INFOTAFELN/BESUCHERLENKUNG WAHNER HEIDE

NEUES KAPITEL FÜR DEN NATURSCHUTZ

In parkartigen Wäldern zu Hause: der Gartenrotschwanz
In parkartigen Wäldern zu Hause: der Gartenrotschwanz
Heide und Düne, Tümpel, kleine Moore sowie lichter Wald aus Kiefer und Birken. Wo früher Truppen ihre Manöver abhielten, ist in den letzten Jahren ein ausgedehntes Naturschutzgebiet entstanden. Nun genießen Erholungssuchende auf ausgewiesenen Wegen die Landschaftsidylle der Heide in Wahn, einem Stadtteil von Köln.

Die Wahner Heide ist ein Landstrich von herber Schönheit, aber auch ein Gebiet, das den Großflughafen Köln-Bonn und Zehntausende von Ausflüglern verkraften muss.
Eine Zauneidechse beim Sonnenbaden.
Eine Zauneidechse beim Sonnenbaden.
Nach dem Abzug der belgischen Armee aus dem Naturschutzgebiet engagiert sich das "Bündnis Wahner Heide" für die mehr als 700 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste, die heute dort zu Hause sind. Wegen dieses außerordentlichen Reichtums ist die Wahner Heide auch ein so genanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet. Da es die fachlichen Kriterien der europäischen Naturschutz-Richtlinie erfüllt, ist es an die Europäische Union gemeldet worden. Eichenwälder und Zwergstrauchheiden, Dünen, Sandmagerrasen mit Silbergras, Heidemoore mit Sonnentau und Torfmoos-Knabenkraut sowie Erlenbruchwälder mit Königsfarn prägen die Idylle. Diese Vegetation ist ein Paradies für viele Vögel, Insekten und Kleintiere, denn sie bietet Schutz, Nistmöglichkeiten und Nahrung.

Die Wahner Heide mit romantischem Birkenwäldchen.
Die Wahner Heide mit romantischem Birkenwäldchen.
In der Wahner Heide hat der Bau des Flughafens Köln-Bonn seine Spuren hinterlassen. So verschwanden die Balzplätze der letzten Birkhühner im rheinischen Tiefland unter Rollbahnen und Hangars. Darüber hinaus forderten der militärische Übungsbetrieb und großflächige Aufforstungen ihren Tribut von der Landschaft. Schon vor 180 Jahren nutzte die preußischen Armee Teile der Wahner Heide für ihre Schieß-Übungen. Der Artillerieplatz kostete damals nur wenig, weil das Land als minderwertiges Heideland mit sumpfigen Stellen eingestuft wurde. Als die Reichweiten der Geschütze zunahmen, vergrößerte sich der Übungsplatz. Im Laufe vieler Jahrzehnte nutzten die Preußische Armee, die deutsche Wehrmacht, die alliierten Besatzungstruppen, die NATO-Verbündeten und zuletzt die belgischen Streitkräfte das Gelände für Übungen. Während dieser Zeit war die Landschaft nur in Teilen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Knabenkraut fühlt sich in Nasswiesen wohl.
Das Knabenkraut fühlt sich in Nasswiesen wohl.
Seit den 1980er Jahren hat sich die Zusammenarbeit von Forst, Flugsicherheit und Naturschutz verbessert. So gleichen die Betreiber des Flughafens heute jeden neuen Eingriff in die Natur an anderer Stelle mit naturfördernden Maßnahmen aus. Daher weiden dort, wo vor einiger Zeit Panzer den Boden zerpflügten, wieder Schafe, Glan-Rinder und Edelziegen. Diese Nutztierrassen leisten tierische Hilfe bei der Landschaftspflege: Sie halten die Gehölze klein und die Weidelandschaft offen.

Um die wertvollen Flächen der Heide wirksam zu schützen, haben die Naturschützer ein Netz von Fußwegen für Besucher entwickelt. So werden Jogger, Wanderer und Spaziergänger mit einem Leitsystem auf den rechten Weg gebracht. Große Informationstafeln unterrichten an allen Wanderparkplätzen über dieses Wegenetz und die Bedeutung des Naturschutzes. Darüber hinaus weisen auf den ausgezeichneten Routen Schilder die Besucher auf Sehenswürdigkeiten hin. So erfahren Gäste, dass der Eichenwald der Lebensraum des seltenen Mittelspechts ist oder wie sich die Speisezettel von Rindern und Ziegen zum Wohl der Heide ergänzen. Denn die Glanviehherde frisst überwiegend Gras und Kräuter, während die Edelziegen Blätter und junge Zweige von Gehölzen sowie die Rinde mancher Bäume und Sträucher bevorzugen.

Alte Fahrspuren dienen Amphibien oft als Laichplätze.
Alte Fahrspuren dienen Amphibien oft als Laichplätze.
Seit 2005 gibt es neues umfangreiches Material für denjenigen, der die Kulturlandschaft auf eigene Faust entdecken möchte. Wer sich einfach das Naturschutzgebiet erlaufen möchte ist mit dem Wegeplan oder der Karte bestens bedient. Liebevoll gestaltet ist der neue Natur- und Kulturführer, der Nachfolger des beliebten Wanderführers. Anhand der Rundwanderwege hält er nicht nur ausführliche Hinweise zur Flora und Fauna bereit, sondern erzählt dem Interessierten auch Geschichte und Geschichten der Wahner Heide. Hungrige Bäuche und müde Füße werden nicht vergessen, der Serviceteil weist auf die nahe gelegene Gastronomie hin.

Hier geht es zum Wegeplan der Wahner Heide Wegeplan.


Die Karte und der Naturführer sind im Buchhandel erhältlich.

Sticht, Holger Maria:
Natur- und Kulturführer Wahner Heide
Die 9 Rundwanderwege
1./2. Auflage, 2005
Format: 13 x 21 cm, 176 S., 13 Karten, 175 Abb.
ISBN 3-935873-07-7 9,80 EUR


Kommentare

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10.06.2011, Jürgen Sedlag

Hallo,
danke, daß Sie "Meine Wahner Heide" unterstützen!
Sie liegt quasi vor meiner Haustür und ich verbringe einen großen Teil meiner Freizeit in diesem wunderschönen Gebiet von unschätzbarem Wert. Anbei ein Foto von vielen...
mit freundlichen Grüßen
Jürgen sedlag

Bild: Fliegenberg



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Die NRW-Stiftung hat das Bündnis Wahner Heide bei der Herstellung von Informationstafeln unterstützt. So werden die Besucher über die Schützbedürftigkeit und das Wanderwegenetz in der Wahner Heide informiert.

Bündnis für die Wahner Heide
Alte Feuerwache
Melchiorstraße 3
50670 Köln
Tel.: 02 21/73 92 87 1
E-Mail: wahnerheide@hotmail.com
Web: www.wahner-heide.com

Öffnungszeiten:
April bis Oktober jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr

Ausführliche Informationen bietet das Info-Zentrum Wahner Heide, das in zentraler Lage in Troisdorf-Altenrath liegt. Neben einem Ausstellungsraum von 1.000 Quadratmetern Größe gibt es ein Infohäuschen in traditioneller Fachwerkbauweise.

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