DIE HEINRICHSHÖHLE IN HEMER

HEINRICHS RÜCKKEHR IN SEIN REICH

Geheime Unterwelt: die Heinrichshöhle in Hemer
Geheime Unterwelt: die Heinrichshöhle in Hemer
Unterwelt, ein Netz aus engen dunklen Gängen, kühle feuchte Luft. Plötzlich wird eine bizarre Landschaft im Schein der Lampen sichtbar: fantastische Schluchten, schmale Kriechgänge und aufragende Felsspalten. Tropfsteine wachsen eiszapfengleich dem Boden entgegen oder recken ihre Spitzen gen Himmel. Kristallene Becken werfen Funken an die Wand. Regent dieser unterirdischen Eislandschaft im sauerländischen Hemer ist Heinrich, ein alter Höhlenbär.

Heinrich in seine Einzelteile zerlegt
Heinrich in seine Einzelteile zerlegt
Das Skelett des knapp 10.000 Jahre alten Heinrich können Besucher in der Heinrichshöhle bestaunen. Während der letzten Eiszeit bezog der Herrscher auf vier Pranken sein unterirdisches Reich und nutzte es als Unterschlupf und Schlafstätte.
Der damalige Höhlenbesitzer fand den Vierbeiner vor ungefähr hundert Jahren als Knochen im Matsch der Höhle und schickte sie nach Berlin. Zurück kam ein vollständiger Heinrich, der sofort wieder sein Domizil im Erdinneren bezog. Seit die Tropfsteinhöhle 1905 als Schauhöhle eröffnet wurde ist der Höhlenbär eine Attraktion.

Heinrich nach seiner Erfrischungskur
Heinrich nach seiner Erfrischungskur
Auch wenn der Urahn von Meister Petz kein wärmendes Fell mehr trägt, wirkt sein 2,50 Meter langes Skelett mit dem mächtigen Kopf und den breiten Schulterblättern imposant. Das Knochengerüst des Höhlenbewohners ist fast vollständig erhalten. Doch der Zahn der Zeit hatte seine Spuren hinterlassen: Pilze und die hohe Luftfeuchtigkeit der Höhle haben dem Skelett so zugesetzt, dass es 2003 im Naturkundemuseum in Münster restauriert werden musste. "Die Knochen waren zum Teil spröde und die Haltestangen durchgerostet, es musste dringend etwas getan werden", erinnert sich Michael Landwehr vom Karstkundlichen Informations-Zentrum in Hemer. Der Diplom-Biologe und Höhlenkundler engagiert sich seit Jahren mit Unterstützung des Vereins "Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst" für die Erforschung und Aufbereitung der Höhlen im südlichen Westfalen und kümmerte sich um die Restauration von Heinrich.

Der trockene Kunstharz wird klar und füllt Risse
Der trockene Kunstharz wird klar und füllt Risse
Die Ausbesserung von Meister Petz dauerte insgesamt 3 Monate. Im westfälischen Museum für Naturkunde in Münster wurde Heinrich erst mal in seine Einzelteile zerlegt. Mit feinen Messingbürsten und Skalpellen haben Tierpräparatoren die Originalknochen zunächst von der alten braunen Lackschicht befreit, dann getrocknet und anschließend mit einem ungiftigen Kunstharz getränkt. Ein Edelstahlgestell gibt dem Knochengerüst den notwendigen Halt. Nach dieser Erfrischungskur erstrahlt Heinrich nun wieder in königlichem Glanz. Um seine empfindlichen Knochen künftig zu schützen, hat Heinrich ein lauschiges Plätzchen hinter Isolierglas bekommen- Heizung, Halogenbeleuchtung und Zierkies inklusive.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt ermäßigt.

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Die NRW-Stiftung hat die Mitarbeiter des Höhlen- und Karstkundlichen Informationszentrum (HIZ) in Hemer bei der Ausstattung der Heinrichshöhle unterstützt und bei der Restaurierung des Bärenskeletts geholfen.

Googlemap aufrufenHeinrichshöhle, Höhlen- und
karstkundliches Infozentrum
Felsenmeerstraße 7
58675 Hemer
Telefon: 0 23 72 / 6 15 49
www.hiz-hemer.de

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