KORTUM-GESELLSCHAFT BOCHUM

DAS BELEBTE STILLE ÖRTCHEN

Kostenlos: Heute müssen Besucher nicht mehr zahlen.
Kostenlos: Heute müssen Besucher nicht mehr zahlen.
Einst diente es den Besuchern des Bochumer Stadtparks als öffentliche Bedürfnisanstalt, nun ist es eine Anstalt für kulturelle Bedürfnisse. In dem ehemaligen Toilettenhäuschen hat die Kortum-Gesellschaft Bochum nach der aufwändigen Renovierung ihr neues Domizil und einen Veranstaltungsort eingerichtet.

Leuchten bewahrten Besucher früher vor Schreck und Scham.
Leuchten bewahrten Besucher früher vor Schreck und Scham.
Natürlich haben einige Leute die Nase gerümpft, als die Kortum-Gesellschaft ihr Vorhaben der Öffentlichkeit vorstellte. Dabei war die Idee nicht abwegig, denn die Umgebung des stillen Örtchens hat einiges zu bieten. So ist die Grünanlage in der Nähe der Bochumer Innenstadt der älteste kommunale Park des Ruhrgebietes. Bereits 1871 beschlossen die Stadtoberen, der Stadt Bochum einen öffentlichen Park zu spendieren. Sehr zur Freude der Bürger, die in den Anlagen auch heute noch Ruhe und Entspannung "im Grünen" finden. Damit die Menschen ihren Bedürfnissen nachgehen konnten, ließ die Stadt in den 1920er Jahre eine öffentliche Toilette installieren. Aber nicht nur die Lage war ein Argument für den Erwerb des Häuschens, auch das Haus selbst. Die Erbauer haben sich große Mühe gegeben, ein auch architektonisch anspruchsvolles Haus zu bauen: Mit dem sternförmigen Dachkamin, den hellgrauen Fugen und mit über Eck angelegten Fensterreihen ist das kleine Gebäude von 1925 ein typisches Beispiel für die expressionistische Backsteinarchitektur. Und da der Schutz von Denkmälern ein wesentliches Ziel der Kortum-Gesellschaft Bochum ist, war die Entscheidung 1997 schnell gefallen.

Ursprüngliche Installationen des Häuschens
Ursprüngliche Installationen des Häuschens
Mit Beginn der Umbauarbeiten gab es im Stadtpark keine ruhige Minute mehr. Denn wo einst die Rinnsale der Wasserspülung leise in den Becken murmelten, hämmerten, bohrten, schliffen und sägten Auszubildende des Vereins über ein Jahr lang. Viel verändert haben die Helfer während dieser Zeit jedoch nicht, da das Häuschen möglichst originalgetreu bleiben sollte. So haben die Mitarbeiter die ursprünglichen Außenleuchten, die Damen und Herren vor Scham und Schrecken bewahrten, vom Rost befreit und als architektonische Zierde wieder in die Ecken des Häuschens gehängt. Im Inneren des Gebäudes ist im Eingangsbereich ein zusätzlicher Raum entstanden und die ursprünglichen Installationen sind einem großen Veranstaltungsraum gewichen. Doch die original blauen Kacheln aus den 1920er Jahre prägen immer noch das Ambiente der Räume und vermitteln den Besucher eine Eindruck von vergangener Atmosphäre. Der Sanitärbereich des neuen Vereinshauses hat einen voll funktionsfähigen Teil der ursprünglichen Einrichtung behalten. Mit neuem Gesicht übernimmt dieser Bereich nun die alte Funktion.

Teile des originalen Interieurs bleiben erhalten.
Teile des originalen Interieurs bleiben erhalten.
Auch in Zukunft wünschen sich die 200 Mitglieder des Vereins regen Andrang, um ihr Engagement für Heimatkunde, Stadtgeschichte und Denkmalschutz in Bochum und Region zu vermitteln. Als Bibliothek mit 1.500 Bänden und Veranstaltungsort lädt die ehemalige Bedürfnisanstalt die Besucher nun zu einer deutlich längeren Verweildauer als früher ein. Bis zu 40 Gäste finden Platz in den neuen Räumen der Kortum-Gesellschaft. Benannt ist der Verein übrigens nach dem Arzt, Wissenschaftler und Künstler Carl Arnold Kortum, der von 1745 bis 1824 gelebt hat.


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen



Die NRW-Stiftung hat die Kortum-Gesellschaft Bochum bei Umbau und Funktionswandel des Parkhäuschens zu einer Anstalt für kulturelle Bedürfnisse unterstützt.

Googlemap aufrufenKortum-Gesellschaft Bochum e.V.
Graf-Engelbert-Straße 18
44791 Bochum
Tel.: 02 34/58 14 80
Fax: 02 34/95 08 22 77
E-Mail: Kortum.eV@web.de

Bookmark and Share