlegung von Gleisen geholfen.

Googlemap aufrufenEisenbahn- und Heimatmuseum
Ziegeleiweg 1-3
40699 Erkrath-Hochdahl
Teleon: 0211 / 30 26 90 05
www.lokschuppen-hochdahl.de

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