NATURSCHUTZGEBIETE IM KREIS BORKEN

IMPRESSIONEN AUS DEM ZWILLBROCKER VENN

Nirgendwo in Nordrhein-Westfalen brüten mehr Lachmöwen als im Zwillbrocker Venn. Und an keinem Ort in Deutschland kann man wild lebende Flamingos besser beobachten als hier. Der fast orangefarbene Vogel ist ein Kubaflamingo.<br />
<small>Bild: Biologische Station Zwillbrock</small>
Nirgendwo in Nordrhein-Westfalen brüten mehr Lachmöwen als im Zwillbrocker Venn. Und an keinem Ort in Deutschland kann man wild lebende Flamingos besser beobachten als hier. Der fast orangefarbene Vogel ist ein Kubaflamingo.
Bild: Biologische Station Zwillbrock
Wenn es stimmt, dass der Name "Flamingo" auf das flammenfarbende Gefieder anspielt, dann können Besucher des Zwillbrocker Venns selbst beurteilen, welcher Flamingo den glühendsten Eindruck macht. Gleich drei unterschiedliche Arten, nämlich Chileflamingo, Rosaflamingo und Kubaflamingo sind in den Sommermonaten im Naturschutzgebiet an der holländischen Grenze zu beobachten. Sie leben dort wild und pflanzen sich erfolgreich fort.

Eigentlich braucht der Kormoran tiefere Gewässer, dennoch ist er regelmäßig zu Gast. <br />
<small>Bild: Frank Grawe</small>
Eigentlich braucht der Kormoran tiefere Gewässer, dennoch ist er regelmäßig zu Gast.
Bild: Frank Grawe
Gegründet wurde die Flamingokolonie in den 1980er-Jahren von Vögeln, die aus Zoos entwichen waren. Dabei sind heimische Stillgewässer für Flamingos eigentlich viel zu nährstoffarm. Doch Tausende von Lachmöwen machten es möglich. Ihr Dung sorgte im flachen "Möwensee" für eine Blüte von Mikroorganismen. Ab April vermehrt sich das Plankton so reichlich, dass die Flamingos genug zu fressen haben und sogar Junge großziehen können. Ende August iegen die Exoten dann an die niederländische Küste.
In der Biologischen Station bekommt man stets aktuelle Tipps, wo es was zu sehen gibt. Die Dauer-ausstellung informiert über die Geschichte des Ge-biets. Im Kreis Borken kümmert sich die Biostation außer um das Zwillbrocker Venn noch um etwa 30 weitere Schutzgebiete. Besonders die gefährdeten Lebensgemeinschaften der Moore, Heiden und Feuchtwiesen bilden einen Schwerpunkt der Arbeit.<br />
<small>Bild: Biologische Station Zwillbrock</small>
In der Biologischen Station bekommt man stets aktuelle Tipps, wo es was zu sehen gibt. Die Dauer-ausstellung informiert über die Geschichte des Ge-biets. Im Kreis Borken kümmert sich die Biostation außer um das Zwillbrocker Venn noch um etwa 30 weitere Schutzgebiete. Besonders die gefährdeten Lebensgemeinschaften der Moore, Heiden und Feuchtwiesen bilden einen Schwerpunkt der Arbeit.
Bild: Biologische Station Zwillbrock
Grund für den Ortswechsel ist nicht die Kälte, sondern drohender Hunger: Das Plankton im Möwensee geht im Herbst zur Neige, während das Brackwasser von Oosterschelde und Ijsselmeer auch im Winter genügend Kleinlebewesen enthält, um die Vögel satt zu machen.Die beste Sicht auf die Flamingos bietet die Beobachtungskanzel im Norden des Zwillbrocker Venns. Sobald die Tiere im Spätsommer das Venn verlassen, tauchen bereits andere Zugvögel auf, um hier auf ihrem Weg in den Süden zu rasten. Eine Exkursion entlang des sechs Kilometer langen Rundwanderwegs wird also zu keiner Jahreszeit langweilig, zumal Informationstafeln Wissenswertes über die Landschaft und ihre Bewohner vermitteln.
Geflecktes Knabenkraut <br />
<small>Bild: Biologische Station Zwillbrock</small>
Geflecktes Knabenkraut
Bild: Biologische Station Zwillbrock


<small>Bild:Biologische Station Zwillbrock</small>
Bild:Biologische Station Zwillbrock
Auch die Naturerlebnisausstellung im Besucherzentrum der Biologischen Station Zwillbrock e.V. gewährt Einblicke in die Lebensgemeinschaften des Venns. Naturfreunde können ein breites Angebot an Veranstaltungen und Führungen nutzen. Die Station ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für Radtouren auf der "Flamingoroute".

Stand der Angaben: Stifungsmagazin 1/2014





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Die NRW-Stiftung förderte die Ausstellung in der Biologischen Station und kaufte in dem Gebiet Grundstücke für die Ziele des Naturschutzes. Die Biologische Station bietet regelmäßig Seminare, Gebietsführungen und Radtouren an. Im Zwillbrocker Venn gibt es ausgewiesene Wanderwege, das Informationszentrum ist ganzjährig geöffnet.
www.bszwillbrock.de
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