HEIMATMUSEUM GRIETH

SCHIFFE IM SCHLEPPTAU

 
 
Wo sich heute Ausflügler auf Rad- und Wanderwegen ein schönes Wochenende machen, zogen bis ins 19. Jahrhundert Pferde ganze Schiffe hinter sich her. Bei Windstille schleppten sie von den Pfaden des Rheinufers aus an langen Seilen bis zu 400 Zentner Ladung flussaufwärts. Auch in Grieth bei Kalkar spielte die sogenannte "Treidelschifffahrt" neben der Fischerei eine wichtige Rolle.

 
 
Geht man durch die historische Innenstadt Grieths, so fallen an manchen Häusern charakteristische Rundbogentore auf. Dahinter lebten die kräftigen Zugpferde in ihren Ställen, bevor die Dampf- und Schleppschifffahrt die traditionelle Treidelschifffahrt verdrängte. Die Leinpfade an den Ufern tragen jedoch noch heute ihren Namen von den langen Leinen, die Pferdegeschirr und Schiff miteinander verbanden. Auch sonst ist der kleine Ort von seiner mittelalterlichen Handelsgeschichte geprägt. Durch die günstige Lage direkt am Ufer des Flusses lebten die Bürger vor allem vom Fischfang. Lachse, Forellen und Aale tummelten sich damals in großen Mengen im Rhein und brachten den Einwohnern Wohlstand. Der Handel gedieh und um das Jahr 1254 erhielt Grieth die Stadtrechte.

 
 
Besonderen Reichtum brachte 1472 die Verleihung der Zoll- und Stapelrechte. Nun konnten die Einwohner Grieths von vorbeireisenden Händlern Abgaben verlangen und sie durch das Stapelrecht dazu verpflichten, ihre Waren für eine bestimmte Zeit in der Stadt auf dem Markt feilzubieten. Der alte Marktplatz ist bis heute in Lage und Ausdehnung unverändert. So erhalten die Besucher des Ortes eine genaue Vorstellung vom mittelalterlichen Charakter der Stadt. Seit 1993 hilft außerdem das Heimatmuseum dabei, sich ein Bild von der Vergangenheit zu machen. Ehrenamtliche Helfer haben Ausrüstungen und Werkzeuge von Korbflechtern, Fischern und Rheinschiffern sowie Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sorgsam zusammen getragen und ausgestellt. Ergänzt durch viele Bilder und Fotos vermitteln sie einen Eindruck, wie die Menschen sich damals ihren Unterhalt verdienten.

 
 
Das Museum liegt inmitten des alten Ortskerns von Grieth und gehört mit gerade einmal 30 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu den kleinsten Museen Nordrhein-Westfalens. In unmittelbarer Nähe zur Personenfähre kommen zahlreiche Wanderer und Fußgänger hier vorbei und tauchen im dichten Gewirr aus Fischernetzen, Aalreusen und Schiffsmodellen in die Vergangenheit ein. Historische Karten, Urkunden und Dokumente ergänzen das bunte Sammelsurium des Museums.

 
 
Im idyllischen Zentrum von Grieth lässt sich inmitten kleiner Gässchen und schmaler Häuserfronten schon mal vergessen, dass das Leben im Mittelalter von harter Arbeit bestimmt war – vor allem für den Abschleppdienst mit vier Hufen.


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Der Eintritt ist generell frei.

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Mit Unterstützung der NRW-Stiftung konnte das Heimatmuseum Grieth eingerichtet werden. Das kleine Museum gibt einen guten Einblick in das frühere Leben der Bürger und ihre Haupterwerbsquellen Fischfang, Schifffahrt und Korbflechterei.

Googlemap aufrufenHeimatmuseum Grieth
Griether Markt 26
47546 Kalkar-Grieth
Telefon: 0 28 24 / 71 26
www.heimatmuseum-grieth.de

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