BURG RAVENSBERG

RETTUNG FÜR DIE RITTERBURG

Blick durch die Zinnen: der Aussichtsturm
Blick durch die Zinnen: der Aussichtsturm
Hoch oben auf einer Bergkuppe des Teutoburger Waldes lugt ein mächtiger Turm hinter dichten Bäumen hervor. Wer bis an die dicken Sandsteinmauern heraufsteigt, der erkennt den Wehrturm mit seinen 30 Zinnen und der alten Ringmauer. Das beeindruckende Bauwerk aus dem hohen Mittelalter ist die Ravensburg im Ravensberger Land.

Das alte Forsthaus neben dem Turm ist nun ein Gasthaus.
Das alte Forsthaus neben dem Turm ist nun ein Gasthaus.
Hier wurde gestritten, gekämpft und erobert: Die Burg Ravensberg, kurz auch Ravensburg genannt, wurde vermutlich um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert unter den Grafen von Calvelage erbaut, die sich später Grafen von Ravensberg nannten. Doch nicht etwa der Ansturm von Feinden, sondern der Befehl von Friedrich Wilhelm I. brachte die Burg zum "Einsturz". Er ließ 1733 alle Gebäude abreißen, ausgenommen den Wehrturm, der bis 1830 als Gefängnis genutzt wurde. Stehen blieben auch große Teile der mächtigen Ringmauern und der Brunnen.

Blick in den 100 Meter tiefen Brunnenschacht.
Blick in den 100 Meter tiefen Brunnenschacht.
Dieser ist mit einer Tiefe von über 100 Metern der einzige komplett erhaltene Brunnen in Deutschland aus dem Hochmittelalter".

Ausblick über das Ravensberger Land.
Ausblick über das Ravensberger Land.
100 Jahre später wurde die Burganlage unter der Leitung des preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel restauriert und ein Forsthaus neben dem Turm gebaut. Danach geriet die Burg wieder in Vergessenheit und drohte trotz der Erkenntnis, dass sie ein wichtiges historisches Denkmal für die ganze Region ist, zu verfallen. Als letzten Ausweg plante der Eigentümer, das Land Nordrhein-Westfalen, die Burg als Immobilie an einen privaten Investor zu verkaufen. Doch das wollten die Bürger aus Borgholzhausen und Umgebung Preis verhindern. Sie starteten einen "Rettungsfeldzug" für den Erhalt der Ravensburg. Es gelang, beträchtliche Spendensummen zusammenzutragen und erfolgreich eine "Stiftung Burg Ravensberg" für die Zukunft des Denkmals ins Leben zu rufen.

Über diese Treppe erreichen Besucher die Aussichtsplatttform.
Über diese Treppe erreichen Besucher die Aussichtsplatttform.
Von Schulen über Vereine unterschiedlichster Art, von Geschäftsinhabern bis zu großen mittelständischen Firmen, von Privatpersonen bis zu Rentnerinnen und Rentnern beteiligten sich alle an der Rettungsaktion. Nicht zuletzt leisteten Helferinnen und Helfer des Heimatvereins Borgholzhausen über 20.000 Stunden ehrenamtliche Aufbauarbeit.

Burg Ravensberg hat sich dank des großen Engagements von einer fast vergessenen Ruine zu einem beliebten Ausflugsziel gemausert. Das idyllische Gemäuer ebenso wie der Blick in die grausige Tiefe des Brunnens oder der weite Blick vom Turm über das Ravensberger Land und in die Münsterländische Tiefebene bis hinüber zu den Bergen des Sauerlandes ist für jeden Besucher beeindruckend.

Für Schüler gibt es seit einigen Jahren ein weiteres Argument, die Burg zu besuchen. Am Fuß des Denkmals entstand ein "Grünes Klassenzimmer", das in einem überdachten Außenbereich Platz für bis zu 150 Personen bietet – ideal für Klassenausflüge ins Ravensburger Land. Über 2.500 Kinder und Jugendliche werden jährlich von den pädagogischen Mitarbeitern der Stiftung mit geschichts- und naturkundlichen Themen betreut, auf dass sie den Bezug zu diesen beiden wichtigen Themen mit in ihr späteres Leben nehmen.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützt die Gründung einer eigenen Stiftung Burg Ravensberg, die sich um den Erhalt des Denkmals kümmert. Engagierte Bürger der Region haben dafür gemeinsam mit der NRW-Stiftung Spenden in Höhe von über 650.000 Euro zusammengetragen.

Googlemap aufrufenBurg Ravensberg
Burg Ravensberg 1
33829 Borgholzhausen
Telefon: 0 54 25 / 93 35 44
www.stiftung-burg-ravensberg.de

Die Parkplätze liegen 600 Meter unterhalb der Burg.
Der Turm und der Brunnen sind nur im Rahmen einer Führung betretbar.

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