SCHACHTANLAGE SICILIA IN MEGGEN

EINST EUROPAS ZENTRUM FÜR ZINKERZ

 Halten die Geschichte lebendig (v.l.): Manfred Grobbel, Hermann-Josef Nöcker, Werner Mester, Brigitte Dörnemann, Dr. Dietrich Wolff, Karl Knoche, Dr. Bruno Heide.
Halten die Geschichte lebendig (v.l.): Manfred Grobbel, Hermann-Josef Nöcker, Werner Mester, Brigitte Dörnemann, Dr. Dietrich Wolff, Karl Knoche, Dr. Bruno Heide.
Am Siciliaschacht geht die Werksuhr auf die Minute genau. Und das, obwohl Steinewerfer die Uhr - und auch die meisten Fenster - gleich nach der Schließung der Grube vor ein paar Jahren zerstört hatten. Aber der über 80-jährige Maschinenbetriebsführer Josef Hennes baute das Uhrwerk in präziser Handarbeit wieder auf und brachte es am Haupteingang pünktlich zur Eröffnung von Bergbaudenkmal und Informationszentrum wieder zum Ticken: Noch bis 1992 hatten Bergleute und Aufbereiter im Siciliaschacht Metallerz abgebaut und zu Zink-, Blei- und Pyritkonzentraten angereichert. Manch einer wollte das Kapitel Bergbaugeschichte danach abschließen, und nicht alle ehemaligen Mitarbeiter der Firma Sachtleben in dem sauerländischen Örtchen Meggen und Halberbracht waren sofort begeistert, als einige ihrer Mitbürger aus der Schachtanlage Sicilia ein Denkmal machen wollten.

Das Info-Zentrum bietet auch Sozial- und Heimatkunde.
Das Info-Zentrum bietet auch Sozial- und Heimatkunde.
Der Meggener Heimatverein setzte sich erfolgreich dafür ein, das Fördergerüst und die Fördermaschinen als Technikdenkmäler zu erhalten. 1997 wurde beides in die Denkmalliste von Lennestadt, wozu Meggen inzwischen gehört, eingetragen. Im Seitengebäude mit seinen Kompressoren für die Erzeugung von Druckluft fand die Grubenwarte ihren neuen Platz. Ein einziger Mann dirigierte von dieser Warte aus den Transportverkehr unter Tage und überwachte gleichzeitig Wetterführung und Wasserhaltung. Insgesamt 140 Jahre lang bauten in Meggen und Halberbracht Bergleute Erz ab. Von 1967 bis 1974 war der kleine sauerländische Ort Meggen sogar der größte Produzent von Zinkkonzentrat in Europa. Über viele Jahrzehnte hinweg wurde außerdem Schwerspat aus dem Berg geholt, den die Chemieindustrie weiter verarbeitete.

Die denkmalgeschützte Schachtanlage ist für Besucher geöffnet.
Die denkmalgeschützte Schachtanlage ist für Besucher geöffnet.
Heute steckt die neue Attraktion des Denkmals gleich links hinter dem grünen Werkstor: Es ist das neue Informationszentrum. Nicht nur der Bergbau in Meggen und Halberbracht, auch die Geogeschichte des Sauerlandes wird anschaulich erläutert. Wer weiß schon, dass das sauerländische Meggen vor 570 Millionen Jahren noch südlich des Äquators lag, in subtropischem Klima und an Korallenriffen? Natürlich haben auch die Bergleute ihren Platz in der Ausstellung: ihre Familien, ihre Lebensbedingungen, die oft mühsame und gefährliche Arbeit im Schacht. Ein Film über die "Meggener Bergleute bei ihrer Arbeit unter Tage" macht die Fakten lebendig.

Mitglieder des Vereins führen durch die Ausstellung.
Mitglieder des Vereins führen durch die Ausstellung.
Zu den Bergbaudenkmälern in Lennestadt gehören noch zwei weitere Standorte: die Schautafel bei der katholischen Kirche in Halberbracht und das Eingangsportal zum Bermkestollen. Die Mitglieder des Fördervereins "Bergbaudenkmäler Lennestadt e.V." planen, die Stationen miteinander zu verbinden und einen Wanderweg durch 140 Jahre Meggener Bergbaugeschichte zu schaffen, vielleicht sogar mit einer neuen Multimediatechnik, die das Leben der Bergarbeiter noch präsenter machen könnte. Obwohl der Verein schon heute dafür sorgt, dass der Bergbau auch zehn Jahre nach Schließung der Schachtanlage Sicilia in Meggen lebendig geblieben ist.


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Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützte den Förderverein Bergbaudenkmäler Lennestadt e. V. bei der Einrichtung eines Informationszentrums auf dem Gelände der denkmalgeschützten und restaurierten Schachtanlage Sicilia in Lennestadt-Meggen (Kreis Olpe) und bei der Anlage eines Bergbauwanderweges.

Googlemap aufrufenBergbaumuseum Siciliaschacht
Siciliastraße
57368 Lennestadt-Meggen
Telefon: 0 27 21 / 8 14 34
www.bergbaumuseum-siciliaschacht.de

Die Schachtanlage Sicilia und das Informationszentrum befinden sich nördlich von Meggen.

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