"SOMMERFREUDEN" VON MODERSOHN

"SOMMERFREUDEN" VON OTTO MODERSOHN

 
 
"Das ist eine absolute Rarität", urteilt Dr. Barbara Rommé. Die Direktorin des Stadtmuseums Münster blickt auf einen hellen Sommermorgen bei Haus Kump, einem westlich von Münsters Innenstadt im Aatal gelegenen Anwesen. Hoch ragen Pappeln mit ihren windgebeugten Stämmen in den flimmernden Sommerhimmel. Das Motiv aus dem Jahr 1889 trägt den Namen "Sommerfreuden" und zählt zu den wichtigsten Landschaftsgemälden aus der münsterschen Zeit von Otto Modersohn. Stadtmuseum Münster und NRW-Stiftung konnten das Bild im September 2002 gemeinsam erwerben und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ein großer Wurf, denn Dr. Barbara Rommé weiß: "Bilder von Modersohn kommen so gut wie nie auf den Markt."

 
 
Als "herrlich hellen Sommermorgen" bezeichnete Otto Modersohn (1865-1943) selbst das Motiv: Raschelnde Blätter in leichtem Grün entfalten sich im Geäst der lichtdurchfluteten Bäume. Gleichsam am Fuß der Pappeln ist Haus Kump mit seinen ziegelroten Gebäuden und den dunkelgrünen Baumgruppen erkennbar. Die Brücke über der Aa leitet hinauf zum Hof. Davor entfaltet sich ein bunter Teppich in saftigem Grün mit hohen Gräsern und leuchtenden Wiesenblumen in Rot, Gelb und Weiß. Eine Frau mit Kind auf dem Rücken und eine Ziege, einander zugewandt, werden von diesem Spiel der Farben umfangen. "Sommerfreuden" ist das Stimmungsbild einer Morgenlandschaft, eine Sinfonie von Licht und Farben.

 
 
Das Ringen um die Gestaltung dieses Bildes markierte einen ersten Wendepunkt im künstlerischen Schaffen von Otto Modersohn: weg von der komponierten Ideallandschaft der Akademie, hin zu einer aus unmittelbarer Naturanschauung hervorgegangenen realistischen Landschaftsmalerei. Nach einer Zeit im Privatbesitz ist das Bild aus der münsterschen Zeit des Malers nun wieder öffentlich zugänglich: Es hängt im Stadtmuseum Münster neben dem Landschaftsgemälde "Dingstiege I", dass Modersohn 1888, im Jahr zuvor, ganz in der Nähe gemalt hatte. NRW-Stiftung und Stadtmuseum erwarben das Gemälde auf Vermittlung des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises aus Privatbesitz. Der Kreis hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Zeit zwischen 1874 und 1889 aufzuarbeiten, in der Modersohn in Münster gelebt und ein eigenständiges Frühwerk geschaffen hat, das 1889 in dem Bild "Sommerfreuden" vor Haus Kump seinen Höhepunkt fand.

 
 
Otto Modersohn ist einer der bekanntesten deutschen Landschaftsmaler des 19. bis 20. Jahrhunderts. Der 1865 in Soest geborene Maler zog 1874 mit seiner Familie nach Münster, von 1889 an lebte und malte er in Worpswede. Otto Modersohn starb 1943.

Broschüre [PDF, 210 kb]


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Die NRW-Stiftung hat mit dem Stadtmuseum Münster das großformatige Ölgemälde "Sommerfreuden" erworben, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Erwerb des Gemäldes aus Privatbesitz, das nun in Münsters Museum zu sehen ist, geht zurück auf die Vermittlung des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises.

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48143 Münster
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